Duell der Fußball-Talks: Warum Sport1-Chef Olaf Schröder den "Doppelpass" für ein "Leitmedium" hält

 

Fans, die den Bundesliga-Spieltag mit kerniger Promi-Unterstützung nachbereiten wollen, haben die Qual der Wahl: Neben dem seit Jahren etablierten "Doppelpass" auf Sport1 läuft nun fast zeitgleich die Sky-Runde "Wontorra - Der Fußball-Talk". kress.de fragte Olaf Schröder, den Vorstandsvorsitzender der Constantin Medien AG und Vorsitzenden der Geschäftsführung von Sport1, wie er die neue Konkurrenzsituation sieht. 

kress.de: Oft kopiert, nicht immer erreicht: Was macht auch nach so langer Zeit des Bestehens das "Doppelpass"-Erfolgsgeheimnis aus?

Olaf Schröder: Der "Doppelpass" ist Leitmedium und Original in Sachen Fußballtalk, etabliert seit über 20 Jahren. Wir bieten unserem Publikum ein sehr gutes Produkt – mit den Protagonisten der Bundesliga, Moderator Thomas Helmer sowie Armin Veh, Thomas Strunz und Marcel Reif als exzellenter Experten-Riege. Die Zuschauer wollen Meinungen und Einschätzungen geliefert bekommen, topaktuell versorgt sein. Auch das ist eine Stärke: aktuell auf neue Entwicklungen wie Trainerentlassungen reagieren zu können. Hinzu kommt die beispielhafte 360°-Einbindung unserer reichweitenstarken digitalen Plattformen und der Social-Media-Kanäle, über die wir den "Dopa" auch im Livestream und via Facebook Live anbieten und über die immer mehr Fans live mitdiskutieren.

kress.de: Wie sieht aus Ihrer Erfahrung die richtige Mischung aus: Wie viel Expertentum muss dabei sein, wie viel Stammtisch darf möglich sein?

Olaf Schröder: Grundsätzlich hängt das immer stark vom Thema ab. Sowohl unser Moderator als auch die Experten haben ein sehr gutes Gespür dafür, wann mehr Ernsthaftigkeit und wann mehr Unterhaltung gefragt ist.

kress.de: Mit "Wontorra – Der Fußball-Talk" gibt es bei Sky seit Bundesliga-Saisonstart auch zeitlich einen direkten Konkurrenten. Wie stark beflügelt Konkurrenz das Geschäft?

Olaf Schröder: Wir sehen die Konkurrenz sportlich. Aktuell liegen wir an den Bundesliga-Spieltagen mit einem Schnitt von 980.000 Zuschauern und exakt 11 Prozent Marktanteil in unserer Kernzielgruppe der 14- bis 49-jährigen Männer sogar über dem Schnitt der Vorsaison. Wir zeigen Deutschlands beliebtesten Fußballtalk und haben den Vorteil, dass wir im "Doppelpass" am Sonntagmittag die Highlight-Bilder des Bundesliga-Spieltags exklusiv im Free-TV anbieten können. Diese Alleinstellungsmerkmale machen uns auf diesem Sendeplatz einzigartig.

kress.de: Wie schwierig ist es, die markanten Gäste in Ihre Sendung zu bekommen? In wie weit konkurrieren Sie bei Wunschkandidaten mit Ihren Mitbewerbern?

Olaf Schröder: Wenn sich fünf große Fernsehanstalten und Rechteinhaber um attraktive Gäste bemühen, zieht die Konkurrenzsituation natürlich an. Aber nur beim "Doppelpass" können sie am Sonntag vor einem Millionenpublikum ihre Standpunkte erläutern und nutzen dieses Rampenlicht auch.

kress.de: Das Interesse an Taktikfragen hat bei Fußballfans offensichtlich stark zugenommen. Wie hält man eine Experten-Talkrunde zeitgemäß?

Olaf Schröder: Für Taktik- und Regelfragen haben wir insbesondere im ehemaligen Bundesliga-Trainer Armin Veh und dem ehemaligen FIFA-Schiedsrichter Bernd Heynemann hervorragende Experten. Genauso auch in Thomas Strunz, der früher in der "Spieltaganalyse" mit Thomas Helmer die Szenen perfekt auseinandernahm. Sport1 bzw. das DSF hat ja als erster Sender überhaupt dieses Format gezeigt.

kress.de: Wie muss sich der "Doppelpass" weiterentwickeln, um seinen Zukunftsfähigkeit zu sichern?

Olaf Schröder: Zunächst einmal: Wir haben eine sehr beliebte Sendung. Der "Doppelpass" existiert seit mehr als 20 Jahren. Sendungen mit einer solchen Lebensdauer gibt es nicht viele. Wir werden unser bewährtes Format behutsam und kreativ weiterentwickeln. Zuletzt haben wir das Set verändert: Wir wollen Stadionatmosphäre schaffen, haben dafür zwei Tribünenansätze integriert.

kress.de: Wie wichtig ist das Live-Publikum für die Sendung?

Olaf Schröder: Für den "Doppelpass" sind die Zuschauer im Hilton am Münchner Flughafen elementar, ihr Feedback ist ein wichtiger Resonanzboden und treibt das Team zu Höchstleistungen an.

kress.de: Warum geht aus Ihrer Sicht das Rezept von "Wontorra" bei Sky noch nicht ganz auf?

Olaf Schröder: Wer sagt denn, dass das Konzept nicht aufgeht? Wir konzentrieren uns aber in erster Linie auf die weitere Optimierung unsere eigenen Formate.

Was Jörg Wontorra, langjähriger "Doppelpass"-Moderator, zu den Stärken - und den Herausforderungen - seines neuen Sky-Talks sagt? Hier entlang!

kress.de-Tipp: Der "Der CHECK24 Doppelpass" läuft sonntags ab 11:00 Uhr bei Sport1.

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