Vom Journalisten zum Umweltschützer: Wie sich Malte Biss für Plastik-Vermeidung stark macht

 

Der langjährige Gesellschaftsreporter Malte Biss, bestens vernetzt in der Welt der Reichen und Schönen und lange Jahre Chefreporter der "Bild"-Gruppe, zuletzt dort Ressortleiter Unterhaltung und zuvor Stellvertreter von Paul Sahner bei "Bunte", hat das Parkett gewechselt: Mit der Anti-Kunststoff-Initiative Flustix setzt er sich von Berlin aus für ein neues, von ihm mitentwickeltes Verbraucher-Siegel für plastikfreie Konsumgüter ein.

Zu viele Kunststoff-Produkte, zu viel Plastik-Verpackung – die hohe Umweltbelastung durch Plastik ist den Verbrauchern bewusst und verändert zunehmend deren Konsumverhalten, heißt es bei Flustix in Berlin, der Initiative, hinter der Malte Biss und seine Gattin Julia Biss, eine Berliner PR-Unternehmerin, stecken. Gemeinsam wollen sie mit "Biss PR - Public Relations mit Biss" dem Konsumenten-Siegel Flustix, das kunststoff- und plastikfreie Produkte kennzeichnet, die in Deutschland und Österreich vertrieben werden, zum Durchbruch verhelfen.

Dafür hat Malte Biss unter anderem eine Studie von Kantar TNS in Auftrag gegeben, die den Willen deutscher Verbraucher dokumentiert, sich für ökologisch bewusstes Kaufen einzusetzen. 92 Prozent der Befragten halten Plastik demnach für umweltschädlich. Ebenfalls 92 Prozent empfinden den Kunststoffanteil in Produkten und Verpackungen als zu hoch. Bereits mehr als zwei Drittel der Deutschen zieht Konsequenz und achtet beim Kauf von Produkten darauf, Verpackungsmüll aus Plastik zu vermeiden.

Was Malte Biss besonders freut: "Jeder Dritte würde für einen reduzierten Kunststoffanteil in Produkt oder Verpackung sogar einen höheren Warenpreis akzeptieren", heißt es in der Kantar TNS-Befragung. "Auch beim populären Verursacher von Plastikmüll, dem 'Coffee-to-go'-Becher, zeigen die Konsumenten eine große Veränderungsbereitschaft. 63 Prozent würden für einen plastikfreien 'Coffee-to-go'-Becher einen Aufpreis akzeptieren, der bei durchschnittlich 38 Cent pro Heißgetränk liegt."

Doch wie wird man vom Star-Journalisten, dessen Adressbuch (fast) alle relevanten Promi-Kontakte füllte, zum Umweltaktivisten? "Der Gedanke etwas zu bewegen, kam mir schon früh", so Malte Biss zu kress.de. "2011, als ich noch Chefreporter bei 'BamS' war, habe ich die monegassische Delegation zur 17. UN-Klimakonferenz nach Durban begleitet", erzählt er.

"Als Gesellschaftsreporter hatte ich einen guten Zugang zu Fürst Albert II von Monaco und hielt steten Kontakt zu seiner heutigen Frau, der Fürstin Charlène von Monaco. Im Interview 2011 sagte Fürst Albert zu mir: 'Malte, die Umsetzung von Umweltthemen kann beschleunigt werden, wenn sie zu Wirtschaftsthemen werden. Wenn die Wirtschaft eine Chance darin sieht, dann verändert sich wirklich etwas. Das habt ihr Deutschen so gut verstanden, wie bisher keine andere Nation'", berichtet Malte Biss aus seiner damaligen Exklusiv-Story. Damit war die Saat gelegt. "Die Siegel-Idee wuchs seitdem kontinuierlich, aber tatsächlich umgesetzt habe ich sie erst, nachdem ich 'Bild' im Oktober 2016 verlassen hatte", so der langjährige Springer-Journalist.

In seiner neuen Rolle fühlt sich Biss, dreifacher Vater, der "Bild" auch deswegen verließ, weil er Familie und berufliche Tätigkeiten besser vereinbaren wollte, sichtlich wohl. "Ich sehe mich nicht als Umweltaktivist, sondern als Unterstützer für eine intakte Natur", beschreibt er seinen neuen Antrieb. "Flustix ist eine Initiative, mit der wir die Lösung des Plastikproblems in den Alltag integrieren und Verbrauchern eine Orientierung beim Einkauf bieten möchten", so Malte Biss.

"Umweltschutz geht uns alle an – ohne eine intakte Natur, ein gesundes Ökosystem schaden wir uns nachhaltig selbst. Wir setzen mit Flustix deshalb dort an, wo jeder einzelne etwas bewegen kann und vermeiden gleichzeitig Plastikmüll in den Unternehmen bereits bevor er entsteht."

Das Thema - und die Brisanz, jetzt gegenzusteuern - sieht er in der Mitte der Gesellschaft angekommen. "Natur ist das Thema, das die Deutschen derzeit und künftig am meisten bewegen wird und somit auch nach oben auf die Agenda in den Redaktionen wandern wird, in allen Ressorts", sagt Malte Biss. "Das Thema ist in der Gesellschaft angekommen, das Problem erkannt worden  und es muss gehandelt werden."

Dabei hofft er darauf, dass die Redaktionen mitziehen. "In der Plastik-Thematik liegt auch für die Medien eine große Chance, denn die Inhalte sind von großem Interesse, sie werden unter andere auf den Social Media Kanälen überdurchschnittlich gut geklickt – da sind Sie social schnell innerhalb von 24 Stunden im zweistelligen Millionen-Bereich", so der Medienprofi.

"Der Einsatz von Plastik ist unter anderem in der Medizin, im Transport oder der Forschung unersetzbar, aber es sollte nicht eingesetzt werden, um aus beinahe allen Artikeln Wegwerfprodukte zu machen", argumentiert Malte Biss - und berichtet auch sehr anschaulich aus dem eigenen Alltag: "Nach einem Wocheneinkauf für meine fünfköpfige Familie habe ich mindestens einen Gelben Sack voll mit Plastik, das ich nur einmal in der Hand hatte", sagt er. "Aus diesem Sack wird übrigens mehr als die Hälfte verbrannt, nett umschrieben als: thermisches Recycling." Immerhin: 71 Prozent der Deutschen versuchen schon jetzt, beim Einkauf Plastik zu meiden.

kress.de-Tipp: Die repräsentative Studie und weitere Informationen zum Flustix-Siegel, das perspektivisch auch im gesamten europäischen Raum zum Einsatz kommen soll, finden Sie hier!

Hintergrund: Malte Biss, einst Stellvertreter des legendären und viel zu früh verstorbenen Paul Sahner im Interview-Ressort von "Bunte" sowie Chefreporter von "Bild am Sonntag", war zuletzt seit dem 1. April 2015 Ressortleiter Unterhaltung bei "Bild". Im vergangenen Oktober verließ er Axel Springer, das Haus, das ihn schon seit jungen Jahren geprägt hatte: An der Georg-August-Universität Göttingen studierte Malte Biss Medienwissenschaften und Sport. Schon zu Uni-Zeiten jobbte er für "Bild".

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.