Was Führungskräfte in der TV-Branche verdienen

11.12.2017
 
 

Das Führungskräftemagazin für die Medienbranche, "kress pro", berichtet über die Gehälter von Managern und Chefredakteuren. Die Zahlen beziehen sich auf 2016. Im Fernsehen dominieren die beiden großen Senderketten das Gehaltsgefüge.

Als börsennotiertes Unternehmen legt ProSiebenSat.1 die Gehälter offen. Thomas Ebeling erhielt demnach inkl. Aktienoptionen 4,1 Millionen Euro. RTL-Chefin Anke Schäferkordt dürfte sich ebenfalls in dieser Niveauklasse bewegen. Auch die Ebene darunter verdient noch gut. ProSiebenSat.1-Finanzchef Gunnar Wiedenfels lag 2016 bei 2,1 Millionen Euro.

Bei den Senderchefs beginnen die Gehälter bei den Kleinen bei 200.000 Euro und dürften auf bis zu 750.000 Euro bei den Großen steigen. Olaf Schröder, Sport1-Chef und Mitglied der Constantin-Geschäftsleitung, verdiente 2016 rund 573.000 Euro.

Ein Sonderfall sind die Öffentlich-Rechtlichen. Im Vergleich zur Privatwirtschaft sind die Intendanten Thomas Bellut (ZDF, 320.000 Euro im Jahr) und Tom Buhrow (WDR, 399.000 Euro im Jahr) mäßig bezahlt. Immerhin sind die Zahlen aber inzwischen öffentlich. Der Weg dahin war aber nicht einfach. ARD-intern sorgte etwa für Gesprächsstoff, in welcher Reihenfolge man die Intendantengehälter veröffentlichen sollte. In der Reihenfolge der Höhe mit WDR-Mann Tom Buhrow als Nummer eins? Oder doch besser alphabetisch mit dem BR an erster Stelle? Der WDR setzte sich schließlich durch. Tom Buhrow steht jetzt im Netz rechts außen.

Auch die Gehälter der Direktoren sind veröffentlicht. Dort sah der NDR dringenden Handlungsbedarf und setzte durch, dass jetzt das monatliche Durchschnittsgehalt (18.500 Euro Grundvergütung) genannt wird. Im Vergleich zum MDR (14.500 Euro) wirkt die Zahl nicht bedrohlich hoch. Das Jahresgehalt beim NDR (220.000 Euro) im Vergleich zum MDR (174.000 Euro) wirft dagegen schon einige Fragen auf.

Was in der Transparenzoffensive bisher ebenfalls nur wenig zum Ausdruck kommt, ist eine Offenlegung der üppigen Pensionszusagen, die sich am Politikbetrieb orientieren. Der Wert der Pensionsverpflichtungen, zu denen sich das ZDF gegenüber Thomas Bellut verpflichtet hat, der sogenannte Barwert lag Ende 2015 bei 3,8 Millionen Euro. Nach einer gutachterlichen Stellungnahme des auf solche Berechnungen spezialisierten wirtschaftsmathematischen Instituts Mensch & Kuhnert errechnet sich daraus nach dem Ausscheiden Belluts eine monatliche Pension von mindestens 20.000 Euro im Monat. Der Barwert-Anspruch von Chefredakteur Peter Frey beläuft sich auf 2,4 Millionen Euro. Das ZDF ist für seine siebenköpfige Spitze bis Ende 2015 insgesamt eine Pensionsverpflichtung von 14,8 Millionen Euro eingegangen. Der WDR, der die Daten ebenfalls offenlegt, kommt (Ende 2015) auf 12,3 Millionen Euro, für die der Beitragszahler geradesteht.

kress.de-Tipp:  Was die Führungskräfte in der Radiobranche, Digitalchefs, Chefredakteure und Manager in den Verlagen verdienen, lesen Sie in "Der große Gehaltsreport", erschienen in "kress pro"-Ausgabe 8/2017 (Oktober). Die Titelgeschichte zeigt auch die Vergütungstrends der Branche und hilft Ihnen, ihr nächstes Gehalt besser zu verhandeln. Die Ausgabe gibt es in unserem Shop als E-Paper oder gedruckt - und im iKiosk. Per E-Mail kann sie unter vertrieb(at)oberauer.com bestellt werden.

"kress pro" - das Magazin für Führungskräfte bei Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. "kress pro"-Chefredakteur ist Markus Wiegand, Herausgeber Johann Oberauer. "Zum "kress pro"-Abo.

 

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.