"Wir fragen unsere kressköpfe": Warum Dirk Grosse noch heute von den Erfahrungen bei 1860 München profitiert

 

Als echter Sportsmann will sich Dirk Grosse, Vice President Sky Sport News HD, das Jammern nicht leisten. Seine Leidensfähigkeit hat der Senderchef des Free-TV-Schaufensters der großen Pay-Plattform unter anderem als ehemaliger Pressechef des Münchner Chaos-Traditionsvereins TSV 1860 unter Beweis gestellt. Auch bei Wind und Wetter reißt er frühmorgens seine Jogging-Kilometer runter, wie er im kress.de-Interview verrät.

kress.de: Herr Grosse, dass im Sportbereich bekannte Gesichter gerne mal von Sender zu Sender wechseln, ist bekannt. Wie familiär fühlt es sich für Sie an, wieder mit Jörg Wontorra zusammenzuarbeiten? Sie hatten mit ihn beim Sport1-Talk "Doppelpass" ja schon früher lange mitbetreut.

Dirk Grosse: Es fühlt sich sehr vertraut an. Wir haben sechs Jahre zusammengearbeitet, was gut und gerne 250 "Doppelpass"-Sendungen umfasst. Eine außergewöhnlich tolle Zeit.

kress.de: Wie viel Testosteron liegt in der Luft, wenn Sie mit Ihrem Teams im Talk den Spieltag Revue passieren lassen?

Dirk Grosse: Testosteron wäre vielleicht nicht ganz so gut, aber sehr viel Energie und Leidenschaft für den Sport. Das Team von Sky Sport News HD arbeitet 365 Tage, 24/7. Unser Motor läuft immer.

kress.de: Sky Sport News HD hat in den vergangenen Monaten - durch den Schritt ins Free-TV - eine beeindruckende Entwicklung hingelegt. Fühlt es sich für Sie jetzt stärker an, einen "richtigen" Sportsender zu leiten?

Dirk Grosse: Ob Pay oder Free, macht da für mich keinen Unterschied. Der Sender war schon immer ein Sportsender. Es fühlt sich aber sehr gut an, für ein Produkt verantwortlich zu sein, dass immer mehr Zuschauer für sich entdecken. Bester Beleg dafür ist das mit insgesamt 3,4 Millionen Zuschauern reichweitenstärkste Wochenende der Sendergeschichte, das wir erst gerade hinter uns haben.

kress.de: Immer öfter zeigt der bisherige reine Nachrichtensender auch Spielübertragungen und längere Berichte. Wo liegt für Sie die Grenze, um den bestehenden Pay-Angeboten nicht zu viel Konkurrenz zu machen?

Dirk Grosse: Als Free-TV-Sender steht Sky Sport News HD nicht in Konkurrenz zum Pay-Angebot von Sky Sport. Wir haben immer gesagt, dass Sportnachrichten die DNA des Senders sind und bleiben werden, es aber immer mal wieder auch Live-Übertragungen und Highlight-Magazine geben wird. Damit liefern wir ein Angebot für die Zuschauer, die noch keine Sky-Kunden sind und so das Programm von Sky Sport besser kennenlernen können. Wir sind der gut schmeckende Aperitif, der Lust auf das komplette Menü macht.

kress.de: Sie haben vor Ihrem Wechsel ins Fernsehgeschäft schon viele Stationen durchlaufen - auch als Vereinssprecher. Wie viel Leidensfähigkeit und Ausdauer kann man beim TSV 1860 erlernen?

Dirk Grosse: Um etwas in einem Klub wie Sechzig bewirken zu können, inmitten von Misserfolgen und Rückschlägen wie unter anderem der Stadionskandal 2004, braucht es eine gewisse Leidensfähigkeit sowie Ausdauer. Keine Frage. Ich erinnere mich noch gut an den 9. März 2004 (Verhaftung Wildmoser senior und junior) und an die Zeit danach. Da hatte ich irgendwann 132 Arbeitstage in Folge auf der Uhr, ohne zwischendurch einen einzigen Tag frei zu haben. Da habe ich mich schon gefragt, ob ich das meiner Familie und mir noch weiter zumuten will. Die Saison 2004/2005 habe ich noch mitgemacht, bevor mich dann Axel Balkausky zum "Doppelpass" geholt hat.

kress.de: Nichts dürfte mehr schlauchen als der Rundum-Betrieb als Nachrichtensender. Wie halten Sie ihre Mannschaft fit und auch an anstrengenden Tagen mit turbulenten News-Lagen bei der Stange?

Dirk Grosse: 24/7 im Schichtbetrieb verlangt viel ab. Wir haben zum Glück ein großartiges Team, das mit einzigartiger Leidenschaft diesen Job ausübt. Anders würde es auch gar nicht gehen.

kress.de: Wenn Sie auf Ihre eigene Karriere zurückblicken: Wo haben sie am meisten gelernt und welche Erfahrung hilft auch an stressigen Senderchef-Tagen?

Dirk Grosse: Die Erfahrungen beim TSV München von 1860 haben mir sicherlich sehr geholfen, in Situationen, die einen enormen Druck auf einen ausüben, Ruhe zu bewahren, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Wenn sie wie ich damals als Löwen-Pressesprecher u.a. einen Abstieg, einen Stadionskandal, die Wildmoser-Verhaftung und mehrere Trainerentlassungen erleben mussten, dann hilft keine Panik, sondern Besonnenheit und Klarheit im Kopf. Diese Erfahrung ist goldwert für alles, was danach kam und noch kommen wird. 

kress.de: Mehrere Bälle gleichzeitig in der Luft zu halten, erfordert Kraft, Geschicklichkeit und einen beweglichen Geist: Wie laden Sie eigentlich Ihre Batterien immer wieder auf?

Dirk Grosse: Ich jogge knapp 50 Kilometer die Woche. Morgens um 5:30 Uhr bei Wind und Wetter. Da tanke ich auf.

 kress.de: Sie haben schon länger ein "kressköpfe"-Profil angelegt. Wie wichtig ist es für die Arbeit in Ihrem Netzwerk?

Dirk Grosse: Wenn man wie ich in der Kommunikations- und Medienbranche sein Zuhause gefunden hat, dann gehört netzwerken dazu. Und ein schlauer Mensch hat mal gesagt: Beziehungen schaden nur dem, der keine hat.

kress.de: Mit welchem Geschäfts- oder Kooperationspartnern, Querdenkern oder Kreativköpfe würden Sie sich - idealerweise über die "kressköpfe" - gerne einmal zu einem Mittagstermin verabreden?

Dirk Grosse: Interessant wäre für mich ein Mittagessen mit Amir Kassaei, dem internationalen Kreativchef der Werbeagentur DDB. Ein interessanter Typ mit einer spannenden Vita und dazu noch ein großer Fußballfan.

kress.de: Welche Neuigkeiten und beruflichen Inspirationen ziehen Sie aus Ihrer Lektüre von kress.de und "kress pro"?

Dirk Grosse: kress.de hat sich im Laufe der Jahre immer wieder gewandelt, aber bleibt ein täglicher Begleiter. Bei "Köpfe" schaue ich regelmäßig nach und ich halte mich mit den News auf dem Laufenden. Ein kreativer Einfall kann dadurch durchaus entstehen.

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