Georg Anastasiadis ist die konservative Stimme aus München

 

Seinen Platz sieht der Chefredakteur vom "Münchner Merkur" mitten in seiner Redaktion. Seine Leserinnen und Leser sind vor allem die Menschen rund um die Landeshauptstadt. Für sie spricht er Wahrheiten aus, die auch einmal schmerzen. Bei den kress Awards ist Georg Anastasiadis als Chefredakteur des Jahres nominiert.

kress-Hinweis: Wer noch nicht Teil der kress-Community ist, aber mitstimmen möchte: Formlose Mail mit dem Betreff #kressAwards bitte direkt an rebecca.wieser(at)oberauer.com. Sie werden dann zeitnah zur Stimmabgabe eingeladen.

Georg Anastasiadis gehört zu den Schwergewichten im politischen Journalismus, die mit Nachdruck ihre Thesen vertreten, ohne die eigene Person zu wichtig zu nehmen. Von München aus seziert er mit Genuss die Politik Seehofers und die Politik Merkels, und lässt nur selten ein gutes Haar an den Entscheidungen der politischen Entscheider. Wer die politischen Kommentare von Anastasiadis liest, merkt schnell - dieser Mann hat eine Haltung. Die wird auch immer öfter auch von anderen Zeitungen übernommen, die zum Reich von Verleger Dirk Ippen gehören. Wer zum Beispiel in Hamm wohnt und den "Westfälischen Anzeiger" liest, hat sich bestimmt auch schon einmal über einen Kommentar von Anastasiadis geärgert (oder gefreut).

Felsenfest steht der Sohn eines Griechen und einer Deutschen, geboren am 17. Mai 1965 in München, für deutsche Tugenden ein. Dazu gehört halt auch, die eigenen Werte zu verteidigen und Position zu beziehen. Anastasiadis mag die lavierende Politik überhaupt nicht - wer heute so denkt, und morgen schon etwas ganz anderes behauptet, kann der tatsächlich im Sinne der Bevölkerung handeln?

In seiner Redaktion lässt Anastasiadis aber andere Stimmen zu. Er gilt als Chefredakteur, der seinem Team viel Freiraum zur eigenen Entfaltung gibt. Zeitung machen bedeutet für Anastasiadis, viele Stimmen, viele Themen, viele Ideen in seinem Blatt zu vereinen. Wenn es gut begründet ist, hat es seine Berechtigung im Blatt.

Georg Anastasiadis, der als Panzergrenadier bei der Bundeswehr gedient hat, kam mit 20 Jahren als Volontär zum "Isar-Loisachboten", der Wolfratshauser Lokalredaktion. Danach folgte ein fünfjähriges VWL-Studium in München bei Prof. Hans-Werner Sinn. Am 1. Januar 2000 übernahm Anastasiadis die Leitung der Wirtschaftsredaktion vom "Münchner Merkur," im November 2005 berief ihn Verleger Ippen zum stellvertretenden Chefredakteur, seit dem 1. Juli 2016 führt er nun als Chefredakteur den "Merkur".

"Moderner Journalismus muss sich von der Vorstellung verabschieden, wir seien die Erzieher der Nation", macht Anastasiadis im kress.de-Gespräch klar. Vielleicht seien Journalisten das einmal gewesen - "bevor die digitale Revolution über uns hinwegfegte. Unsere Leser sind erwachsen geworden, informierter. Auch misstrauischer - und das leider oft zu Recht. Unsere Leser brauchen keine Nannys. Sondern Journalisten, die sich trauen Wahrheiten auszusprechen, auch wenn sie unangenehm sind oder sich vom Mainstream abheben", erklärt Anastasiadis. Auch um den Preis, sich angreifbar zu machen.

Für Anastasiadis steht fest: "Nur wenn wir selbst auf dieses Wagnis einlassen, erarbeiten wir uns den Respekt unserer Leser zurück. Über die Zukunft der Tageszeitung entscheidet am Ende nicht die Frage "print" oder "online". Sondern ob wir es schaffen, unseren Informationsauftrag so zu erfüllen, wie die Leserinnen und Leser es zu Recht von uns erwarten."

Georg Anastasiadis ist in der Kategorie Chefredakteur des Jahres nominiert.

Begründung kress: Gibt seinem Titel durch pointierte Kommentare ein eigenes Profil.

 Zur Wahl Chefredakteur/in des Jahres stehen:

Andreas Cichowicz, NDR: Setzte als Teil der Recherche-Allianz (mit SZ und WDR) die Themen 2017, souveräne Moderationen im Wahlkampf. 

Birgit Wentzien, Deutschlandfunk: Führt das wichtigste Info-Hörfunk-Angebot. Im Wahlkampf einer der Agendasetter. 

Christian Krug, Stern: Landete mit dem Gabriel-Interview einen der Scoops des Jahres. Etablierte Stern-Crime als Line-Extension.

Daniel Steil, Focus Online: Greift nach der Marktführerschaft im Digitalen. Bietet Regionalverlagen Kooperationen an.

Florian Harms, T-Online: Arbeitet daran, dem einstigen Email-Dienst eine publizistische Stimme zu verleihen. 

Jörg Quoos, Funke Mediengruppe: Hat die Redaktion zu einem Informations- und Meinungsführer des Hauptstadtjournalismus gemacht.

Kurt Kister und Wolfgang Krach, Süddeutsche Zeitung: Bestimmten mit den Panama und Paradise Papers die Agenda. Halten Qualität der "SZ" auf hohem Level. 

Michael Bröcker, Rheinische Post: Zeigt sich innovationsfreudig, besetzt mit seiner Redaktion das Trendthema Audio, auch mit einem persönlichen Podcast. 

Robert Pölzer, Bunte: Überzeugt als Nachfolger von Patricia Riekel durch gutes Gespür für die Zielgruppe.

Ihre Stimme für die kress Awards können alle Empfänger eines kress-Newsletters abgeben und alle, die ein Profil in der Datenbank hinterlegt haben. Wer noch nicht Teil der kress-Community ist und dennoch mitstimmen möchte: Mail an rebecca.wieser(at)oberauer.com. Sie werden dann zeitnah zur Stimmabgabe eingeladen.

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