NOZ Medien siedelt Zentralredaktion Digital in Hamburg an - Michael Krechting ist verantwortlich

 

Gute Nachricht für Hamburg. Die Hansestadt erlebt eine Renaissance als Standort für Redaktionen. Nach Informationen von kress.de zieht unter anderem die neue Zentralredaktion Digital von NOZ Medien ("Neue Osnabrücker Zeitung") und Medienholding Nord ("Flensburger Tageblatt") an der Elbe in neue Räumlichkeiten ein. Michael Krechting wird bei NOZ Medien die Zentralredaktion Digital und damit die Erstellung nationaler Inhalte für alle Newsportale verantworten.

Seit der offiziellen Genehmigung durch das Bundeskartellamt im April 2016 gehören der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag mit dem "Flensburger Tageblatt" und in Mecklenburg-Vorpommern die "Schweriner Volkszeitung" zum niedersächsischen Medienhaus (Flaggschiff: "Neue Osnabrücker Zeitung"). Der Umbau zum norddeutschen Medienhaus ist weiterhin im vollen Gange, die Entscheidung für den Standort Hamburg gilt als großer Schritt im Integrationsprozess.

Nach kress.de-Recherchen erhalten die Digitaleinheiten der Tageszeitungen eine neue Struktur: "Wir sehen die neue Struktur und den Standortwechsel als große Chance, unsere Digitalangebote noch besser an den Markt und die Zielgruppen anpassen zu können, um unsere Produkte und Digitalmodelle mit großer Innovationskraft zukunftsfähig auszubauen. Gerade im Digitalgeschäft ist es wichtig, dynamisch und agil zu bleiben, um auf Trends und neue Anforderung schnell reagieren zu können", erklären die Geschäftsführer Axel Gleie und Joachim Liebler in einem gemeinsamen Schreiben an die Belegschaft, das kress.de vorliegt.

In Hamburg bekommen die Zentralredaktion Digital sowie der Bereich Forschung & Entwicklung (F&E), sowie die Bereiche neue innovative Content Produkte und Business Development mit Marktforschung und Analyse eine neue Heimat. Das hat eine Sprecherin des Familienunternehmens auf Nachfrage von kress.de inzwischen bestätigt. Wann und wo genau es offiziell in Hamburg losgeht, stehe aber noch nicht final fest. Auch nicht, wie viele Personen insgesamt in der neuen Digital-Einheit in Hamburg arbeiten werden.

Die Gesamtverantwortung für alle redaktionellen digitalen Inhalte der Newsportale bleibt bei Ralf Geisenhanslüke, Chefredakteur der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Nicolas Fromm, der zentral für digitale Produkte und Technik zuständig ist, unterstützt als Leiter Digital die neuen Bereiche.

Michael Krechting ("NOZ") wird die Zentralredaktion Digital und damit die Erstellung nationaler Inhalte für alle Newsportale verantworten. Krechting, bislang für das redaktionelle Innovationsmanagement bei der "NOZ" zuständig, war davor unter anderem Digital-Chef beim "Kölner Stadt-Anzeiger".

Joachim Dreykluft von der "shz" übernimmt die Forschungs‐ und Entwicklungsredaktion mit dem Schwerpunkt der Entwicklung neuer, monetarisierbarer digitaler Content Angebote. Mit ihm wird Nicolas Fromm eng zusammenarbeiten, um abseits der klassischen Zeitungsportale Ideen für Content-Produkte zu entwickeln. Dreykluft bleibt zudem verantwortlich für die regionalen "shz"-Newsportale.

In Osnabrück verantwortet weiterhin Anne Krum, Mitglied der "NOZ"-Chefredaktion, den "NOZ"-Digitalbereich. Sie verlässt allerdings nach kress.de-Infos die "Neue Osnabrücker Zeitung" zum 31. Januar 2018 - wohin es sie hinzieht: noch unklar.

Hintergrund: Mit mehr als 3.000 Mitarbeiterin in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gehört NOZ Medien zu den zehn größten Zeitungsverlagsgruppen Deutschlands; Herausgeber sind Prof. Dr. Dres. h.c. Werner F. Ebke und Verleger Jan Dirk Elstermann.

Chefredakteur "shz" ist Stefan Hans Kläsener und damit verantwortlich für "Eckernförder Zeitung", "Flensburger Tageblatt", "Holsteinischer Courier", "Husumer Nachrichten", "Insel-Bote", "Landeszeitung", "Norddeutsche Rundschau", "Glückstädter Fortuna", "Nordfriesland Tageblatt", "Ostholsteiner Anzeiger", "Schlei-Bote", "Schleswiger Nachrichten", "Stormarner Tageblatt", "Sylter Rundschau" und "Wilstersche Zeitung". Stellvertretender "shz"-Chefredakteur ist Jürgen Muhl, Chefredakteur Online bleibt Joachim Dreykluft. Redaktionsleiter bei A. Beig Druckerei und Verlag GmbH & Co. KG und zuständig für "Barmstedter Zeitung", "Elmshorner Nachrichten", "Pinneberger Tageblatt", "Quickborner Tageblatt", "Schenefelder Tageblatt", "Uetersener Nachrichten" und "Wedel-Schulauer Tageblatt" sind Gerrit Bastian Mathiesen und Jan Schönstedt. Geschäftsführer sind Axel Gleie, Joachim Liebler und Paul Wehberg.

Die Chefredaktion der "Neuen Osnabrücker Zeitung" bilden Ralf Geisenhanslüke (Chefredakteur), Berthold Hamelmann (Vertreter des Chefredakteurs), Burkhard Ewert (Stellvertretender Chefredakteur) sowie Anne Krum (Mitglied der Chefredaktion). Geschäftsführer der Osnabrücker Zeitungs-Gesellschaft sind Joachim Liebler und Axel Gleie.

Chefredakteur der "Schweriner Volkszeitung" ist Michael Seidel, stellvertretender Chefredakteur Max-Stefan Koslik und Chef vom Dienst Dirk Buchardt. Geschäftsführer des Zeitungsverlags Schwerin ist Andreas Gruczek.

Der Medienstandort Hamburg befindet sich seit über zehn Jahren im dramatischen Wandel. Im Mai 2007, also vor über zehn Jahren, kündigte Axel Springer an, die Zentralredaktion von "Bild" nach Berlin zu übersiedeln. 2008 zog "Bild" dann final in die Hauptstadt um. Verheerend für den Medienstandort Hamburg war auch das Ende der "Financial Times Deutschland", das Gruner+Jahr Ende 2012 zusperrte. Seitdem erscheint keine überregionale Tageszeitung mehr in Hamburg, lokaler Platzhirsch ist das "Hamburger Abendblatt" (Funke Mediengruppe), quirliges Boulevardblatt mit lokaler Verankerung ist die "Hamburger Morgenpost" (DuMont Mediengruppe). Mit den Redaktionen von "Spiegel", "Stern" oder "Die Zeit" gilt Hamburg als eine der ersten Adressen in der deutschen Medienlandschaft. Vor allem Olaf Scholz, Hamburgs Erster Bürgermeister, wirbt seit Jahren emsig für den Medienstandort Hamburg. Die Ansiedlung der neuen Zentralredaktion Digital kann als sein Erfolg verbucht werden. Hamburg steht dabei in starker Konkurrenz zu Berlin; dort hat die Zentralredaktion der Funke Mediengruppe ihren Stammsitz, zudem lenkt Florian Harms, früher Chefredakteur von "Spiegel Online", von Berlin aus die Geschicke von t-online.de (gehört zu Ströer), das ebenfalls journalistisch vorne mitspielen möchte.

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