Dirk Ippen vor Übernahme von "Frankfurter Rundschau" und "Frankfurter Neue Presse"

 

Verleger Dirk Ippen plant die Übernahme von "Frankfurter Rundschau" und "Frankfurter Neue Presse". Das erfuhr kress aus Unternehmenskreisen. Der Deal könnte aber noch im letzten Moment scheitern. Streitpunkt ist die Frage, was mit der Frankfurter Societäts-Druckerei geschieht, die auch zum Verkaufspaket gehören soll.

Im Oktober hatte "kress pro" gemeldet, dass die Eigentümerin, die Fazit-Stiftung, Partner für ihre Zeitungen sucht. Damals hatte die Stiftung die Informationen unserer Redaktion nicht dementiert, sondern lediglich mitgeteilt: "Wie bei allen Marktteilnehmern üblich, prüft auch die Fazit-Stiftung regelmäßig Optionen und Perspektiven für ihre verschiedenen Zeitungstitel". In diesem Kontext würden mit anderen Verlagen "von Zeit zu Zeit Gespräche über Möglichkeiten der Kooperation oder alternative Formen der Zusammenarbeit" geführt. "Spruchreife Pläne" gebe es derzeit aber nicht.

Nach Informationen von kress hatten sowohl die Essener Funke Mediengruppe von Verlegerin Julia Becker als auch die Mediengruppe Madsack (CEO: Thomas Düffert) die Bücher in Frankfurt prüfen lassen - und kein Interesse am Einstieg gezeigt.

Jetzt scheinen Prof. Dr. Dr. Andreas Barner und Michael Spankus, Geschäftsführer der Fazit-Stiftung, doch noch einen Käufer gefunden zu haben. Dirk Ippen greift nach der Mediengruppe Frankfurt. Ippen ist Verleger unter anderem der in Hessen erscheinenden Tageszeitungen "Hessische/ Niedersächsische Allgemeine" in Kassel, die "Gießener Allgemeine", die "Wetterauer Zeitung", die "Alsfelder Allgemeine", sowie "Offenbach Post" und "Hersfelder Zeitung" (im vergangenen Jahr sprach die Gewerkschaft verdi davon, dass Ippen in Nord-Hessen ein "Quasi-Monopol" habe).

Zur Mediengruppe Frankfurt gehören neben der "Frankfurter Rundschau" und der "Frankfurter Neuen Presse" verschiedene Anzeigenblätter, Internetportale, Magazine, ein Buchverlag, Messen und die angesehene Frankfurter Societäts-Druckerei. Das Druckzentrum in Mörfelden zählt zu den größten Druckereien Europas.

Die Verhandlungen mit Verleger Dirk Ippen und seinen Emissären zieht sich nach unseren Kenntnissen schon seit Wochen hin, immer wieder war aus Verhandlungskreisen von einem finalen Abschluss die Rede, der aber bislang nicht zustande kam. Heute soll erneut über die Zukunft der Mediengruppe Frankfurt verhandelt werden.

Weder die Fazit-Stiftung als Eigentümerin der Mediengruppe Frankfurt noch die Ippen-Gruppe wollten auf Nachfrage von kress die Gespräche kommentieren.

Die Fazit-Stiftung hat erst im vergangenen Jahr ihre Frankfurter Societäts-Medien GmbH (Geschäftsführer: Oliver Rohloff) in Mediengruppe Frankfurt umbenannt. Das soll für Modernität stehen und den Wandel des Unternehmens dokumentieren; zudem erscheinen "FR" (Chefredakteurin: Bascha Mika, Arnd Festerling) und "FNP" (Chefredakteur: Joachim Braun) mit neuen Designs; für die "FNP" hat der Verlag rund eine Million Euro in einen über 1000 Quadratmeter großen Newsroom investiert.

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