Großer Erfolg für Andacht-Aktion: Wie Focus Online-Chef Daniel Steil mit Facebook-Videos Aufmerksamkeit erzielt

 

Es war nicht gerade das Thema, das man vom gerne mal als latent krawallig kritisierten Burda-Onlineableger Focus Online erwartet: An den vier Adventssonntagen im vergangenen Dezember waren Chefredakteur Daniel Steil und zwölf Kollegen jeweils 24 Stunden pro Tag mit Facebook-Videos online. Die Übertragungen aus deutschen Gotteshäusern unter dem Motto "Beten live" entwickelte sich zum Viral-Hit. 

Die besinnliche Aktion erwies sich als Reichweiten-Knüller: 2,54 Mio Mal wurden die Videos, die von den Focus Online-Mitarbeitern lediglich mit eigenen Smartphone-Kameras bei Facebook live eingestellt wurden, aufgerufen. Die Aktion erzielte so eine Reichweite von rund 10,57 Mio Nutzern - inklusive unter anderem der vielen Shares. Über 15.000 Reaktionen - in der Regel sehr positive - erhielt die Focus Online-Redaktion insgesamt.

"Wir müssen hier neue Dinge ausprobieren", bilanziert Daniel Steil den ungewöhnlichen Video-Einsatz bei Facebook. "Und wir finden, das ist uns gelungen. Wir haben über zehn Millionen Menschen an den vier Adventssonntagen und der Heiligen Nacht erreicht. Wann gelingt das den beiden großen Kirchen einmal."

Das ungewöhnliche "Beten live"-Beispiel ist Baustein der neuen Strategie, die sich Facebook gegenüber öffnet. Weitere große deutsche Medienhäuser ziehen mit - vor allem Axel Springer. Im Gegenzug investiert Facebook derzeit in Deutschland im Rahmen sogenannter "Seed-Investments", um das noch zarte Pflänzchen der Live-Streamings aufzurichten. An einem Partnerprogrammen nehmen Burda und Springer teil.

Die Verlage sammeln dabei nicht nur Reichweite ein, sondern liebäugeln bereits mit neuen Vermarktungsmöglichkeiten. "Facebook-Live-Videos sind für uns als Publisher spannend", heißt es bei Burda. "Zum einen können wir zusammen mit Vermarktungspartnern, z.B. aus dem Beauty- und Modebereich, interessante Branded-Content-Angebote schnüren. Zum anderen werden sich durch die angekündigten Mid-Roll-Ads weitere Vermarktungsmöglichkeiten ergeben", so der Münchner Verlag.

kress.de-Tipp: Welche Erfahrungen Burda mit den hemdsärmelig erstellten Handy-Filmen, für die sich auch Daniel Steil selbst etwa bei Angelausflügen in seinem Heimatort an der luxemburgischen Grenze filmt, gesammelt hat, erfährt man in einer ausführlichen Analyse von Wolfgang Messner in "kress pro" (Ausgabe 3/2017). In dem "Case" geht der Autor auch detailliert auf die Facebook-Live-Projekte im Hause Springer - etwa bei "Bild" und "Welt" ein. Inspirierend! Die Ausgabe kann hier als E-Paper oder gedruckt - und im iKiosk erworben werden.

"kress pro" - das Magazin für Führungskräfte bei Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. "kress pro"-Chefredakteur ist Markus Wiegand, Herausgeber Johann Oberauer. "Zum "kress pro"-Abo.

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