Wolfgang Krach und Kurt Kister verschaffen der "Süddeutschen Zeitung" Weltgeltung

 

Seit zweieinhalb Jahren stehen Wolfgang Krach und Kurt Kister gleichberechtigt an der Spitze der "Süddeutschen Zeitung". Bei den kressAwards sind sie nominiert als Chefredakteure des Jahres.

kress-Hinweis: Wer noch nicht Teil der kress-Community ist, aber mitstimmen möchte: Formlose Mail mit dem Betreff #kressAwards bitte direkt an rebecca.wieser(at)oberauer.com. Sie werden dann zeitnah zur Stimmabgabe eingeladen.

Mit Bedacht, aber auch großer Entschiedenheit positionieren sie Deutschlands größte täglich erscheinende Abozeitung im globalen Kanon der medialen Meinungsführer, ohne die Verankerung im bayerischen Kernland zu vernachlässigen. Mit rund 350.000 verkauften Exemplaren steht die "Süddeutsche Zeitung" dabei klar an der Spitze der überregionalen Qualitätszeitungen.

Krach und Kister gelingt es nicht nur, eine tägliche Berichterstattung auf hohem Niveau zu bereitzustellen, in ihre Ägide fällt auch die Entwicklung der Süddeutschen Zeitung zu einem der investigativen Zentren der modernen Informationsgesellschaft. "How a German Newspaper Became the Go-To Place for Leaks Like the Paradise Papers", titelte kürzlich das US-Magazin "The New Yorker". Nach den "Panama Papers", dem bis dato größten Offshore-Leak der Geschichte, legte die Redaktion nur eineinhalb Jahre später mit den noch umfassenderen "Paradise Papers" nach.

Allein durch dieses Leak wurden der "Süddeutschen Zeitung" etwa 13,4 Millionen Dokumente zugespielt, die das Investigativteam mit dem International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) teilte und so weltweite Rechercheleistungen ermöglichte. Die Welt der Superreichen, die Machenschaften der Konzerne und auch etlicher Politiker dürfte wie schon 2016 wiederum erschüttert werden – ausgehend von einem Hochhaus im Münchner Stadtteil Zamdorf.

Die Chefredaktion verbindet auch persönliche Erfahrungen mit dem Investigativfach. Bevor Wolfgang Krach 2003 zur "Süddeutschen Zeitung" kam, war er mehrere Jahre beim "Spiegel", unter anderem als Leiter des Deutschland-Ressorts und als stellvertretender Leiter des Berliner Büros. Begonnen hat die journalistische Karriere des 54-Jährigen, der aus Regensburg stammt, mit einem Redaktionsvolontariat beim "Donaukurier" in Ingolstadt. Nach seinem Philosophie-Studium in München arbeitete Krach als landespolitischer Korrespondent der Zeitung, wurde aber – angeblich auf Druck des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Max Streibl nach kritischer Berichterstattung – gekündigt.

Wolfgang Krach wechselte als politischer Reporter zum "Stern", später zum "Spiegel". Für die "Süddeutsche Zeitung" ist er mittlerweile seit 14 Jahren tätig – zunächst war er geschäftsführender Redakteur und Chef des Newsdesks. 2007 rückte Krach als Stellvertreter in Chefredaktion vor und bildete ab 2011 gemeinsam mit Kurt Kister und Heribert Prantl die Chefredaktion der Zeitung. Seit April 2015 ist der als äußerst fleißig und strukturiert geltende Journalist gleichberechtigter Chefredakteur neben Kurt Kister.

Kurt Kister ist ein veritables Urgestein der "Süddeutschen Zeitung" und hat sich hohes Renommee als Politikexperte erworben. Der 60-Jährige arbeitete bereits während seines Studiums (Geschichte, Politologie, Kommunikationswissenschaft) als freier Mitarbeiter für seine Dachauer Heimatausgabe der "Süddeutschen Zeitung". Anschließend absolvierte er die Lehrredaktion der Deutschen Journalisten-Schule. Ab 1983 berichtete Kister als Reporter für das innenpolitische Ressort der "SZ" und wechselte 1989 als stellvertretender Ressortleiter zur Seite Drei, deren Ressortleitung er später übernahm. Fünf prägende Jahre verbrachte Kister ab 1991 als Amerika-Korrespondent seiner Zeitung in Washington. Nach München zurückgekehrt, übernahm er 1996 die Leitung der Außenpolitik.

Zwei Jahre später, im August 1998, wurde Kister die Leitung der Hauptstadtredaktion übertragen – zunächst noch in Bonn, ein Jahr später ging es nach Berlin. Seit Anfang 2005 ist der profilierte Schreiber zurück in München. Sechs Jahre wirkte Kurt Kister als stellvertretender Chefredakteur, bevor er 2011 die Nachfolge von Hans Werner Kilz als Chefredakteur der Zeitung antrat. Seit 2015 bekleidet er die Position gemeinsam mit Wolfgang Krach in Form einer gleichberechtigen Doppelspitze.

Wolfgang Krach und Kurt Kister sind in der Kategorie Chefredakteur des Jahres nominiert. 

Begründung kress: Bestimmten mit den Panama und Paradise Papers die Agenda. Halten Qualität der "SZ" auf hohem Level.

Zur Wahl Chefredakteur/in des Jahres stehen außerdem:

Andreas Cichowicz, NDR: Setzte als Teil der Recherche-Allianz (mit SZ und WDR) die Themen 2017, souveräne Moderationen im Wahlkampf. 

Birgit Wentzien, Deutschlandfunk: Führt das wichtigste Info-Hörfunk-Angebot. Im Wahlkampf einer der Agendasetter. 

Christian Krug, Stern: Landete mit dem Gabriel-Interview einen der Scoops des Jahres. Etablierte Stern-Crime als Line-Extension.

Daniel Steil, Focus Online: Greift nach der Marktführerschaft im Digitalen. Bietet Regionalverlagen Kooperationen an.

Florian Harms, T-Online: Arbeitet daran, dem einstigen Email-Dienst eine publizistische Stimme zu verleihen. 

Georg Anastasiadis, Münchner Merkur: Gibt seinem Titel durch pointierte Kommentare ein eigenes Profil.

Jörg Quoos, Funke Mediengruppe: Hat die Redaktion zu einem Informations- und Meinungsführer des Hauptstadtjournalismus gemacht.

Michael Bröcker, Rheinische Post: Zeigt sich innovationsfreudig, besetzt mit seiner Redaktion das Trendthema Audio, auch mit einem persönlichen Podcast. 

Robert Pölzer, Bunte: Überzeugt als Nachfolger von Patricia Riekel durch gutes Gespür für die Zielgruppe.

Mitmachen und wählen!

Ihre Stimme für die kress Awards können alle Empfänger eines kress-Newsletters abgeben und alle, die ein Profil in der Datenbank hinterlegt haben. Wer noch nicht Teil der kress-Community ist und dennoch mitstimmen möchte: Mail an rebecca.wieser(at)oberauer.com. Sie werden dann zeitnah zur Stimmabgabe eingeladen.

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