"Deutschland-Essay" erscheint an diesem Samstag: Tiefe Einblicke in ein Land vor der Wahl

 

Die "Pragmatikerrunde" ist ein kleiner Kreis von Chefredakteuren bei Regionalzeitungen, der sich über Verlagsgrenzen hinweg austauscht. Und gemeinsam auch neue Projekte ausprobiert - wie das achtseitige, lesenswerte "Deutschland-Essay", das an diesem Samstag den beteiligten Zeitungen beiliegt.

Wenn sich Michael Bröcker (Chefredakteur "Rheinische Post"), Ralf Geisenhanslüke ("Neue Osnabrücker Zeitung"), Wolfram Kiwit ("Ruhr Nachrichten"), Stefan Hans Kläsener (Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag), Jost Lübben ("Westfalenpost") und Horst Seidenfaden ("Hessische Niedersächsische Allgemeine") treffen, dann wird Klartext gesprochen, ohne Tabus. Zwanglos, offen und ehrlich tauschen sich die Chefredakteure über gelungene und auch mal missratene Projekte aus. Ziel, immer: besser werden.

In der "Pragmatikerrunde" werden aber auch gemeinsame Projekte koordiniert. Das erste Projekt war eine gemeinsame Serie zur Flüchtlingspolitik, die in den beteiligten Zeitungen auf Doppelseiten erschien, dann kamen die "Inselhelden", bei denen sie gemeinsam eine Woche lang die Lokalredaktion in Föhr übernahmen und Lokaljournalismus gemacht haben. Im Vorjahr startete auch der "Reportertausch", bei dem jedes Medienhaus zwei Reporter für eine Woche in eine Lokalredaktion des anderen Medienhauses entsandte, um einen neuen Blickwinkel, eine neue Sichtweise in die Zeitung und die Online-Ausgabe zu bringen.

Am Samstag, vier Wochen vor der der Bundestagswahl, erscheint nun das "Deutschland-Essay": "Was treibt die Wähler um? Ein Team aus sechs Redaktionen war unterwegs, um Stimmen und Stimmungen einzufangen. Sie stiegen als Zuhörer ins Taxi, befragten Christen in der CDU, gingen auf Spurensuche bei Deutschtürken und diskutierten bei Facebook und an den Stammtischen der Republik", heißt es direkt auf der Titelseite.

"Zieht los und schreibt einen Essay vor der Wahl", lautete der Auftrag der Chefredakteure an ihre Reporter, die sich bereits vom "Reportertausch" kannten. Im Editorial heißt es dazu: "Aus den "Tausch-Reportern" entstand ein Team, das sich aufmachte, um losgelöst von der Kurzatmigkeit der Tagespolitik eine große Deutschland-Geschichte zu erzählen. Am Stammtisch, auf dem Berg, im Taxi, an der einstigen innerdeutschen Grenze - die Kolleginnen und Kollegen haben vor allem Menschen im Lande gut zugehört", danken die Chefredakteure ihrem Team, zu denen Florian Hagemann ("Hessische Niedersächsische Allgemeine"), Hendrik Schulz ("Westfalenpost"), Tobias Jöhren ("Ruhr Nachrichten"), Jens Stubbe ("Westfalenpost"), Merle Sievers ("Rheinische Post"), Maja Yüce ("Hessische Niedersächsische Allgemeine"), Andreas Gruhn ("Rheinische Post"), Wiebke Karla ("Ruhr Nachrichten"), Delf Gravert (Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag), Carla Schnettler ("RheinischePost"), Jean-Charles Fays ("Neue Osnabrücker Zeitung") und Kay Müller (Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag).

kress.de-Kurzfazit: Ein so intensiver, über Verlagsgrenzen hinweg arbeitender Reporterpool ist bislang einmalig. Die Beilage ist ein Gewinn für alle Leser, weil so Geschichten ins Blatt kommen, die ungewöhnlich sind und einen unverfälschten Blick auf das Land vor der Bundestagswahl zulassen. Wer nicht im Verbreitungsgebiet der Zeitungen lebt - die dazu gehörige Website DeutschlandEssay wird an diesem Samstag freigeschaltet.

Ihre Kommentare
Kopf
Kressköpfe dieses Artikels
  • Noch kein kresskopf?

    Logo
    Dann registrieren Sie sich kostenlos auf kress.
    Registrieren
Inhalt konnte nicht geladen werden.