Content-Management-Systeme: Selbst bauen oder kaufen?

13.07.2017
 

Die Anforderungen an Content-Management-Systeme sind so komplex geworden, dass viele Publisher die gängigen Lösungen für ihre Zwecke umbauen – oder gleich ein eigenes System entwickeln. "Ein CMS muss man an die eigenen Bedürfnisse anpassen", sagt Robin Seckler, Geschäftsführer Digital Products von Sport 1 und Plazamedia. Diesen Trend zeigt eine Umfrage von "kress pro" unter den nach IVW-Visits erfolgreichsten Online-Angeboten.

Eine "kress pro"-Umfrage unter den nach IVW-Visits erfolgreichsten Online-Angeboten verdeutlicht, dass ein Großteil mit Eigenentwicklungen arbeitet. Viele Verlage können das mit professionell aufgestellten Units heutzutage selbst stemmen. Burda stellt sein selbst entwickeltes CMS "Thunder" sogar anderen Medienhäusern als offenes Online-Redaktionssystem zur Verfügung, damit diese "sich von überholten und kostenintensiven Systemen befreien und sich stärker auf die Weiterentwicklung ihrer Marken und Inhalte konzentrieren können", wie es heißt.

Oft liegt den hausgemachten Plattformen ein externes CMS zugrunde, bei Thunder ist es Drupal, bei Sport 1 zum Beispiel EZ Publish: "Vom Original sind noch etwa 20 bis 30 Prozent übrig", sagt Robin Seckler, Geschäftsführer Digital Products von Sport 1 und Plazamedia. "Wir haben es quasi filetiert und den Workflow optimiert, weil es für unsere Bedürfnisse nicht schnell genug und nicht integriert genug war, gerade im Bereich Video und Mobile." Seckler kennt nach eigener Aussage kein Medienhaus, das heute noch anders verfährt. "Ein CMS ist ja längst kein monolithisches Gebilde mehr, das man so nehmen muss, wie es ist - vielmehr muss man es an die eigenen Bedürfnisse anpassen."

Die offenen Schnittstellen ermöglichen den Unternehmen, selbst Hand anzulegen. Die Erweiterbarkeit, Skalierbarkeit und Integrationsfähigkeit ist für CMS-Anbieter ein entscheidendes Kriterium für den eigenen Marktanteil. Der Markt ist stark fragmentiert, so dass Publisher die Qual der Wahl haben. Und doch schnurrt die Bandbreite unter den IVW-Anführern auf wenige Namen zusammen: CoreMedia und InterRed kommen am häufigsten vor, dazu ein bisschen Drupal, Joomla, Contens und WordPress. Letzteres profitiert von einer breiten Community, die neue Features schnell umsetzt. Das sonst so gängige Typo3 wird in der Umfrage gar nicht genannt.

Ranking der CMS-Anbieter:

1. CoreMedia (11x)

2. Eigenentwicklung (10x)

3. Open-Source-Software (7x)

4. InterRed (5x)

5. Contens (3x)

5. EZ Publish (3x)

7. Joomla (2x)

8. Craft CMS (1x)

8. DIG (1x)

8. ItechWorks (1x) 

Quelle: Umfrage "kress pro" unter den IVW Top 100; n=43

kress.de-Tipp: Welcher Publisher auf welches CMS setzt, was ein CMS kostet und was ein CMS im Medienbereich allgemein können muss, lesen Sie im "kress pro"-"Spezial: Content-Management-Systeme" von "kress pro"-Autor Marcus Schuster. Die "kress pro" Ausgabe 4/2017 kann als E-Paper oder gedruckt - und im iKiosk erworben werden. 

"kress pro" - das Magazin für Führungskräfte bei Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. "kress pro"-Chefredakteur ist Markus Wiegand, Herausgeber Johann Oberauer. "Zum "kress pro"-Abo.

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