Yahoo-Finance-Chefredakteur Andrew Serwer: "Die Redakteure arbeiten immer an zwei, drei Projekten gleichzeitig"

30.06.2017
 

Yahoo Finance ist in den USA das führende Online-Finanzportal. Chefredakteur Andrew Serwer setzt auf Videos und Live-Streaming, die Redakteure arbeiten multimedial. Ist das die Zukunft des Finanzjournalismus?

Mit mehr als 71 Millionen Unique-Nutzern im Monat ist Yahoo Finance in den USA seit geraumer Zeit Marktführer unter den Finanzportalen. Die Videos werden 17 Millionen Mal pro Woche geschaut. Die Zuschauerzahl der Livevideos ist im Vergleich zum Vorjahr um 362 Prozent gewachsen. Was macht das Portal derart erfolgreich?

Andrew Serwer, seit Februar 2015 Chefredakteur der Yahoo-Finanz-Redaktion, hat eine simple Antwort darauf: Auf das Leserinteresse achten. "Hauptsächlich arbeiten wir für unsere User, die wir begleiten wollen", so Serwer. Sie kämen primär zu Yahoo Finance, um ihr Depot zu überprüfen, und gingen bestimmte Aktien durch, für die sie sich interessierten. "Wir beobachten das kontinuierlich und erfahren so, welche Firmen gerade für Interesse für unsere Leser sind", sagt Serwer im Gespräch mit dem "Wirtschaftsjournalist".

Die Vorstellung, dass Redakteure einen Artikel schreiben und dann den nächsten, sei bei Yahoo Finance längst Geschichte. Alle produzierten ein begleitendes Video zu ihren Texten. Das kann ein Beitrag zum Thema sein oder ein Beitrag für die Live-Shows. "Die Redakteure arbeiten immer an zwei, drei Projekten gleichzeitig. Wenn jemand wirklich gut ist, macht er zwei, drei Storys am Tag. Das erzeugt sozialen Traffic", betont Serwer.

Bei der Berichtersattung setzt der 57-Jährige, der zuvor leitender Redakteur beim Wirtschaftsmagazin "Fortune" war, klar auf den Ausbau von Video-Formaten. "Sehr wichtig ist das Streamen von Live-Events geworden," erklärte Serwer. Das könne gesponsert und mit Anzeigen finanziert werden. "Das Streaming ist die Kür, Video-on-Demand bringt den Löwenanteil der Zuschauer und Einnahmen."

kress.de-Tipp: Welche Rolle der Umfang eines Artikel spielt und warum Twitter für Andrew Serwer wichtig ist, lesen Sie im kompletten Gespräch im "Wirtschaftsjournalist". Die Ausgabe 2/2017 gibt es im Newsroom-Shop oder im iKiosk.

Der "Wirtschaftsjournalist" (Chefredakteurin: Susanne Lang, Herausgeber: Johann Oberauer) erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. Das Gespräch mit Andrew Serwer hat "Wirtschaftsjournalist"-Autor Tim Schäfer geführt.

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