Wie Emanuel Rotstein mit History-Dokus weltweit Aufmerksamkeit erzeugt

 

"Geschichten aus neuen Blickwinkel zu erzählen - und das mit authentischen Protagonisten": So lautet der Anspruch des mehrfach preisgekrönten Produktionschefs des Münchner Pay-TV-Hauses History, Ableger des US-Riesen im deutschsprachigen Raum. Für seine Doku "Guardians of Heritage - Hüter der Geschichte" hat Emanuel Rotstein zuletzt Stars wie Hannes Jaenicke, Ulrike Folkerts und Christian Berkel gewonnen.

Die prominenten Geschichts-"Hüter" begleitete Rotstein mit einem Mini-Drehteam in jordanische Flüchtlingslager, ins noch immer von den Spätfolgen des Balkankrieges gezeichnete Sarajewo, ins ehemalige Ghetto von Lodz, zu den Nachkommen indigener Ureinwohner in Nordamerika oder nach Kambodscha. Immer ging es im dreiteiligen "Guardians"-Film darum, Weltkulturerbe zu retten. Auch wenn das im Kleinen nur bedeutet, die Erinnerung und die Erzählungen aufzufrischen.

So sieht man Hannes Jaenicke im Film, wie er in einem jordanischen Flüchtlingscamp syrische Kinder beobachtet, die zerstörte Stätten wie Palmyra mit Holzstückchen und Pappe nachbauen. "Guardians of Heritage - Hüter der Geschichte" feierte Ende November im Bode-Museum in Berlin eine vielbeachtete Weltpremiere und ist weiterhin im History-Programm zu sehen. 

"Ich wusste, dass sie für die Bewahrung von Geschichte stehen und mit Herz und Seele dabei sind", sagt Filmemacher Emanuel Rotstein, der vor seiner Zeit bei History sieben Jahre Chefredakteur an der Seite von Branchenlegende Maurice Philip Remy ("Mogadischu - Die Dokumentation") war, über die von ihm für das Projekt gewonnen TV-Promis. "Es war eigenes journalistisches Interesse der Stars", sagt er über die Kulturretterfahrten mit Jaenicke und Co, die sich für die nicht üppig bezahlte History-Arbeit die vollen Terminkalender freiräumten.

Mit einem Bruchteil des Budgets, das der History-Mutterkonzern in den USA für ähnliche Eigenproduktionen ausgibt, gelang Rotstein mit dem "Hüter"-Projekt erneut ein Vorzeigefilm, der wie schon zuvor seine Dokus "Der elfte Tag" über die Überlebenden des Attentats auf die Olympischen Spiele in München 1972 oder "Die Befreier" über die GIs, die im April 1945 erstmalig zum KZ in Dachau vordrangen, viel Aufmerksamkeit auf sich zieht. "Unser Anspruch ist, Filme zu produzieren, die internationalen Standards standhalten", sagt Rotsteins Boss Andreas Weinek, der Deutschland-Geschäftsführer der Sender History und A+E.

Im Gespräch mit "kress pro" (Ausgabe 8/2017) lässt Emanuel Rotstein exklusiv in seine Werkstatt blicken und zeigt Wege auf, wie man auch mit vergleichsweise bescheidenem Budget Doku-Projekte drehen kann, die weltweit Gehör finden - und auch anderswo ausgestrahlt werden. "Ich bin Produzent und Redakteur in einem", sagt er über seine Arbeitsweise. Für den "Guardians"-Film wurde keine externe Produktionsfirma beauftragt. "Es ist Freiheit, Privileg und Luxus, so arbeiten zu können", so Rotstein.

Wie Rotstein, Weinek und Co für die internationale Weiterverbreitung ihrer Eigenproduktionen sorgen, erfahren Sie im ausführlichen History-Case im gedruckten "kress pro". Außerdem kann man dort im Detail nachlesen, was es bei der Recherche, Planung und Durchführung der Themen zu beachten gilt und wie wichtig eigene Leuchttürme im umkämpften deutschen Pay-TV-Markt sind.

kress.de-Tipp: Der Case ist unter dem Motto "Schmales Budget, weltweites Aufsehen" in "kress pro"-Ausgabe 8/2017 (Oktober) erschienen. Die Ausgabe gibt es in unserem Shop als E-Paper oder gedruckt - und im iKiosk. Per E-Mail kann sie unter vertrieb(at)oberauer.com bestellt werden.

"kress pro" - das Magazin für Führungskräfte bei Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. "kress pro"-Chefredakteur ist Markus Wiegand, Herausgeber Johann Oberauer. "Zum "kress pro"-Abo.

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