Watson.de soll T-Online ergänzen: Ströer startet Newsportal für junge Zielgruppe

 

Ströer baut sein Engagement im Geschäft mit Inhalten weiter aus. Im April 2018 soll ein neues Angebot für eine junge Zielgruppe unter der Marke watson.de starten - mit 20 Redakteuren. Dies sagte Marc Schmitz, CEO der Ströer Content Group, am Rande eines Interviews mit "kress pro".

Ströer hatte 2015 das Portal T-Online gekauft und war damit in größerem Stil ins Geschäft mit Inhalten vorgestoßen. "Mit Watson wollen wir vor allem Millennials erreichen", sagte Schmitz. Man habe auch geprüft, unter der Marke T-Online gezielt jüngere Nutzer anzusprechen, sei aber zum Schluss gekommen, dass die Zielgruppe "eine eigene Ansprache" brauche. "T-Online konzentriert sich weiter auf die Zielgruppe der User ab 35 Jahre", so Schmitz.

Insgesamt stellt Ströer 25 Mitarbeiter für das Projekt an, darunter 20 Redakteure. Die Ausschreibungen für die Stellen laufen derzeit an. Auch ein Chefredakteur wird noch gesucht. T-Online, das von dem Ex-"Spiegel-Online"-Chef Florian Harms geführt wird, soll mit Watson eng kooperieren, redaktionell sollen beide Marken aber getrennt geführt werden.

Für den Start von watson.de hat Ströer die Markenrechte für Deutschland, die Technologie und den konzeptionellen Ansatz bei der Schweizer FixxPunkt AG, der Betreiberin von watson.ch lizenziert. "Die Reichweite und die Markenbekanntheit von watson.ch haben uns überzeugt", sagte Marc Schmitz. Watson war Anfang 2014 gestartet und zielt mit einem Mix aus Unterhaltung und Information auf eine junge, mobile Zielgruppe. Im kleinen Deutschschweizer Markt verzeichnet das Portal drei Jahre nach dem Start rund 390.000 Downloads der App und erreichte im August laut der offiziellen Reichweitenmessung Net Metrix rund 1,3 Mio. Unique Clients mit insgesamt 9,8 Mio. Visits und 83 Mio. Page Impressions. Die zwei Schwesterportale watson.ch und watson.de wollen eng zusammenarbeiten.

Wirtschaftlich ist das Portal watson.ch bisher hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Eigner Peter Wanner, einer der größten Regionalzeitungsverleger der Schweiz, investierte in den vergangenen drei Jahren einen tiefen zweistelligen Millionenbetrag in das Projekt, das der Journalist Hansi Voigt zunächst initiiert und geleitet hatte. Nach internen Querelen hatte Michael Wanner, Sohn der Verlegerfamilie Wanner, im Frühjahr 2016 die Geschäftsführung übernommen.

Hintergrund: Ströer verkaufte ursprünglich Außenwerbung. In den vergangenen Jahren baute das Unternehmen sein Geschäft jedoch um und investierte massiv in digitale Geschäftsmodelle. Im Zuge dieses Umbaus hatte Ströer 2015 das Portal T-Online von der Telekom gekauft. Das Unternehmen erwirtschaftete 2016 einen Umsatz von 1,12 Mio. Euro. Fast die Hälfte davon (515 Mio. Euro) trug der Geschäftsbereich digital dazu bei.​

kress.de-Tipp: Das Interview mit Marc Schmitz, CEO der Ströer Content Group, erscheint in "kress pro" Ausgabe 9/2017 im November. Die aktuelle Ausgabe 8/2017 gibt es in unserem Shop als E-Paper oder gedruckt - und im iKiosk. Per E-Mail kann sie unter vertrieb(at)oberauer.com bestellt werden.

"kress pro" - das Magazin für Führungskräfte bei Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. "kress pro"-Chefredakteur ist Markus Wiegand, Herausgeber Johann Oberauer. "Zum "kress pro"-Abo.

Ihre Kommentare
Kopf
Weitere Beiträge zu diesem Thema
Inhalt konnte nicht geladen werden.