"Programmzeitung für das Internet": Wie Marcus von Jordan sich mit piqd für Qualitätsjournalismus stark macht

 

Mit der Auswahl der immer gleichen News-Quellen möchte sich Marcus von Jordan, Gründer und Geschäftsführer des Münchner Startups piqd, nicht mehr zufrieden geben. "Es ist alles sehr hysterisch, boulevardesk und hektisch", klagt er und nennt die Algorithmen-Arbeit eine "toxische Kombination, die da draußen stattfindet". Sein Empfehlungssystem hat 35.000 registrierte Kunden gefunden. Ein inspirierendes Modell.

Das ambitionierte Start-up piqd arbeitet mit bescheidenen Mitteln, aber doch beachtlichem Erfolg, der Publisher neugierig machen sollte. Vor allem solche, die Alternativen zu den Datenabsaug-Kraken wie Facebook, Twitter und Google suchen, die ihnen zwar zeitweise die Hand entgegenstrecken, aber über den kleinen Finger gerne mittelfristig den gesamten wirtschaftlich geschwächten Arm greifen wollen. "Was wäre, wenn man das Social-Media-Verhalten von Experten und Gourmets zusammenbringen könnte?", beschreibt von Jordan den Grundansatz von piqd, mit dem er gegen Filterblasen und die allgemeine "Verflachung" im Nachrichtengeschäft, wie er sagt, ankämpfen möchte. 

Mittlerweile beschäftigt sein Unternehmen 140 sogenannte "piqer", die "Cherry Picking" im Netz betreiben und den Abonnenten des Services über selbst verfasste Empfehlungen und Anreißer-Teaser weltweite Perspektive und ansprechend alternative Perspektiven auf brennende gesellschaftliche Fragen zusammenstellen. Für den Finde- und Empfehlungsservice von piqd, der weltweit auf angeblich über 5.000 Quellen – gerne auch abseits des Mainstreams – verweist, zahlen die registrierten Nutzer derzeit drei Euro pro Monat für einen personalisierten Newsletter. 

Wie Marcus von Jordan im Gespräch mit dem aktuellen gedruckten Magazin "kress pro" andeutet, nähert sich piqd dem Break-even an. Außerdem gibt es viele Pläne, weiter zu wachsen. Neuerdings gibt es bereits einen englischsprachigen Dienst, der weiter ausgebaut werden soll, sowie einige spannende Radio- und Podcast-Kooperationen. Zudem kooperiert piqd eng mit dem digitalen Zeitungskiosk Blendle, der die "piqer" unterstützt und so auch Blicke hinter Pay-Walls ermöglicht. 

kress.de-Tipp: Was man sich vom Abo-Modell von piqd abschauen kann und wie hoch die Resonanz auf kurartierte Qualitätsangebote im Netz ist, erfährt man in vielen Details im aktuellen "Case"-Bericht in "kress pro"-Ausgabe 6/2016. Darin verrät Marcus von Jordan auch, warum er sein Angebot selbstbewusst als "Programmzeitung für das Internet" sieht, wie er die Gespräch mit Publishern intensiviert - und welche Vorteile beide Partner von den piqd-Empfehlungen haben können. Die Ausgabe kann hier als E-Paper oder gedruckt - und im iKiosk erworben werden.

"kress pro" - das Magazin für Führungskräfte bei Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. "kress pro"-Chefredakteur ist Markus Wiegand, Herausgeber Johann Oberauer. "Zum "kress pro"-Abo.

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