Verlagshaus auf Ideensuche: "Grüne Wochen" sollen regelmäßiges G+J-Format werden

 

20 Gruner + Jahr-Chefredakteure haben sich im Mai für zwei Wochen aus ihren Redaktionen ausgeklinkt und gemeinsam nach neuen Ideen für das Unternehmen gesucht. Mit dem Ergebnis dieser "Grünen Wochen" ist G+J-Produktchef Stephan Schäfer so zufrieden, dass er die Aktion 2018 auf das gesamte Unternehmen ausdehnen will.

"Besser ohne Chef". So war die Titelgeschichte überschrieben, mit der "Capital" im September 2016 aufmachte. Die Ausgabe kam selbst ohne Zutun des Chefs zustande: Horst von Buttlar hatte seine Redaktion vier Wochen lang machen lassen.

Das kleine Experiment des Wirtschaftsmagazins fand Widerhall im Verlag Gruner + Jahr: Stephan Schäfer, Chief Product Officer von G+J, brachte eine ähnliche Aktion für alle Redaktionen auf den Weg. Ihr Name: "Grüne Wochen".  Im Mai kehrten daraufhin 20 Chefredakteure ihrem Schreibtisch für zwei Wochen den Rücken, um losgelöst von den Zwängen des Tagesgeschäfts Initiativen zu entwickeln, die dem Unternehmen nutzen. Zugleich arbeiteten auch ihre Redaktionen an gemeinsamen Projekten. "Das Ziel war es, raus aus dem Alltag zu gehen, mit Routinen zu brechen und neue Ideen, Strategien und Projekte zu entwickeln", sagt Produktchef Schäfer.

Alle beteiligten Chefredakteure mussten zunächst jeweils drei Themen vorschlagen, die sie persönlich gerne bearbeiten würden. Es sollte sich um Fragen handeln, die für das Unternehmen relevant sind und die über das Tagesgeschäft hinausweisen. Die Chefredakteure wählten acht dieser Vorschläge aus und bildeten für jedes Thema eine Arbeitsgruppe mit zwei bis vier Mitgliedern. Sie beschäftigten sich mit Fragen wie diesen: Ist das Thema Künstliche Intelligenz für G+J relevant? Wie lassen sich die Marken des Hauses durch Veranstaltungen erlebbar machen? Kann G+J etwas von journalistischen Start-ups lernen?

Schäfer zieht nun eine positive Bilanz der "Grünen Wochen": "Die Ergebnisse waren viel konkreter, als ich das vorher gedacht hatte", sagt er. Manche Gruppen hätten ihre Konzepte schon mit Business-Plan vorgestellt. "Einige Ideen werden wir schon bald umsetzen", kündigt er an.

G+J will die "Grünen Wochen" im kommenden Jahr in größerem Maßstab zu wiederholen. In den Genuss der Aktion sollen dann nicht nur die Redaktionen, sondern auch die Verlagsabteilungen kommen: "Wir werden das Projekt 2018 auf das ganze Haus ausrollen", kündigt Schäfer an. "Die 'Grünen Wochen' sollen ein regelmäßiges Format für G+J werden."

kress.de-Tipp
: Der Text  ist ein Auszug aus dem "kress pro"-Case "Im grünen Bereich" zur G+J-Initiative "Grüne Wochen". Die entsprechende "kress pro"-Ausgabe 8/2017 (Oktober) gibt es in unserem Shop als E-Paper oder gedruckt - und im iKiosk. Per E-Mail kann sie unter vertrieb(at)oberauer.com bestellt werden.

"kress pro" - das Magazin für Führungskräfte bei Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. "kress pro"-Chefredakteur ist Markus Wiegand, Herausgeber Johann Oberauer. 

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