Mathias Döpfner und Julian Reichelt bauen um: Neues "Kompetenzcenter Auto" für "Bild", Tom Drechsler wird Chefredakteur Auto

 

Nach Informationen von kress bauen Mathias Döpfner und "Bild"-General Julian Reichelt die Berichterstattung zum Thema Auto in der "Bild"-Gruppe massiv um. Zukünftig soll die Auto-Berichterstattung im "Kompetenzcenter Auto" komplett gebündelt werden. Chefredakteur Auto der "Bild"-Gruppe und Chefredakteur von "Autobild" wird nach kress.de-Infos Tom Drechsler (52, Foto), bislang Stellvertreter von "Bild-am-Sonntag"-Chefredakteurin Marion Horn. Bernd Wieland (57), bislang Chefredakteur "Auto Bild", bleibt an Bord. Geschäftsführer Hans Hamer verliert an Macht.

Drechsler wird das "Kompetenzcenter Auto", so der bislang intern verwendete Begriff für das neue Konstrukt, das keine Zentralredaktion sein will, von Hamburg aus führen. Die redaktionelle Verantwortung für alle Auto-Themen liegt zukünftig bei Tom Drechsler: 1. Für alle Titel von "Auto Bild". 2. Für die Autoressorts von "Bild", "Bild am Sonntag" und "BZ Berlin". 3. Zudem soll er nach kress-Infos strategisch arbeiten, redaktionelle Abläufe Print/Online verbessern, neue Produkte entwickeln. Im Kompetenzcenter Auto arbeiten zukünftig 180 Mitarbeiter.

Tom Drechsler wird mit dem Wechsel nach Hamburg für das Thema Auto so etwas wie der "Vorsitzende der Chefredakteure" - vielleicht ähnlich vergleichbar mit Julian Reichelt, der diese Rolle für die gesamte "Bild"-Gruppe einrichtet. In seiner neuen Funktion als Auto-Chef berichtet Drechsler direkt an Mathias Döpfner und fachlich an Julian Reichelt, dem Vorsitzenden der "Bild"-Chefredaktionen. Reichelt und Drechsler arbeiten schon seit vielen Jahren eng zusammen, sind befreundet. Geschäftsführer Hans Hamer muss sich mit dem Gedanken anfreunden, dass durch die noch engere Verzahnung in "Auto Bild" zukünftig viel mehr "Bild" ist als bisher. Eine Entscheidung gegen Hamer, ein Machtverlust sei der Umbau vom "Kompetenzcenter Auto" aber nicht, insistierte ein Springer-Sprecher am kress.de-Telefon.

Bernd Wieland, 57, bislang Chefredakteur von "Auto Bild" und "Auto Bild Klassik", bleibt überraschenderweise trotz des Kompetenzverlusts bei Axel Springer. Der Verlag beruft ihn zum 1. August dann zum Chefredakteur "Neue Formate" der "Auto-Bild"-Gruppe. Zudem bleibt er Chefredakteur von "Auto Bild Klassik".

Über die Genese von Axel Springers Autozeitschriften hat die Branche nach dem Verkauf der Springer-Zeitungen und Springer-Zeitschriften an die Funke Mediengruppe lange spekuliert. Der massive, redaktionelle Umbau zeigt jetzt aber, dass Mathias Döpfner das Thema Auto für zu wichtig (Bedeutung für Leser, viele Anzeigenkunden) für die gesamte "Bild" erachtet und einen Verkauf aus diesem Grund nicht mehr weiterverfolgt.

Größte Wettbewerber im traditionellen Auto-Publishing ist die Stuttgarter Motorpresse ("Auto, Motor und Sport", mehrheitlich Gruner+Jahr) und die Titel rund um die "Auto-Zeitung" von Verlegerin Yvonne Bauer. "Auto Bild" wird weltweit in 32 Ländern verlegt, zum großen Teil mit lokalen Partnern.

Hintergrund: Tom Drechsler

Tom Drechsler, 52 Jahre alt, machte nach dem Abitur und seiner Bundeswehrzeit 1986 ein Volontariat bei der "Landeszeitung für die Lüneburger Heide". Dort arbeitete er dann bis 1991 als Redakteur, bevor er als Korrespondent in das Bonner Büro von "Bild" wechselte. Nach einem kurzen Abstecher 1993 zum frisch gegründeten "Focus" (Parlamentsredaktion Bonn), ging er noch 1993 wieder zu "Bild", diesmal als Redakteur Nachrichten in Hamburg. Von 1998 bis 2000 war er Auslandschef "Bild" Nachrichten, 2001 bis 2007 Nachrichtenchef "Bild". Im Jahr 2002 wurde Drechsler bereits zum stellvertretenden Chefredakteur "Bild" berufen. Von 2007 bis 2011 war er "Bild"-Politikchef, von 2011 bis 2013 war er Nachrichtenchef bei "Bild am Sonntag und Mitglied der Chefredaktion. Seit 2014 ist er Stellvertreter von Chefrekakteurin Marion Horn bei "Bild am Sonntag". Wer Drechsler bei "Bild am Sonntag" folgt, ist noch nicht entschieden.

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