Verlegerin Cristina Steingräber geht von Bord: Holger Liebs wird künftig den Kunstverlag Hatje Cantz führen

 

Ein nicht ganz alltäglicher Führungswechsel an der Spitze des renommierten deutschen Kunstbuchverlags Hatje Cantz: Die bisherige Geschäftsführerin und Verlegerin Cristina Steingräber, die das Unternehmen zehn Jahre lang erfolgreich geführt hat, zieht sich zum 30. Juni zurück. Ihr folgt zum 1. Juli Holger Liebs nach. Der 50-jährige Kunsthistoriker und Journalist, ehemals "Monopol"-Chefredakteur, war bislang Programmdirektor.

Steingräber prägte über viele Jahre den Kunstbuchverlag, baute das internationale Museumsgeschäft aus und fädelte viele Kooperationen mit Künstlern ein. 2013 wurde sie zusätzlich zur Programmleitung, die sie damals innehatte, zur alleinigen Geschäftsführerin berufen. In dieser Funktion strukturierte sie den Verlag als Marktführer für Ausstellungskataloge im Bereich Kunst, Fotografie und Architektur erfolgreich um und verbesserte das operative Ergebnis offenbar nachhaltig, wie es aus dem Hause Hatje Cantz heißt. 

Nun will sie sich den berühmten "neuen Herausforderungen" stellen. "Der Verlag steht jetzt auf einem sehr stabilen Fundament", sagt die promovierte Kunsthistorikerin, die auch über eine Ausbildung im International Management verfügt. "Besonders freue ich mich darüber, dass mein Kollege Holger Liebs meine Nachfolge antritt und das Programm in Zukunft mit großer Expertise und Herzblut weiterführen wird", so Cristina Steingräber.

Hintergrund: Holger Liebs, 50 Jahre alt, ist in der internationalen Kunstszene gut vernetzt und verfügt über Erfahrungen an den Schnittstellen zwischen Museen, Künstlern, Galerien, Sammlern und Kunstinteressierten. Nach einer gemeinsamen Übergangszeit wird er die Verlagsleitung von Cristina Steingräber übernehmen. Dann führt er das Haus programmatisch - an der Seite des kaufmännischen Geschäftsführers Thomas P.J. Feinen. Liebs, der lange Chefredakteur des Kunstmagazins "Monopol" war, kam im vergangenen Jahr als Programmdirektor zu Hatje Cantz. Bei "Monopol" hatte er 2010 Cornelius Tittl an der "Monopol"-Spitze abgelöst. Zuvor war er seit 2001 Redakteur für Bildende Kunst bei der "Süddeutschen Zeitung".

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