Wie Sharique Husain TV-Sender aus der Werbekrise retten möchte

 

Neugierig geworden, welcher Kunstdruck da bei "The Big Bang Theory" an der WG-Wand hängt? Oder lieber gleich das Kleid von Darstellerin Cynthia Nixon aus "Sex and the City" über den Bildschirm bestellen? Das Startup Dive.TV mit Sharique Husain als Chief Business Officer könnte die Vermarktung revolutionieren. Es bietet eine Software an, die E-Commerce-Transaktionen zu den Inhalten des Programms ermöglicht.

Zentrales Anliegen des ursprünglich aus Spanien stammenden Digitalunternehmens Dive.TV ist es, das tiefe "Eintauchen" in das Fernseherlebnis zu ermöglichen. Daher auch der Firmenname. Im Hintergrund arbeitete dabei eine auf Objekterkennung und Kontextualisierung spezialisierte, KI-getriebene Software, die Fragen zu Schauspielern einer TV-Serie, zu Hintergründen, Biografien und Klatsch, aber eben auch zu den Produkten in der fiktionalen Spielhandlung beantwortet.

Führende Privatsenderfamilien in Deutschland sowie Hersteller wie Samsung und LG sind auf die in Deutschland von Sarique Husain weiter zu vermarktende Technologie bereits angesprungen. Für ProSieben-Dauerbrennerserien wie eben die Sitcom "TBBT" aus der Nerd-Wohngemeinschaft hat Husain die Serieninhalte bereits entsprechend aufbereitet, um sie interaktiv - und abseits klassischer Werbung lukrativ - zu machen.

Weil Dive.TV über komplexe Gesichts- und Objekt-Erkennungssuchmaschinen sowie Deep-Learning-Technologien die Inhalte der Serie analysiert hat, lässt sich am Smart-TV-Bildschirm oder über eine App-Lösung auf dem Handy-Display auf einen Blick nachprüfen, welche Serien-Schauspieler schon woanders zu sehen waren. Außerdem erfährt man per Knopfdruck mehr über die Vase auf dem Tisch, die teure Armbanduhr am Handgelenk der Darsteller und kann sie ohne Medienbruch direkt bestellen. Eine attraktive Erlösquelle für die Sender.

"Das Nutzerverhalten hat sich verändert", sagt Sharique Husain im Gespräch mit "kresspro" (Ausgabe 09/2017). "Sie erwarten mehr Interaktivität und 'Richness'", wie er die Zusatzservices nennt. Er öffnet damit den Vermarktern neue Wege in der Ansprache ihrer Kunden. Von den Kooperationen, die Husain anbahnt - zuletzt präsentierte er Dive.TV vielbeachtet auf der IBC-Messe in Amsterdam - verspricht er sich auch für sein eigenes Startup den Durchbruch. "Wir haben das Potenzial, ein globaler Marktführer zu werden", sagt er.

Das Unternehmen Dive.TV wurde von Jose Luis Florez, Guillermo Encina, Carlos Echalecu und Sharique Husain in Madrid gegründet und beschäftigt derzeit rund 50 Mitarbeiter - hauptsächlich IT-Spezialisten. Auf dem Heimatmarkt arbeitet man im großen Stil mit der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt RTVE zusammen und hat dort die "Ministry of Time"-Show komplett kontextualisiert. Mehr als 200.000 Objekte hat Dive.TV dafür elektronisch identifiziert und markiert. Sie alle sind prinzipiell "shoppable" und daher für E-Commerce-Geschäfte geeignet.

kress.de-Tipp:  Wie genau Vermarkter, aber auch Markenhersteller und Agenturen von der Dive.TV-Technologie profitieren können und wie sich dank optimierter Datenaufbereitung auch verbesserte, weil passgenau klassische Werbebuchung umsetzten lassen, erfährt man detailliert im großen Vermarkter-Case rund um das Unternehmen in "kress pro"-Ausgabe 9/2017 (November). Die Ausgabe gibt es in unserem Shop als E-Paper oder gedruckt - und im iKiosk. Per E-Mail kann sie unter vertrieb(at)oberauer.com bestellt werden.

"kress pro" - das Magazin für Führungskräfte bei Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. "kress pro"-Chefredakteur ist Markus Wiegand, Herausgeber Johann Oberauer. "Zum "kress pro"-Abo.

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