Sie wechselt vom BR zum RBB: Bettina Schön wird Redaktionsleiterin des neuen ARD-"Mittagsmagazin"

 

Ein Traditionsbruch - mit Linien der Konstanz: Wie kress.de vorab erfahren hat, wird Bettina Schön, 41, bislang stellvertretende Redaktionsleiterin der renommierten ARD-Sendung "Mittagsmagazin", auch künftig für das Format tätig sein - dann sogar als Redaktionsleiterin. Die bisherige BR-Mitarbeiterin geht dafür zum rbb, der das "Mittagsmagazin" ab 1. Januar produzieren wird. Sie hat den Dienstort bereits gewechselt.

 Wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg kress.de aktuell bestätigte, hat Bettina Schön jetzt schon ihre neuen Aufgaben bei der ARD-Anstalt in der Hauptstadt übernommen. Die bisherige stellvertretende Redaktionsleiterin sei bereits in die Vorbereitungen des neuen Magazins involviert, das dann unter rbb-Oberhoheit erscheinen wird, heißt es bei Schöns neuem Arbeitgeber.

Die 41-Jährige stand bisher in Diensten des Bayerischen Rundfunks, wo Bettina Schön zuletzt als stellvertretende Redaktionsleiterin des "Mima" arbeitete. Ihre journalistische Laufbahn begann sie während ihres Studiums in München als freie Zeitungsautorin unter anderem für die "Süddeutsche Zeitung". Ihr Volontariat absolvierte sie beim NDR. Als Reporterin und Redakteurin arbeitete sie für "Panorama", die "Tagesschau"-Zulieferung und die Auslandsredaktion - sie berichtete für die ARD unter anderem aus Singapur, Peking und London. 2013 wechselte sie in die Redaktion des "Mittagsmagazins".

Wie viele weitere bisherige BR-Mitarbeiter das traditionsreiche Magazin bei dem Anstalt-Wechsel begleiten werden, ist noch offen. Derzeit laufen beim rbb offenbar noch die entsprechenden Bewerbungsgespräche. Auch wer das "Mittagsmagazin" in der rbb-Verantwortung künftig moderieren wird, steht noch nicht fest und wird vom Sender erst in den nächsten Wochen bekannt gegeben.

Eines steht kress.de-Informationen zufolge allerdings schon fest: Klemens Hübner, amtierender "Mittagsmagazin"-Redaktionsleiter und damit bislang Bettina Schöns Vorgesetzter, wird nicht zum rbb wechseln, wie das Bayerische Fernsehen bestätigte. "Klemens Hübner ist einer der renommiertesten Journalisten unseres Hauses und organisiert momentan den Übergang und die Integration seines exzellenten Teams in die neue, trimediale Struktur des BR", heißt es beim BR auf kress.de-Anfrage.

Hintergrund: Auf Entscheidung des BR-Intendanten Ulrich Wilhelm, der derzeit in seinem Haus kräftig sparen muss und die ARD-Anstalt in Richtung der viel beschworenen Trimedialität umbaut, hat der BR die Verantwortung für das ARD-"Mittagsmagazin", das er noch bis zum Jahreswechsel produziert, an die Schwesteranstalt rbb (Intendantin: Patricia Schlesinger) abgegeben. Durch den Wechsel lassen sich angeblich Spareffekte von jährlich zwei Mio Euro erzielen, wie unlängst in der "SZ" zu lesen war. Allerdings hat der freiwillige Verlust des Vorzeigeformats beim BR auch zur Verwunderung - und für Verunsicherung bei den Mitarbeitern - geführt. Nicht wenige BR-Mitarbeiter fürchten etwa einen Verlust gesamtdeutscher Bedeutung für das Münchner Haus.

Das "Mittagsmagazin" wird seit dem 2. Oktober 1989 im wöchentlichen Turnus wechselnd von der ARD und dem ZDF ausgestrahlt. Es ist von Montag bis Freitag jeweils von 13.00 bis 14.00 Uhr zu sehen. Das ARD-Mittagsmagazin wird bislang von Hannelore Fischer (Vertreter: Stefan Schneider oder Petra Schwarzenberg) moderiert, das ZDF-Mittagsmagazin von Norbert Lehmann und Christian von Ungern-Sternberg im Wechsel (Vertreter: Kay-Sölve Richter). Nach dem Jahreswechsel wird das "Mittagsmagazin", auch die ARD-Ausgabe, im ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin aufgezeichnet.

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