Bei der "Süddeutschen Zeitung": Gauck-Sprecherin Ferdos Forudastan soll Nachfolgerin von Heribert Prantl werden

 

Bei der "Süddeutschen Zeitung" bahnt sich ein echter Personal-Scoop an. Nach Informationen von kress.de soll die Journalistin Ferdos Forudastan, bis Mitte März 2017 Sprecherin von Bundespräsident Joachim Gauck, Nachfolgerin von Heribert Prantl werden und die Leitung des Ressorts Innenpolitik übernehmen. Prantl hat sie nach kress.de-Infos sogar persönlich für die Aufgabe vorgeschlagen.

Die Zustimmung der „Impressionisten“ soll bereits Ende dieses Monats erfolgen; Forudastan soll die neue Aufgabe schon in den kommenden Monaten antreten.

Das Redaktionsstatut der "Süddeutschen Zeitung" sieht vor, dass neue leitende Redakteure und Mitglieder der Chefredaktion von einem Gremium bestätigt werden müssen.

Im Fall von Forudastan scheinen die "Impressionisten" dem Vorschlag von Heribert Prantl äußerst gewogen zu sein. Erstens ist es da Heribert Prantl, der seine Nachfolge persönlich und entschlossen regeln möchte und dabei von der Redaktionsleitung unterstützt wird. Zudem erfüllt Forudastan alle wesentlichen Voraussetzungen, die an die Führung des Ressorts gestellt werden. Sie gilt als klug, intelligent und durchsetzungsstark, schreibt brillant, kann Teams führen und kennt das politische Geschehen im Land von allen Seiten. Für sie steht stets das Thema im Mittelpunkt, nicht sie selbst als Person. Bei den Korrespondenten in der Hauptstadt genießt Ferdos Forudastan, die mit Michael Vesper, dem Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Olympischen Sportbundes, verheiratet ist, einen exzellenten Ruf. Dass Forudastan auch noch einen Migrationshintergrund hat, der die "SZ"-Führung auf einem Schlag vielfältiger und moderner erscheinen lässt, schadet zumindest aus Sicht der Redaktion nicht.

Heribert Prantl bleibt dem Haus erhalten, der pointierte Kommentator, der druckreif sprechen kann, soll nach kress.de-Infos ein neues Meinungsressort aufbauen und leiten.

Ferdos Forudastan wollte sich auf kress.de-Nachfrage nicht äußern, auch "Süddeutsche"-Chefredakteur Wolfgang Krach mochte kress.de-Fragen zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten.

Hintergrund Ferdos Forudastan

Von September 2012 bis März 2017 war die Journalistin Ferdos Forudastan, Jahrgang 1960, Sprecherin von Bundespräsident Joachim Gauck sowie Leiterin der Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Bundespräsidialamt. Forudastan wurde 1960 als Tochter einer Deutschen und eines Iraners in Freiburg im Breisgau geboren. Sie besuchte die Grundschule in der Schweiz, das Gymnasium in Iran und machte ihr Abitur in Deutschland. Bereits während ihres Studiums der Rechtswissenschaften und der Politischen Wissenschaften in Freiburg war sie als freie Journalistin für verschiedene Tageszeitungen tätig. Im Anschluss an ihre Tätigkeit als Bonner Korrespondentin für die "taz" von 1989 bis 1991 und der "Frankfurter Rundschau" von 1992 bis 1998 arbeitete sie vorwiegend als Moderatorin und Autorin für den WDR Hörfunk und den Deutschlandfunk. Die Politologin und Juristin verfasste mehrere Bücher zu den Themen Migration und Integration und hat sich in der Ausbildung von Journalisten engagiert. Sie wurde mit dem Theodor-Wolff-Preis, dem Medienpreis des deutschen Anwaltsvereins  und mit dem Siebenpfeiffer-Preis ausgezeichnet.

