Offiziell! Ferdos Forudastan wird Ressortleiterin Innenpolitik bei der "SZ", Heribert Prantl baut neues Ressort auf

26.10.2017
 

Was kress.de-Leser bereits seit vergangener Woche wissen, hat die "Süddeutsche Zeitung" an diesem Donnerstag publik gemacht: Ferdos Forudastan wird Ressortleiterin Innenpolitik. Sie folgt auf Heribert Prantl, der für die "SZ" das neue Ressort "Meinung" aufbauen wird.

Ferdos Forudastan (57) übernimmt ihre Aufgabe am 1. Januar 2018 von Heribert Prantl (64), der zu diesem Zeitpunkt 22 Jahre lang an der Spitze des Innenpolitik-Ressorts stehen wird. Prantl hat nach kress.de-Infos Forudastan persönlich für die Aufgabe vorgeschlagen. Er bleibt auch mit seiner neuen Aufgabe Mitglied der "SZ"-Chefredaktion.

Forudastan begann ihre journalistische Laufbahn neben dem Studium der Politischen Wissenschaft und der Rechtswissenschaft in Freiburg als Mitarbeiterin der "Badischen Zeitung". 1989 wurde sie politische Korrespondentin der "Tageszeitung" (taz) in Bonn und wechselte 1991 in gleicher Funktion zur "Frankfurter Rundschau" (FR).  Danach arbeitete sie als freie Autorin und Moderatorin unter anderem für den Deutschlandfunk und den Westdeutschen Rundfunk.

Zuletzt wirkte Forudastan als Sprecherin des im Frühjahr aus dem Amt geschiedenen Bundespräsidenten Joachim Gauck: Sie leitete im Bundespräsidialamt von September 2012 bis März 2017 die Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Forudastan wurde mit dem Theodor-Wolff-Preis, dem Medienpreis des deutschen Anwaltsvereins und mit dem Siebenpfeiffer-Preis ausgezeichnet.

Eine Neuorganisation gibt es auch in der Parlamentsredaktion der "Süddeutschen Zeitung": Nico Fried, 51, ist seit 2000 in der Parlamentsredaktion der "SZ". Seit 2007 leitet er das Berliner Büro. Robert Roßmann und Christoph Hickmann sind weiterhin für Union und SPD zuständig, Constanze von Bullion schreibt über Grüne und Linke. Der bisherige Istanbul-Korrespondent der "SZ", Mike Szymanski, ist vom Bosporus an die Spree gewechselt, und beobachtet die FDP. Jens Schneider, innenpolitischer Korrespondent für Berlin und Brandenburg, wird noch stärker mit der Berliner "SZ"-Redaktion zusammenarbeiten und politisch vor allem über die AfD berichten.

Wie "Süddeutsche"-Chefredakteur Wolfgang Krach auf kress.de-Nachfrage erklärte, will die Münchner Zeitung auch weiterhin einen eigenen Korrespondenten nach Istanbul entsenden. Der Standort soll nicht aufgegeben werden, dafür sei die Berichterstattung aus der Region zu wichtig. Wer Szymanski, der erst im März 2015 als Korrespondent der "SZ" für Türkei, Griechenland und Zypern bestellt wurde und der jetzigen stellvertretenden Leiterin der Seite-3-Redaktion, Christiane Schlötzer-Scotland, nachfolgte, steht noch nicht fest.

Hintergrund: Die "Süddeutsche Zeitung" erschien das erste Mal am 6. Oktober 1945. Sie hat heute eine verkaufte Auflage von 358.402 Exemplaren (laut IVW 2/2017). Chefredakteure der "Süddeutschen Zeitung" sind Kurt Kister und Wolfgang Krach. Der Chefredaktion gehören außerdem Heribert Prantl (Innenpolitik) und Stefan Plöchinger (Digitale Projekte) an. Plöchinger verlässt allerdings die "Süddeutsche Zeitung" im ersten Quartal 2018 in Richtung "Spiegel". Mehrheitsgesellschafter des Süddeutschen Verlags, in dem die "SZ" erscheint, ist die Südwestdeutsche Medien Holding (SWMH); weiter auch wirtschaftlich beteiligt am Süddeutschen Verlag ist die Familie Friedmann. Geschäftsführer sind Stefan Hilscher und Karl Ulrich, Anzeigenchef Jürgen Maukner.

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