Weltverband der Zeitschriftenverleger FIPP mit neuem Chairman: Verleger Reisch übergibt an Ralph Büchi

 

Der Schweizer Medienmanager Ralph Büchi, seit 1. Juni COO der Schweizer Ringier-Gruppe und CEO Ringier Axel Springer Schweiz, ist neuer Chairman von FIPP, dem Weltverband der Zeitschriftenverleger. Büchi folgt auf den Stuttgarter Verleger Erwin Fidelis Reisch, der dem FIPP-Board weiterhin als Schatzmeister angehören wird.

Büchi wurde unter großem Applaus am Ende des FIPP-Weltkongresses in London den zahlreichen internationalen Besuchern vorgestellt: "Der FIPP kommt als globale Plattform für Print- und digitale Medien gerade in diesen Zeiten des Umbruchs eine wichtige Rolle zu. Ich freue mich sehr, meine Erfahrungen im internationalen Mediengeschäft als Chairman vielleicht noch etwas stärker einzubringen, als ich das bis anhin bereits tun konnte und die Organisation dabei zu unterstützen, sich strategisch für die Zukunft auszurichten. Mir ist es ein wichtiges Anliegen, gemeinsam mit meinen Verbandskollegen bestmögliche Rahmenbedingungen für Medienunternehmen weltweit zu schaffen", verspricht Büchi.

Ralph Büchi startete 1978 seine berufliche Laufbahn als Journalist unter anderem bei der "Handelszeitung", der größten Wirtschaftszeitung der Schweiz. Später wurde er Vorsitzender der Geschäftsleitung der Handelszeitung und Finanzrundschau AG in Zürich. 1999 verkaufte Büchi die Kapitalmehrheit an Axel Springer. Nach der Fusion der Verlagsgruppe Handelszeitung mit der Jean Frey AG sowie mehreren Zukäufen im Programmzeitschriften- und Online-Bereich wurde er CEO und Delegierter des Verwaltungsrates von Axel Springer Schweiz. Im Januar 2008 übernahm er zusätzlich die Funktion des President Axel Springer International und im Juli 2010 zusätzlich die Funktion des Verwaltungsratspräsidenten des Joint Ventures Ringier Axel Springer Media AG. Von 2012 bis 2014 war Büchi Mitglied des Vorstands der Axel Springer SE, verantwortlich für den Bereich Internationales.

Wichtiges Thema in London war auch die Pressefreiheit. So hatte FIPP seinen Kongress extra nach London verlegt, obwohl er eigentlich in Polen stattfinden sollte. Dem Vorstand war die Sorge angesichts des politischen Drucks auf Medienhäuser zu groß. In Polen gibt es in der Politik Überlegungen, ausländische Eigentümer ähnlich wie in Russland nur als Minderheitseigentümer zuzulassen. Solch ein Gesetz hätte gerade für in Polen engagierte deutsche Medienhäuser wie die Passauer Neue Presse, Bauer Media Group oder Ringier Axel Springer massive Auswirkungen, sie müssten sich von einem großen Teil ihrer Medien trennen. 

Im Gespräch mit kress.de verhehlt Büchi nicht, dass er es persönlich bedauert, dass der FIPP-Kongress nicht in Polen stattfindet: "Ich freue mich, in London zu sein, aber ich hätte mir sehr gut vorstellen können, diese Veranstaltung gerade jetzt in Warschau durchzuführen." Büchi ist überzeugt: "Unser eigenes Unternehmen, Ringier Axel Springer Media, ist Beleg für die Bedeutung des polnischen Marktes: Wir haben beinahe 1800 Mitarbeiter in Polen, alle Chefredakteure und Journalisten sind Polen. Das Unternehmen befindet sich zu je 50 Prozent in der Hand von schweizerischen und deutschen Eigentümern, Ringier und Axel Springer. Und wir folgen in Polen unseren selben Werten eines unabhängigen und fairen Journalismus wie in der ganzen Welt."

Büchi, der in London auch Medienmanager aus Deutschland wie Gruner+Jahr-Chefin Julia Jäkel begrüßen konnte, die eine mit großem Applaus bedachte Keynote am Mittwochmorgen hielt, ist überzeugt, dass sein Haus auch in Zukunft in Polen Medien verlegen wird: "Davon gehen wir fest aus. Polen ist ein europäisches Land, Mitglied der Europäischen Union und wir glauben daran, dass Polen sich an die in der EU geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen halten wird. Dazu gehört eben auch die Pressefreiheit, die Unabhängigkeit der Medien und auch der Schutz ausländischer Investitionen."

Wie groß die Sorge vor dem politischen Einfluss ist, bewies in London die bewegende Rede von Jerzy Baczyński vom Magazin "Polityka". Büchi betont im kress.de-Gespräch aber, dass es keine Pläne in der Schublade gebe, wenn die polnische Politik tatsächlich den Marktzugang beschränken sollte: "Nein es gibt keinen Plan B, weil wir uns nicht vorstellen können und wollen, dass dieser rechtliche Rahmen nicht eingehalten wird", macht Büchi klar.

Hauptamtlicher FIPP-Geschäftsführer und Präsident ist James Hewes, dem Management Board gehören zudem als Officers an VDZ-Geschäftsführer Stephan Scherzer; Pierre Lamunière von Edipresse Schweiz; 

Frederic Kachar, von Editora Globo S.A. Brasilien, Rolf Heinz, von Prisma Media und Präsident Gruner+Jahr International Europa; Tom Bureau, CEO von Immediate Media Co, Großbritannien (gehört zu Hubert Burda), Aroon Purie, Chairman & Editor-in-Chief von The India Today Group (ITG) sowie Barry McIlheney, CEO von Professional Publishers Association (PPA) Großbritannien. 

Dem FIPP-Director-Board gehört außerdem unter anderem Eckart Bollmann, CEO von Hubert Burda International, an.

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