Mathias Döpfner führt Springer in die Zukunft

 

Der CEO des Verlags hat Springer auf starke Beine gestellt - auch im Digitalgeschäft. Bei den kress Awards ist Mathias Döpfner nominiert als Medienmanager des Jahres.

kress-Hinweis: Wer noch nicht Teil der kress-Community ist, aber mitstimmen möchte: Formlose Mail mit dem Betreff #kressAwards bitte direkt an rebecca.wieser(at)oberauer.com. Sie werden dann zeitnah zur Stimmabgabe eingeladen.

Mathias Döpfner, Herr über weltweit rund 15.000 Mitarbeiter des Hauses Springer, kann derzeit vor Selbstbewusstsein strotzen. Aktuell hat er für das dritte Quartal eine sehr gute Bilanz vorlegen können, die seiner zukunftsgerichteten Strategie Rechnung trägt: In der Zeit von Juli bis September stiegen die Springer-Umsätze im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7,3 Prozent auf fast 860 Mio Euro. Besonders auffällig ist, wie hoch der Anteil des Digitalgeschäfts ist: Er macht mittlerweile über 70 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Springer ist damit Vorbild für die Branche, in der sich ein traditionell Papier-bedruckendes Gewerbe mit vollem Einsatz der digitalen Zukunft gestellt hat.

Dafür hat Mathias Döpfner 2017 erneut wichtige Weichen gestellt - indem er sein Haus neu strukturierte und bei den deutschen Medienangeboten diese klar in die Bereiche Print und Digital gegliedert. Die Vermarktungsorganisationen wurden entsprechend ebenfalls neu aufgestellt. Große Einschnitte wie diese sorgen natürlich auch für Verunsicherung im weitverzweigten aus. Doch den Ängsten einiger Mitarbeiter stellt sich Döpfner proaktiv: In "Townhall Talks" konnte zuletzt jeder Springer-Beschäftigte direkt Fragen an den CEO stellen.

Rückenwind gibt Döpfner, der seit Januar 2002 amtierender Vorstandsvorsitzender bei Springer ist, auch ein wichtiges neues Personaltableau in der "Bild"-Gruppe gegeben. Mit Julian Reichelt ist ihm die Nachfolgeregelung für Kai Diekmann gelungen: Der neue "Bild"-Herr, der selbst gerne Stellung bezieht und auch anders als Diekmann Talkshows nicht ausweicht, hat schnell klar gemacht, dass es mit ihm keinen Schmusekurs geben wird. Reichelt steht für klare Worte, er legt auch gerne öffentlich den Finger in die Wunde. 

Damit fährt er einen Kurs, der das Wohlwollen des CEOs genießt. Auch Mathias Döpfner, der seine Karriere einst als Musikkritiker der "FAZ" begann und zwischenzeitlich sogar Geschäftsführer einer Konzertagentur war, bevor er bei Gruner + Jahr eine Verlagslaufbahn einschlug, ist kein Mann, der Harmonie verabsolutiert. In angespannten Zeiten sieht er die Presse in ihrem Grundverständnis herausgefordert. "Ich habe das Gefühl, im Moment wackeln so ein paar Grundarchitekturen unserer rechtsstaatlichen und demokratischen Grundordnung. Und wir haben eine besondere Verantwortung, die Sensibilität walten zu lassen, um mit diesen Dingen differenziert umzugehen und bestimmte Verschiebungen nicht zuzulassen", sagte Döpfner Anfang des Jahre in Berlin vor Deutschlands wichtigsten Grossisten.

Döpfner ist überzeugt, dass Zeitungen heute wichtiger denn je sind, aus seiner Sicht sogar essenziell für die demokratische Gesellschaft: "Wir müssen mit diesem Bewusstsein und mit diesem Selbstbewusstsein unsere Rolle verteidigen", ermahnt er. Dieses Sendungsbewusstsein prägt den 54-Jährigen auch in seiner Rolle als Zeitungsverleger-Präsident, wo er in 2017 auch eine Auseinandersetzung mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht scheute.

Mathias Döpfner ist in der Kategorie Medienmanager des Jahres nominiert.

Begründung kress: Der CEO hat Axel Springer zu einem der wenigen Medienunternehmen entwickelt, die bereits heute fest im Digitalgeschäft verankert sind. Zudem macht er sich als BDZV-Präsident für die Interessen der Branche stark.

Zur Wahl des Medienmanagers des Jahres stehen außerdem:

Bernd Reichart, Vox: Der Vox-Geschäftsführer ist der derzeit erfolgreichste Manager im TV-Geschäft. Der Sender ist in die erste TV-Liga aufgestiegen. Besondere Stärke: Die Entwicklung eigener, kreativer Formate. Die Werbe- und Zuschauer-Marktanteile steigen.

Kay Dammholz, Dazn: Der Geschäftsführer bastelt an der Zukunft des Sportfernsehens - mit einem Streamingdienst, der auf den User ausgerichtet ist und ein cleveres Preismodell anbietet. Mit dem Erwerb der Fußball-Champions-League-Rechte ist Dammholz ein Coup gelungen. 

Martin Wunnike, Mittelbayerischer Verlag: Der Geschäftsführer der Mittelbayerischen Zeitung schafft es, eine ungewöhnliche Innovationsfreude in seinem Unternehmen zu fördern. So entstehen neue Erlösquellen (wie Veranstaltungen, Sonderpublikationen), um das Stammgeschäft zu stützen. 

Philipp Justus, Google: Der Vice President Central Europe ist mit Googles Digital News Initiative inzwischen einer der wichtigsten Impulsgeber für technologische Innovationen in der Branche, bis hin zu Paid-Content-Lösungen, an denen derzeit gearbeitet wird. 

Philipp Welte, Burda: Der Vorstand für nationale Medienmarken erweitert das Stammgeschäft erfolgreich. Durch pointierte Wortmeldungen stößt er immer wieder Debatten an. Schmiedete zuletzt die Grosso-Allianz der Verlage.

Rainer Esser, Zeit Verlagsgruppe: Ausgehend vom Stammgeschäft startet der Geschäftsführer permanent neue Aktivitäten und erschließt zusätzliche Geschäftsfelder für die Marke. 2017 etablierte er ein Bezahlmodell für zeit.de und das Abonnentenprogramm "Freunde der Zeit". 

Thomas Düffert, Madsack Mediengruppe: Der CEO zentralisiert wichtige Bereiche des Unternehmens und positioniert sich zunehmend als Dienstleister für andere in der Branche. Im Tageszeitungsgeschäft, das sich zunehmend konsolidiert, gehört Madsack zu den Taktgebern. 

Tom Buhrow, WDR: Der Intendant scheut sich nicht vor Reformen, probiert neue Formate aus und verändert das Programm. Er setzt beim Umgang mit Gebührengeldern auf Transparenz und steigert so die Akzeptanz für das duale System. 

Yvonne Bauer, Bauer Media Group: Sie führt ihr Familienunternehmen als Verlegerin und Managerin - eine Doppelrolle, die für ein Unternehmen dieser Größe ungewöhnlich ist. Im Stammgeschäft ("Meins") und darüber hinaus belebt Bauer den Markt durch innovative Konzepte.  

Mitmachen und wählen!

Ihre Stimme für die kress Awards können alle Empfänger eines kress-Newsletters abgeben und alle, die ein Profil in der Datenbank hinterlegt haben. Wer noch nicht Teil der kress-Community ist, aber mitstimmen möchte: Formlose Mail mit dem Betreff #kressAwards bitte direkt an rebecca.wieser(at)oberauer.com. Sie werden dann zeitnah zur Stimmabgabe eingeladen.

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