Nico Hofmann gegen Monika Grütters, Netflix und Co.: "Ich bin sehr für eine Quote"

 

Der deutsche Filmproduzent Nico Hofmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ufa Fiction, will, dass der europäische TV-Markt reguliert wird. Setze die Politik die geplante europäische Quote nicht durch, "wird es in zehn Jahren dem hiesigen Fernsehmarkt gehen wie dem Kino, das von Amerika dominiert wird." Hofmann greift massiv die deutsche Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) an.

Im Gespräch mit Ursula Scheer für die aktuelle "Frankfurter Allgemeine Woche" möchte Hofmann, gelernter Journalist, vor allem Angebote wie Amazon oder Netflix in die Pflicht nehmen: "Bisher kann man deutsche Produktionen für Streamingplattformen an einer Hand abzählen. Ich bin sehr für eine Quote", betont Hofmann.

Er sei nicht daran interessiert ("schon aus kultureller Überzeugung"), dass der heimische Fernsehmarkt von US-Firmen dominiert werde. "Wir können unsere eigenen Geschichten selbst besser erzählen. Und deshalb ärgert es mich, wenn amerikanische Produzenten mit Fördermitteln der Kulturstaatsministerin in Babelsberg drehen und immer nur das deutsche Kino gehypt wird."

Hofmann ist überzeugt, dass inzwischen das Fernsehen kreativer sei als Kino.

Bislang hatte sich Hofmann in der Öffentlichkeit vor allem für das Territorialprinzip eingesetzt. Damit sollen die Urheberrechte lokal geschätzt werden; Mediatheken müssten beispielsweise Filmrechte weiterhin für jedes Land einzeln erwerben, in dem sie Zuschauern Zugriff darauf geben wollen.

Keine Freundin des Territorialprinzips ist dagegen ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab. Sie möchte, dass Filme europaweit ausgestrahlt werden können, gänzlich ohne Geoblocking.

Der EU-Rechtsausschuss soll über die Beibehaltung des Territorialprinzips entscheiden.

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