Schlussspurt-Aktion für das Crowdfunding: Wie die "Republik"-Macher ihre "Verlagsetage" um eine Entscheidung baten

30.05.2017
 

Der Ansatz ist spannend und in dieser Konsequenz neu: Das digitale Magazin "Republik" von Project R sieht seine Abonnenten eben nicht (nur) als Abonnenten, sondern spricht sie gezielt als Verleger und Arbeitgeber an. Am Mittwoch, 31. Mai, um 20 Uhr läuft das Crowdfunding des Schweizer Medien-Start-ups aus - bis dahin wollen Constantin Seibt und seine Kollegen 14.000 "Verleger" eingesammelt haben. Wird die Marke erreicht, wird die Stelle eines Datenjournalisten (m/w) geschaffen - auf Wunsch der "Verleger".

Vergangene Woche hatte Project R /Republik seine "Verleger" zum ersten Mal gebeten, eine Entscheidung zu fällen (siehe angehängtes Foto). Es ging um das Ziel für den Schlussspurt beim Crowdfunding. Zur Wahl standen drei mögliche Ziele:

  1. ein Budget für Satire. Und damit mehr gefährliches Vergnügen;
  2. eine Stelle für Datenjournalismus. Und damit ein Gewinn an Erkenntnis;
  3. eine Stelle für eine Deutschland-Korrespondentin. Und damit die Expansion in einen gigantischen Markt.

Bis Sonntagmittag stimmten 6.062 ab - zu diesem Zeitpunkt rund 49% der "Verlagsetage". Die Resultate hat Project R - "zur Feier des ersten Jobs der Verleger" - verfilmt. Und dafür den "Pionier des schweizerischen Datenjournalismus" gewinnen können: Claude Longchamp. "Also den Mann, der im Schweizer Fernsehen als Erster mit statistischen Methoden Abstimmungen kommentierte. Und darauf in den folgenden 25 Jahren lückenlos jede einzelne Abstimmung", erklärt Project R.

Hier das Video mit Claude Longchamps letzter Abstimmungsanalyse

Die Abstimmung ergab, dass das Ziel für den Schlussspurt der "Republik" ist - mit einer Mehrheit von 58 Prozent - eine Stelle für einen Datenjournalisten oder eine Datenjournalistin zu schaffen. Das allerdings nur für den Fall, dass die "Republik" auch ihr letztes Ziel erreicht: 14.000 Mitglieder.

"Schaffen wir das Ziel nicht, müssen wir die Anstellung vertagen. Zwar mit wundem Herzen, aber mit kühlem Kopf: Denn es wäre unverantwortlich, die Fixkosten ohne regelmässige Einnahmen zu steigern. Mit weniger als 14.000 Mitgliedern wäre eine zusätzliche Redaktionsstelle ein Geschäftsrisiko", betonen die Macher.

Am Dienstagmittag hatte die "Republik" 12.980 "Verleger". Die Crowdfunding-Maschine läuft noch bis Mittwochabend, 20 Uhr.

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