Schwere Vorwürfe: Insiderhandel bei Constantin?

 

Gab es illegale Aktienkäufe bei der Constantin Medien AG? Diesem Verdacht geht laut einem Bericht der "Bild am Sonntag" das Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) nach. Im Mittelpunkt steht dabei die Vermarktung der Champions League. Die Hintergründe.

Auf Nachfrage der Reporter Jan C. Wehmeyer und Florian Zerfass bestätigte eine Bafin-Sprecherin, "dass wir derzeit den Handel in Wertpapieren der Constantin Medien AG im Zusammenhang mit der Meldung vom 27. März 2015 auf Insiderhandel hin untersuchen".

An diesem Tag hatte die Schweizer Tochterfirma Highlight Communications AG eine Ad-hoc-Medlung veröffentlich, wonach der europäische Fußballverband den exklusiven Vermarktungsvertrag für die UEFA Champions League bis 2024 verlängert hat. Der Kurs der Aktie stieg daraufhin an. Zuvor gab es laut der Sonntagszeitung aber eine Reihe von Geschäften mit Aktien der Constantin Medien AG. Demnach kaufte der CSU-Politiker Alfred Sauter zwei Tage vor der Veröffentlichung des Vertrags 300.000 Aktien für 435.000 Euro. Auf Nachfrage von "Bild am Sonntag" bestritt CSU-Präsidiumsmitglied Sauter Insiderwissen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Constantin Medien AG, Dieter Hahn, kaufte gleich an drei Terminen große Aktienpakete, und zwar am 24. Februar, am 27. Februar und am 13. März 2015. Wegen des Verdachts auf Insiderhandel hat die Staatsanwaltschaft München I ein Ermittlungsverfahren gegen Hahn eingeleitet. Auslöser war eine Strafanzeige durch die Highlight Communications AG. Im Hintergrund mischt auch der bekannte Spin-Doctor Norbert Essing mit. Auf Anfrage erklärt Essing, der als Sprecher von Dieter Hahn fungiert: "Herr Hahn ist seinen Meldepflichten jederzeit korrekt nachgekommen. Ihm ist keinerlei Fehlverhalten vorzuwerfen."

Hintergrund des großen Streites bei Constantin Medien ist, dass Hahn und der Vorstandsvorsitzende Fred Kogel die traditionsreiche Filmsparte des Unternehmens verkaufen wollen, um die Expansion der Sportvermarktung zu finanzieren. Dies hatte der frühere Vorstandschef Bernhard Burgener aber abgelehnt. Ein Vermittlungsversuch der bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner war fruchtlos geblieben.

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