Burda steigt mit Ingo Rübe ins Blockchain-Geschäft ein - Kai Riecke neuer CTO

 

Die Blockchain-Technologie ist auch auf dem aktuell von Burda ausgerichteten Digitalkongress DLD wieder ein heißes Thema. Damit lassen sich Transaktionen im Netz sicher, weitestgehend selbstverwaltet und ohne Zwischeninstanzen abwickeln. Unter der Führung des bisherigen CTOs Ingo Rübe soll das neu gegründete Burda-Startup BOT Labs in Berlin nun die Marktchancen ausloten.

Ingo Rübe wird das neue Berliner Burda-Unternehmen nun führen. Ziel ist es, auf Basis der Blockchain-Technologie "konkrete Innovationen für Unternehmen zu erarbeiten und Wege zu identifizieren, wie sie in die operativen Geschäfte integriert werden können", heißt es von Burda passend zum noch bis Montagabend laufenden DLD.

Rübe, bislang Chief Technology Officer für das nationale Verlagsgeschäft, bekommt dafür Rückendeckung von höchster Stelle. "Blockchain hat das Potenzial, die Nachfolge des http-Protokolls im World Wide Web anzutreten", sagt Burda-Vorstand Philipp Welte, "und damit das von wenigen Megakonzernen beherrschte Internet wieder zurückzuführen zu seinem höchst demokratischen Gründungsmythos."

Weil Ingo Rübe sich voll auf seine neuen Startup-Aufgaben konzentrieren wird, rückt in München Kai Riecke auf die Position des CTOs für das nationale Verlagsgeschäft. Er verantwortet bei Burda bereits seit 2014 in unterschiedlichen Bereichen die Anwendung technologischer Innovationen für das Medienhaus.

Riecke war von 2017 bis 2012 bei "Bild digital" Direktor Produkt, später wurde er Verlagsgeschäftsführer bei Weka. Bei Burda hat er sich zuletzt als Director Product bei der Einführung der neuen Technologieplattform der AdTech Factory, Burdas Plattform für die Abwicklung von Print- und Digitalanzeigen, eingebracht. Die AdTech Factory soll er auch als CTO weiter eng begleiten.

Hintergrund: Zum Auftakt der diesjährigen DLD-Konferenz, die von DLD-Geschäftsführerin Stephanie Czerny organisiert wird, hat der geschäftsführende Außenminister Sigmar Gabriel die europäischen Unternehmen davor gewarnt, sich in technologischer Hinsicht bei der Digitalisierungsstrategie nicht von den USA und von China abhängen zu lassen. Anders als die beiden so unterschiedlichen, aber gleichermaßen selbstbewusst wie erfolgreich auftretenden Wirtschaftsnationen, die gezielt wenige Marktführer als De-Facto-Monopolisten (Google, Amazon, Facebook, aber auch Tencent, Alibaba, Baidu) fördern, vermisst Gabriel bei den Europäern eine koordinierte Digitalisierungsstrategie. Er warnte etwas alarmistisch vor einem Kalten Krieg, den Europas Unternehmen nur gemeinsam bestehend können. Zum neuen Burda-Engagement sagt Ingo Rübe: "Das Spannende an Bockchain ist, dass es sich um eine zutiefst demokratische, konsumentfreundliche und sichere Technologie handelt", so der scheidende CTO. "Sie kann Intermediäre aller Art überflüssig machen, Datenmissbrauch und Datensilos eliminieren und dadurch das Mediengeschäft revolutionieren - aber nicht nur das."

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