Podcast "Am Konferenztisch": Ebner-Zeitungen experimentieren zur Bundestagswahl

 

An den Konferenztisch bitten "Südwest Presse" und "Märkische Oderzeitung" zur Bundestagswahl. Der Podcast der beiden Ebner-Titel ist ein weiterer Beleg dafür, dass Deutschlands Zeitungen bereit für Experimente sind - und auch auf Audio setzen.

Mit "Chancen für Verlage im Audiomarkt" beschäftigt sich auch das aktuelle Dossier von "kress pro".

Bei der "Südwest Presse" und der "Märkischen Oderzeitung" heißt das vor allem - einfach experimentieren. In "Am Konferenztisch" unterhalten sich Ulrike Sosalla, Nachrichtenchefin der Südwest Presse in Ulm, Dietrich Schröder, Korrespondent der "Märkischen Oderzeitung" in Frankfurt an der Oder und Guido Bohsem, Leiter der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft, vor allem über Kanzlerin Merkel und Herausforderer Schulz.

Dabei übernimmt Bohsem, früher bei der "Süddeutschen Zeitung", die Rolle des Gastgebers, der aber mehr ist als nur Fragesteller; Bohsem schaltet sich immer wieder selbst ein, hinterfragt und nimmt auch persönlich Stellung. Interessant sind die unterschiedlichen Sichtweisen, die Sosalla, die von Ulm aus mitdiskutiert, und Dietrich Schröder, der sich Frankfurt an der Oder aus meldet, in das Gespräch einbringen.

Den Podcast hat die "Südwest Presse" bislang "zurückhaltend" beworben, sagt Chefredakteur Ulrich Becker auf Nachfrage von kress.de: "Wir haben noch keine Erfahrungswerte. Ich bin einfach zufrieden, dass wir als einer der ersten Regionalverlage auch einen solchen Kanal anbieten können und will mit diesen Erfahrungen ein regelmäßiges Format bauen, das sich zunächst in 14-tägigem Abstand mit unterschiedlichen mit Themen beschäftigt", macht Becker klar. Was daraus wird, stehe noch nicht fest. "Aber das ist doch das Spannende an den digitalen Kanälen: Man kann vieles probieren, das früher unmöglich erschien. Die Kollegen selber haben zumindest großen Spaß dabei, sich über den Wahlkampf zu unterhalten", so Ulrich Becker zu kress.de.

In der aktuellen Folge sprechen die drei Journalisten auch über die Rolle der Medien während des Bundestagswahlkampfes. "Den Medien geht es ja so wie Martin Schulz. Wir müssen unser großes Thema erst einmal finden. Ich hatte in diesem Jahr das Gefühl, dass es in diesem Jahr sehr lange gedauert hat", so Ulrike Sosalla. Sie kritisiert, dass in den letzten Wochen vor der Wahl keine Sendung ohne Vertreter der AfD ausgekommen sei. "Medien haben einen besseren inhaltlichen Wahlkampf geliefert als die Politiker", sagt dagegen Dietrich Schröder. "Wir haben nicht genug gemacht", bedauert Guido Bohsem.

kress.de-Tipp: Hier geht es zum Podcast "Am Konferenztisch" von "Südwest Presse", "Märkische Oderzeitung" und Neue Berliner Redaktionsgesellschaft, dem zentralen Mantel-Dienstleister der beiden Zeitungen. Erst kürzlich hatte "kress pro" zuerst gemeldet, dass Ellen Hasenkamp, bislang stellvertretende Chefredakteurin der Nachrichtenagentur AFP, als Chefkorrespondentin zur Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft wechselt.

Hinweis: Das Dossier "Podcast und Co.: Neue Chancen im Audiomarkt" kann im Onlineshop von Newsroom.de bestellt werden.

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