Früherer Gruner+Jahr-Chef: Bernd Buchholz wird Wirtschaftsminister in Kiel

 

Bernd Buchholz, bis 2012 prägender Mann Am Baumwall, wird neuer Wirtschafts- und Verkehrsminister in Kiel. Er verzichtet auf eine Kandidatur für den Bundestag, für die ihn die FDP im Bundestagswahlkreis 10 (Herzogtum Lauenburg/Stormarn-Süd) aufgestellt hatte.

"Ich habe mich entschieden, soweit die Jamaika-Koalition in Kiel gebildet wird, das Angebot meiner Landespartei anzunehmen und in Kiel Wirtschaftsminister zu werden", so Buchholz. Und er macht klar, dass er sich eigentlich schon auf den politischen Schlagabtausch im Bundestag gefreut hat: "Eigentlich wollte ich ja lieber in den Bundestag, aber angesichts der Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten die der gemeinsame Koalitionsvertrag bietet, freue ich mich auf die spannende Aufgabe und hoffe, dass es klappt", schreibt Buchholz, früherer Vorstandsvorsitzender von Gruner+Jahr, auf seiner persönlichen Facebookseite.

Die FDP hatte ihn eigentlich auf ihrer Landesliste in Schleswig-Holstein für den nächsten Bundestag auf Platz zwei gesetzt, direkt hinter ihren Spitzenkandidaten Wolfgang Kubicki, der auch stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender ist. Noch vor wenigen Wochen hatte Buchholz Kommentare zu seinem weiteren politischen Werdegang öffentlich abgelehnt.

Bernd Buchholz war bereits von 1992 bis 1996 für die FDP Mitglied des schleswig-holsteinischen Landtages. Als sich die Wege von Buchholz und Gruner+Jahr im September 2012 final trennten, zeigte sich der Mutterkonzern Bertelsmann generös und vergoldete den Abschied seines ehemaligen Vorstands mit einer Abfindung in Höhe von rund fünf Millionen Euro, wie das "Manager Magazin" damals notierte.

In Kiel gilt es als ausgemacht, dass CDU, FDP und Grüne die neue Landesregierung stellen, der 100-seitige Koalitionsvertrag steht. Grüne und FDP lassen über ihn noch von ihrer Basis abstimmen, bei der CDU soll ein Parteitag alle Zweifel ausräumen, dass "Jamaika" in Schleswig-Holstein ausprobiert wird. Bislang gab es in Deutschland erst einmal den Versuch einer Koalition aus CDU, FDP und Grüne, und zwar 2009 im Saarland. Damals scheiterte das Bündnis allerdings.

Bernd Buchholz war der direkte Vorgänger von Julia Jäkel, die von kress-Lesern zur "Medienmanagerin des Jahres" 2016 gekürt wurde. Jäkel wird im Herbst 2017 fünf Jahre als G+J-Chefin amtieren, allerdings ohne dem Vorstand von Bertelsmann anzugehören. Dafür ist Jäkel Mitglied des Group Management Committees (GMC) von Bertelsmann, einem erweiterten Managementkreis, dem neben dem Bertelsmann-Vorstand auch weitere Top-Manager des Konzerns angehören.

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