Funk läuft Jugend in der Fremde nach

21.08.2017
 

Vor acht Monaten haben ARD und ZDF ihr Content-Netzwerk Funk an den Start gebracht. Das Jugendangebot spielt seine Videos vor allem über fremde Plattformen aus und befindet sich wie seine Zielgruppe in der Selbstfindungsphase. Was Funk-Chef Florian Hagers größte Baustelle ist... 

Mit allen Mitteln suchen ARD und ZDF den Kontakt zur Social-Media-Generation, die sich vom Fernsehen weitgehend verabschiedet hat. Vor gut einem halben Jahr haben die Rundfunkanstalten das Content-Netzwerk Funk auf den Weg gebracht, das ganz und gar im Internet lebt und seine Web-Videos hauptsächlich über Youtube, Facebook, Snapchat und Instagram ausspielt. Programmgeschäftsführer Florian Hager tut dies in der Hoffnung, auf den großen Plattformen der US-Webindustrie die jugendliche Zielgruppe zu treffen.

Die Funk-Inhalte stammen großteils von Creatorn aus der Webvideo-Welt, auch Youtuber werden mit dem Geld des Beitragszahlers alimentiert, wenn sie bereits sind, für das Funk-Team etwas Neues zu produzieren. Pro Jahr kann Hager rund 45 Mio Euro ausgeben, um Jugendliche mit Formaten wie "Fickt euch", "Auf Klo", "Problemzone" oder "Musstewissen" zu locken.  

Die eigene App und Website spielt für Hager bislang keine große Rolle. Er will da sein, wo seine Zielgruppe ist und nimmt dafür auch die Abhängigkeit von Google und Co. in Kauf. Das schafft Abhängigkeiten. In "kress pro" muss Hager einräumen, dass ihm die US-Riesen keine Reichweitenzahlen für sein Angebot nennen. Das macht seinen eigenen Plänen einen Strich durch die Rechnung, denn der Funk-Chef will so schnell wie möglich tägliche, wöchentliche und monatliche Reichweiten für das rund 60 Formate umfassende Angebot vorlegen. Das ist nicht Hagers einzige Baustelle. Auch in Sachen Markenführung gibt es viel zu tun.

kress.de-Tipp: Wie Funk-Chef Florian Hager über das Verhältnis von Inhalt und Marke denkt und wie er zum Vorwurf steht, dass sein Content-Angebot Google, Facebook und Co. noch stärker macht, erfahren Sie in "kress pro" 5/2017 (im Juni erschienen). In der Story "Sonderbare Strategien" von "kress pro"-Autor Guido Schneider können Sie auch nachlesen, mit welcher überraschenden Forderung bigFM-Geschäftsführer Kristian Kropp an Florian Hager herantritt und was der Start der ARD Audiothek für den Radioplayer bedeutet. Die Ausgabe gibt es in unserem Shop als E-Paper oder gedruckt - und im iKiosk.

"kress pro" - das Magazin für Führungskräfte bei Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. "kress pro"-Chefredakteur ist Markus Wiegand, Herausgeber Johann Oberauer. "Zum "kress pro"-Abo.

Ihre Kommentare
Kopf

Kir

01.09.2017
!

dass die funk leitungsebene weder app noch die funk.net homepage interessiert, merken die user überdeutlich. die app ist nach mehreren updates vollkommen unbrauchbar geworden; serien, die man nach 22 uhr wenigstens im web sehen konnte, werden da auch nicht zuverlässig ab 22 uhr angezeigt - manchmal auch einfach gar nicht. was ist da eigentlich los, wann plant man dort die behebung all der bugs, welche/r journalist/in schreibt mal was darüber?


X

Kommentar als bedenklich melden

 
×

Bestätigung

Dieser Kommentar wurde erfolgreich gepetzt.

×

Oooooooooops

Beim Petzen trat ein Fehler auf. Versuchen Sie es bitte noch einmal.

Inhalt konnte nicht geladen werden.