Robert Pölzer hält die "Bunte" im Rampenlicht

 

Es war nicht irgendeine Stelle, die Robert Pölzer im Juli 2016 antrat. Als neuer Chefredakteur der "Bunten" folgte er auf eine Frau, die wie keine Zweite den People-Journalismus in Deutschland geprägt hat: Patricia Riekel. Bei den kressAwards ist Robert Pölzer als Chefredakteur des Jahres nominiert.

kress-Hinweis: Wer noch nicht Teil der kress-Community ist, aber mitstimmen möchte: Formlose Mail mit dem Betreff #kressAwards bitte direkt an rebecca.wieser(at)oberauer.com. Sie werden dann zeitnah zur Stimmabgabe eingeladen.

20 Jahre lang verantwortete Patricia Riekel die "Bunte" – und damit die sowohl journalistisch als auch wirtschaftlich wichtigste Marke des Hauses Burda. Ihr Konzept zu ändern oder gar auf den Kopf zu stellen – damit wäre der erfahrene Boulevard-Journalist Pölzer schlecht beraten. Und das weiß er ganz genau.

So hat Robert Pölzer es vollbracht, Deutschlands People-Magazin Nummer eins fast geräuschlos in eine neue Ära zu überführen und die bewährte Rezeptur aus Emotionen, zutiefst menschlichen Geschichten sowie natürlich auch Klatsch und Tratsch auf seine eigene Art anzureichern. Auch wenn die "Bunte" wie fast alle Publikumszeitschriften in den letzten Jahren an Auflage verloren hat, gelingt es Pölzer mit seinem Redaktionsteam von knapp einhundert Journalisten noch immer, jede Woche knapp 480.000 Exemplare abzusetzen. Die Reichweite der "Bunten" liegt bei 4,43 Mio. Leserinnen und Lesern.

Robert Pölzer stammt aus einer Künstlerfamilie. Seine Großeltern waren Opernsänger und Tänzerin, Theaterintendant und Konzertpianistin, seine Eltern Schauspieler. Er selbst entschied sich schon früh für den Journalismus. Nach einem Studium der Zeitungswissenschaften absolvierte der gebürtige Augsburger von 1983 bis 1985 ein Volontariat beim Münchner Mediendienst "teleschau" und stieg dann als "Bild"-Reporter in München in den Boulevard ein. 1988 – mit gerade einmal 27 Jahren – wurde Pölzer stellvertretender Chefredakteur beim "Echo der Frau".

In den 90er Jahren folgten Stationen als Textchef der "Superillu", stellvertretender Chefredakteur der Frauenzeitschrift "das neue" und Chefredakteur der "Neuen Revue". 1999 kehrte Pölzer zurück zu Springer –  zunächst als Fotochef bei "Bild am Sonntag". Schon zwei Jahre später wurde er in Personalunion stellvertretender Chefredakteur von "Bild" und "Bild am Sonntag". 2003 erfolgte ein erneuter Verlagswechsel: zu Burda. Seither ist der erfahrene Zeitschriftenmacher aus den Chefredaktionen des Medienhauses nicht mehr wegzudenken. Von 2003 bis 2007 leitete er die "Neue Woche", danach übernahm er die Führung bei "Freizeit Revue", "Freizeit Spaß" und später auch "Freizeit exklusiv".

Und nun die "Bunte" – das "Zentralorgan der deutschen Gesellschaft", wie Robert Pölzer es ausdrückt. Dass dem so bleibt, dafür legt sich der 56-Jährige ins Zeug. Von sich reden machte "Bunte" in diesem Jahr etwa mit einem Interview, das kurz vor den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein erschien. Darin äußerte sich der damalige SPD-Ministerpräsident Torsten Albig abschätzig über seine Exfrau und löste eine regelrechte Empörungswelle aus. Möglicherweise ein Grund für die desaströse Wahlniederlage, die den SPD-Mann in der Folge sein Amt kostete. Und für die "Bunte" eine Bestätigung ihrer immer noch beachtlichen gesellschaftlichen Wirkung.

Robert Pölzer ist in der Kategorie Chefredakteur des Jahres nominiert.

Begründung kress: Überzeugt als Nachfolger von Patricia Riekel durch gutes Gespür für die Zielgruppe. 

Zur Wahl Chefredakteur/in des Jahres stehen außerdem:

Andreas Cichowicz, NDR: Setzte als Teil der Recherche-Allianz (mit SZ und WDR) die Themen 2017, souveräne Moderationen im Wahlkampf. 

Birgit Wentzien, Deutschlandfunk: Führt das wichtigste Info-Hörfunk-Angebot. Im Wahlkampf einer der Agendasetter. 

Christian Krug, Stern: Landete mit dem Gabriel-Interview einen der Scoops des Jahres. Etablierte Stern-Crime als Line-Extension.

Daniel Steil, Focus Online: Greift nach der Marktführerschaft im Digitalen. Bietet Regionalverlagen Kooperationen an.

Florian Harms, T-Online: Arbeitet daran, dem einstigen Email-Dienst eine publizistische Stimme zu verleihen. 

Georg Anastasiadis, Münchner Merkur: Gibt seinem Titel durch pointierte Kommentare ein eigenes Profil.

Jörg Quoos, Funke Mediengruppe: Hat die Redaktion zu einem Informations- und Meinungsführer des Hauptstadtjournalismus gemacht.

Kurt Kister und Wolfgang Krach, Süddeutsche Zeitung: Bestimmten mit den Panama und Paradise Papers die Agenda. Halten Qualität der "SZ" auf hohem Level. 

Michael Bröcker, Rheinische Post: Zeigt sich innovationsfreudig, besetzt mit seiner Redaktion das Trendthema Audio, auch mit einem persönlichen Podcast. 

 

Mitmachen und wählen! 

Ihre Stimme für die kress Awards können alle Empfänger eines kress-Newsletters abgeben und alle, die ein Profil in der Datenbank hinterlegt haben. Wer noch nicht Teil der kress-Community ist und dennoch mitstimmen möchte: Mail an rebecca.wieser(at)oberauer.com. Sie werden dann zeitnah zur Stimmabgabe eingeladen.

 

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.