ZDF-Comedian Ralf Kabelka: "Meine Mutter wollte mich immer in der Tagesschau sehen"

 

Sonst sieht man ihn als Außenreporter für Oliver Welke in der "heute show" des ZDF und als Sidekick von Jan Böhmermann im "Neo Magazin Royale" (ZDF neo). Um die dortige, sommerpausenbedingte Wartezeit bis zum Wiedersehen auf dem Bildschirm zu überbrücken, kann man sich auf jetzt auf YouTube ein Talkvideo mit Ralf Kabelka anschauen. Im Interview mit Journalismus-Professor Frank Überall gibt er amüsante, aber auch ernsthafte Einblicke in sein Berufsleben.

"Meine Mutter sagte immer: Ich wünsche mir, dass du eines Tages in der Tagesschau einen Kommentar sprichst", erklärte Ralf Kabelka auf der Bühne des Kölner Klüngelpütz-Theaters: "Ich glaube, sie versteht bis heute nicht so richtig, was ich mache. Aber ich habe es aufgegeben, meinen Eltern meinen Beruf zu erklären."

Der Comedian zeigte sich in dem rund 20-minütigen Talk hintergründig, musste sich aber genauso wie der Moderator auch dem vorgegebenen, albernen Thema unterordnen: Studierende der HMKW Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (Köln, Berlin, Frankfurt/Main) hatten im Rahmen einer "Journalissimo-Revue" den Talk vorbereitet. Das Konzept hatten der Kameradozent Hans Hausmann gemeinsam mit den Journalismus-Professoren Hektor Haarkötter und Frank Überall organisiert.

Das Publikum hatte die Auswahl zwischen verschiedenen, überraschenden Themenvorgaben. Sie entschieden sich letztlich für das populistische Thema "Sex". "Eine der merkwürdigsten Erfahrungen meines Lebens", sagte Ralf Kabelka: "Wenn ich das meinen Kollegen erzähle, das glaubt mir keiner! Und wenn meine Mutter das sieht...: Nicht in der Tagesschau und dann hier so'n Sextalk mit dem Vorsitzenden des Deutschen Journalisten-Verbands...." Vielleicht werde er Überall in einer ZDF-Show dafür bestrafen, erklärte Kabelka: "Mal gucken, muss ich mir noch überlegen."

"Ich habe weder Sex mit Oliver Welke noch mit Jan Böhmermann", stellte der Comedian klar: "Zumindest interpretiere ich es nicht als Sex." Kabelka war als Autor schon in verschiedenen erfolgreichen TV-Formaten aktiv, unter anderem bei Harald Schmidt. "Ich erfülle die klassischen Voraussetzungen für einen Comedy-Autor: Ich trage eine Brille und habe erfolgreich mein Studium abgebrochen", erläuterte er auf der Klüngelpütz-Bühne.

Angesprochen auf seine Kunstfigur Udo Brömme, mit der er vor einigen Jahren als Politiker aufgetreten ist, verwies Kalbelka auf sein entsprechendes Buch mit dem Titel "Zukunft ist gut für alle". Die Rolle für ihn sei vom Team bei einer Show von Harald Schmidt entwickelt worden: "Du hast so die typische CDUler-Visage - mach du das mal!"

Hintergrund Hochschul-Talk Klüngelpütz-Theater

"Uns ist es an der HMKW Hochschule wichtig, Studierenden auch die Möglichkeit zu geben, praktische Projekte zu realisieren", beschreibt Frank Überall. Die Gruppe von Freiwilligen habe sich nach den Seminaren an der Hochschule getroffen und ein abendfüllendes Programm entworfen, selbst aufgeführt und es als Video aufgezeichnet. Die Bühne des Kölner Klüngelpütz Theaters wird von dessen Chefin Marian Barth für die Hochschule gratis zur Verfügung gestellt - weil Überall dort neben Professur sowie Bundesvorsitz bei der Journalistengewerkschaft DJV seit sechs Jahren mit Barth als Kabarettist auftritt.

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