Hintergrund Heribert Prantl

Heribert Prantl, Jahrgang 1953, ist seit 1995 Leiter des Ressorts Innenpolitik und seit Januar 2011 Mitglied der Chefredaktion der "Süddeutschen Zeitung". Von seinem 15. Lebensjahr an schrieb Prantl fast täglich Berichte und Reportagen für verschiedene Lokalzeitungen wie "Tagesanzeiger Regensburg", "Mittelbayerische Zeitung" und "Der Neue Tag". Nach Studium (Philosophie, Geschichte, Rechtswissenschaften) und Promotion arbeitete er zunächst als Richter und Staatsanwalt. Parallel zum juristischen Studium und Referendariat absolvierte Prantl eine journalistische Ausbildung, unter anderem beim Münchner Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses; er volontierte bei den "Stuttgarter Nachrichten", beim "Neuen Tag" in Weiden, beim Bayerischen Rundfunk und der italienischen RAI. 1988 ging Heribert Prantl als politischer Redakteur mit Schwerpunkt Rechtspolitik zur "Süddeutschen Zeitung"; ab 1992 war er Leitender Redakteur. Er publizierte zahlreiche Bücher, darunter unter anderem "Kein schöner Land. Die Zerstörung der sozialen Gerechtigkeit" (2005) und "Der Terrorist als Gesetzgeber. Wie man mit Angst Politik macht" (2008). 2017 erschien sein neuestes Buch "Gebrauchsanweisung für Populisten". Seit 2010 ist er Honorarprofessor für Rechtswissenschaft an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld, seit 2016 Ehrendoktor der Theologie der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Erlangen. Prantl wurde mit unzähligen Journalistenpreisen und Rednerpreisen ausgezeichnet.

Hintergrund "Süddeutsche Zeitung"

Die "Süddeutsche Zeitung" erschien das erste Mal am 6. Oktober 1945. Sie hat heute eine verkaufte Auflage von 358.402 Exemplaren (laut IVW 2/2017). Chefredakteure der "Süddeutschen Zeitung" sind Kurt Kister und Wolfgang Krach. Der Chefredaktion gehören außerdem Heribert Prantl (Innenpolitik) und Stefan Plöchinger (Digitale Projekte) an. Plöchinger verlässt allerdings die "Süddeutsche Zeitung" im ersten Quartal 2018 in Richtung "Spiegel". Das Ressort Außenpolitik leitet Stefan Kornelius; Innenpolitik-Stellvertreter von Heribert Prantl sind Detlef Esslinger und Jan Heidtmann; die Seite Drei leitet Alexander Gorkow, Stellvertreterin Christiane Schlötzer; Investigative Recherche führt Nicolas Richter; Kultur leiten Adrian Kreye und Sonja Zekri; die Wirtschaft Marc Beise und Ulrich Schäfer; den Sport Klaus Hoeltzenbein; Wissen Patrick Illinger; das Ressort Panorama Nadeschda Scharfenberg, Gesellschaft und Wochenende Tanja Rest, Stellvertreter Christian Mayer; Medien leitet Katharina Riehl; Reise, Mobilität und Sonderthemen Peter Fahrenholz; München, Region und Bayern: Nina Bovensiepen und Christian Krügel, Stellvertreter sind Sebastian Beck, Frank Müller und Kassian Stroh. Artdirector ist Christian Tönsmann, Stellvertreter Stefan Dimitrov; Bildchef Jörg Buschmann. Geschäftsführende Redakteure sind Marc Hoch und Hendrik Munsberg; Chefs vom Dienst sind Fabian Heckenberger und Michael König; Leitende Redakteure sind Nikolaus Piper und Evelyn Roll. Inlandskorrespondenten sind Nico Fried, Robert Roßmann und Cerstin Gammelin (Berlin); Cornelius Pollmer (Dresden); Christian Wernicke (Düsseldorf); Susanne Höll (Frankfurt); Thomas Hahn (Hamburg); Wolfgang Janisch (Karlsruhe) sowie Josef Kelnberger in Stuttgart. Dem Herausgeberrat der „Süddeutschen Zeitung“ steht Johannes Friedmann als Vorsitzender vor; weitere Mitglieder sind Albert Esslinger-Kiefer, Verleger der „Pforzheimer Zeitung“, Thomas Schaub, Verleger der "Rheinpfalz", sowie Christoph Schwingenstein. Mehrheitsgesellschafter des Süddeutschen Verlags ist die Südwestdeutsche Medien Holding (SWMH); weiter auch wirtschaftlich beteiligt am Süddeutschen Verlag ist die Familie Friedmann. Geschäftsführer sind Stefan Hilscher und Karl Ulrich, Anzeigenchef Jürgen Maukner.

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