Kaufda vor dem Verkauf

15.08.2017
 

Kaufda hat den Markt für Online-Prospektportale entwickelt. Neun Jahre nach seiner Gründung steht das von Christian Gaiser geführte Unternehmen aber vor einer ungewissen Zukunft - Mehrheitsgesellschafter Axel Springer könnte aussteigen.

Das Lebenswerk von Christian Gaiser steht auf dem Spiel. Im Jahr 2008 hat der 31-jährige Schwarzwälder zusammen mit zwei Companions den Online-Prospektservice Kaufda aus der Taufe gehoben und 2011 Axel Springer als Mehrheitsgesellschafter zu sich gelockt. Doch der soll nun überraschend aussteigen, weil ihm das Geschäft zu klein geworden sein soll. Venture-Capital-Experte Sven Schmidt ist davon überzeugt: "Axel Springer wird seine Anteile an Bonial verkaufen, wenn ein Käufer gefunden wird, der einen angemessenen Preis zahlt", verriet er "kress pro". "Gelingt dies nicht, halte ich es für möglich, dass Springer eine Finanzierungsrunde für Bonial macht. Dabei wird sicherlich ein Investor gesucht, der dem Konzern dabei hilft, Bonial in den USA erfolgreicher zu machen. In dem Fall würden der Investor und Springer später gemeinsam Bonial verkaufen", so Schmidt weiter. In den USA ist Bonial seit 2013 mit seiner Marke Retale aktiv, dessen Expansion immer mehr Geld verschlingt.

Über digitale Prospektplattformen wie Kaufda oder MeinProspekt kann der Handel seine gedruckten Prospekten via Web und Mobile ortsbasiert ausspielen und so auch Werbeverweigerer ansprechen. Das Konzept gilt zwar als unspektakulär, weil es stark an die Offline-Welt angelehnt ist, aber es hat Erfolg. Kaufda verdient seit Jahren bereits Geld und zieht immer größere Etats von Aldi, Rewe und Co. an sich. Einnahmen erzielt es über die so genannte Prospektöffnung. Immer wenn ein Nutzer eine digitales Werbemittel anklickt, muss der Handel dafür eine Gebühr entrichten.

kress.de-Tipp: Wer als Kaufkandidat von Bonial gehandelt wird und wie Christian Gaisers Company den Aufstieg schaffte, erfahren Sie in der Story "Auf dem Zenit" von "kress pro"-Autor Guido Schneider. In der "kress pro"-Ausgabe 5/2017 (vom Juni 2017) können Sie auch nachlesen, welche Konkurrenten Gaiser ausschaltete und welche Schwachstellen sein Geschäftsmodell hat. Die Ausgabe gibt es in unserem Shop als E-Paper oder gedruckt - und im iKiosk.

"kress pro" - das Magazin für Führungskräfte bei Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. "kress pro"-Chefredakteur ist Markus Wiegand, Herausgeber Johann Oberauer. "Zum "kress pro"-Abo.

 

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