kress.de: Wie war die Reaktion der Parteien, als Sie mit der ungewöhnlichen Anfrage an sie herangetreten sind?

Raoul Löbbert: So positiv, dass es uns selbst überrascht hat. Die meisten Werbeagenturen und ihre jeweilige Parteien waren so angetan von der Idee, dass sie gleich zugesagt haben, sich mit einem Entwurf zu beteiligen.

kress.de: Neben der AfD macht ausgerechnet die CDU nicht mit. Wissen Sie, warum?

Raoul Löbbert: In einem Statement hat die CDU ihre Absage damit begründet, dass sie aus Respekt vor der Religion es für keine vernünftige Kategorie halte, Jesus Christus als Spitzenkandidat abzubilden. Das kam überraschend. Kurz zuvor noch hatten wir eine Zusagen aus der Partei erhalten. Die Gründe für den spontanen Sinneswandel entziehen sich meiner Kenntnis. Aber natürlich hätte uns gefreut, dass ausgerechnet der CDU etwas mehr zu Jesus Christus eingefallen wäre.

kress.de: Wie sind die ersten Reaktionen Ihrer Leser auf die ungewöhnlichen Plakate?

Raoul Löbbert: Bislang sind die Reaktionen sehr positiv. Besonders im Netz werden die Plakate viel geteilt und viel kommentiert. Das die CDU nicht dabei ist, empfinden vieler unserer Leser als bedauerlich.

kress.de: Viele Journalisten beklagen, dass der Bundestagswahlkampf diesmal besonders langweilig gewesen sei. Mit welchen Themen haben die Parteien versucht, speziell aktive Christen anzusprechen?

Raoul Löbbert: Das Thema Religion spielte in diesem Wahlkampf sicherlich eine größere Rolle als früher. Das hängt auch damit zusammen, dass Angela Merkel ihre Flüchtlingspolitik besonders zu Anfang immer wieder aus einer dezidiert christlichen Haltung begründet hat. Das war stilbildend, gleichwohl sie bei den konservativen Christen damit angeeckt ist. In der Folge haben immer mehr Politiker mit religiösen Bekenntnissen zu punkten versucht. Besonders deutlich war das im Fernsehduell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz zu beobachten. Da haben beide recht freimütig über ihre letzten Kirchenbesuche gesprochen. Vor einigen Jahren noch wäre man im Wahlkampf wesentlich zurückhaltender gewesen.

kress.de: Und wer hat das aus Ihrer Sicht am besten gemacht?

Raoul Löbbert: Demoskopen lagen in letzter Zeit gerne falsch. Das gilt mehr noch für Journalisten, die sich zu Prognosen hinreißen lassen. Ich sage mal so: Viele Christen sind in der Flüchtlingshilfe engagiert und teilen die liberale Position ihrer Kirchen in diesem Punkt. Diese Position ist mit der Angela Merkels in vielen Punkten identisch.

Die Fragen an Raoul Löbbert, Redaktionsleiter von "Christ und Welt", einer Beilage der "Zeit", stellte kress.de-Chefredakteur Bülend Ürük.

Ihre Kommentare
Kopf

Detlev F. Neufert

24.09.2017
!

Noch bescheuerter geht es wohl nicht. Der Sohn Gottes als Bundeskanzler. Das zeigt nur, wie wenig Ahnung die Leute von Chirst&Welt haben, wer dieser Jesus wirklich war.


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