"Von erfolgreichen Männern liest man schließlich überall": Andrea Rexer leitet "Plan W"

01.06.2017
 

Die Leitende Redakteurin Geld und Finanzen bei der "Süddeutschen Zeitung", Andrea Rexer, übernimmt zum 1. Juni die Leitung des Frauenwirtschaftsmagazins "Plan W". Was Rexer vorhat...

Die Beilage "Plan W" soll mit der neuen Leiterin Andrea Rexer weiter ausgebaut werden und Frauen als Zielgruppe auch für die "Süddeutsche Zeitung" erschließen. Rexers Anliegen sei es, Frauen sichtbar zu machen, die in ihrem Beruf etwas bewegten. "Von erfolgreichen Männern liest man schließlich überall", sagte die 35-Jährige kress.de. "Viele jammern, dass es zu wenige weibliche Role Models gäbe. Aber das stimmt nicht. Es gibt sie. Man muss ihre Geschichten nur erzählen." Plan W wolle nicht predigen, sondern inspirieren.

Vor zwei Jahren, im Juni 2015, erschien die erste Ausgabe des Frauenwirtschaftsmagazins, das auf Initiative von Angela Kesselring (heute SZ Scala) entwickelt wurde. Es liegt vierteljährlich der "SZ" bei und hat ein Schwerpunkt-Konzept. In der letzten Ausgabe, die noch Alexandra Borchardt verantwortet hatte, lautete das Thema: Verantwortung. Auf dem Titel präsentierte Plan W dazu eine prominente Frau: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Publizistisch gilt Plan W als Erfolg, es hat sich im Haus etabliert. Ökonomisch könnte es besser laufen, wie die bisherige Leiterin Alexandra Borchardt im Interview in der aktuellen Ausgabe des "Wirtschaftsjournalist" (2/2017) einräumte: "Das Anzeigenaufkommen könnte besser sein." Allerdings spreche die "SZ" mit der Beilage auch Anzeigenkunden an, die die Zeitung sonst nicht erreichen würde, etwa im Bereich Employer Branding. 

Borchardt selbst verlässt die "SZ" im Sommer und wird am renommierten Reuters Institut for the Study of Journalism künftig Programme zur Sicherung des Qualitätsjournalismus konzipieren und durchführen. "Es gibt sehr wertvolle Erkenntnisse aus der Journalismus- und Leserforschung", sagte Borchardt dem "Wirtschaftsjournalist". Der "SZ" wird sie als Autorin erhalten bleiben.

Hintergrund: Andrea Rexer (35) arbeitet seit 2012 in verschiedenen Positionen für die Süddeutsche Zeitung, zunächst als Korrespondentin und Büroleiterin in Frankfurt, seit 2014 führt sie das Finanz-Team in München. Nach Studium und Volontariat stieg sie als Wirtschaftsredakteurin beim österreichischen Nachrichtenmagazin "Profil" in Wien ein, später wechselte sie zur "Welt am Sonntag" nach Frankfurt. Mit dem Burns-Stipendium arbeitete sie 2014 drei Monate für die kanadische Online-Plattform "The Tyee" in Vancouver. Sie wurde mit dem Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik ausgezeichnet und ist Mitglied des Ratgeberkreises der Wertekommission e.V.

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