Warum Susanne Aigner-Drews auf Olympia-Strahlkraft für den Eurosport Player hofft

 

Susanne Aigner-Drews, Deutschland-Chefin von Discovery Networks und damit Geschäftsführerin für Eurosport, hat Ausdauersport schon hinter sich: Als "Home of the Olympics" will die Discovery-Gruppe zeigen, wie man Winterspiele volldigital an die Sportfans bringt. Neben ihren Sendern Eurosport und dem auf Olympia gedrehten Frauenkanal TLC steht für Aigner-Drews der digitale Eurosport Player im Zentrum. Im Interview mit "kress pro" erklärt sie ihr Olympia-Konzept.

Hinter Susanne Aigner-Drews liegen harte Monate des Verhandelns und der logistischen Herausforderungen. Dabei zoffte sie sich nicht nur mit dem Plattform-Partner Sky - mit dem Ergebnis, dass auf dem Pay-Sender Eurosport 2 bei Sky keine Olympia-Inhalte zu sehen sind. Bei anderen Verbreitungspartnern wie HDplus zeigt Eurosport 2 Live-Bilder aus Pyeongchang.

Außerdem musste die Eurosport-Chefin harte Verhandlungen mit ARD und ZDF mit durchboxen, nachdem die Verhandlungen über Sublizensierungen für Olympia-Live-Berichte zwischenzeitlich ganz ausgesetzt waren. Nun sind ARD und ZDF sozusagen Untermieter im "Home of the Olympics". Im Interview mit dem aktuellen "kress pro" (1/2018) erklärt Susanne Aigner-Drews ihr Olympia-Konzept.

"kress pro": Von der anfänglichen Euphorie, dann vielleicht auch dem Respekt vor der großen Aufgabe, über verschiedene Irritationen bis hin zu dem Moment, an dem es nun mit den Olympia-Übertragungen auf Ihren Sendern losgeht: Wie viel Angstschweiß haben Sie im Wechselbad der Emotionen verloren?

Susanne Aigner-Drews: Wir haben mit Sicherheit viel Schweiß vergossen, Angstschweiß eher weniger. Man muss sich aber vor Augen halten: Es ist das größte operative Ereignis, das Eurosport und Discovery jemals auf die Beine gestellt haben. Da verliert man einiges an Schweiß. Viele Hunderte an Stunden von Arbeit gingen in Vorbereitungen, die wir in den vergangenen Monaten geleistet haben – etwa darin, das Konzept aufzusetzen und festzulegen, welche Sportwettkämpfe wo übertragen werden. Es ging um Fragen wie: Wie kombinieren wir unser Olympia-Angebot auf unseren linearen Sendern – gerade im Free-TV bei Eurosport 1 und TLC? Es ging um neue Programmideen wie unsere Primetime-Show "zwanzig18". Wie verknüpfen wir das digitale und lineare Angebot? Viele meiner Kollegen haben in die Beantwortung dieser Fragen unzählige Stunden investiert. 

"kress pro": Ihren digitalen Eurosport Player haben Sie ja zuletzt vor allem bei den Bundesliga-Fans auch über den großen Werbedruck flächendeckend bekannt gemacht. Wie viele Abonnenten hat er denn nun?

Susanne Aigner-Drews: Ich bitte um Verständnis, dass wir keine Zahlen nennen.

"kress pro": Auch keine Größenordnung?

Susanne Aigner-Drews: Wir sind mit der Entwicklung des Eurosport Players sehr zufrieden. Mit der Bundesliga haben wir eine ganz neue Zielgruppe für unseren Player gewonnen.

"kress pro": Der Eurosport Player kann allerdings mit Olympia deutlich mehr zeigen und für Fans noch interessanter werden, als er es bislang mit Ihren exklusiven Live-Fußballspielen am Freitag, an Sonntagen und Montagen ist. Sie dürfen da ja ad hoc einen zusätzlichen Abo- Schub zu Olympia erwarten, oder nicht?

Susanne Aigner-Drews: Wir gehen davon aus, dass die Olympischen Spiele eine Strahlkraft für den Eurosport Player haben werden – selbst wenn wir sehr viel Live-Content auf unseren Free-TV-Sendern und auch im Pay- TV zeigen werden. Der große Vorteil des Players ist, dass man die Inhalte überall sehen kann – egal ob das auf dem Handy, dem iPad oder dem Laptop ist. Das ist unsere mobile Variante, die ausgesprochen bequem ist und technisch funktionieren wird. Wir gehen davon aus, dass der Eurosport Player sich einer hohen Nutzung erfreuen wird.

"kress pro": Bei den Bundesliga-Übertragungen hat es anfänglich auf dem Eurosport Player ja noch an zwei Spieltagen geruckelt.

Susanne Aigner-Drews: Das haben wir in den Griff bekommen.

"kress pro": Wird denn der Eurosport Player in den Zielgruppen, die man dort vermutet, tatsächlich stärker angenommen? Beim Thema Bundesliga gab es ja zunächst Befürchtungen, dass etwas ältere Fußball-Fans vielleicht technisch überfordert waren und sich die Installation Ihres Players sogar von ihren Enkelkindern einrichten lassen mussten.

Susanne Aigner-Drews: Die Nutzung des Eurosport Players ist so einfach, dass er für alle Altersgruppe geeignet ist. Zur Anzahl der Nutzer, aber auch zur Zuschauerstruktur geben wir keine Auskunft. Da halten wir es wie alle anderen im Markt auch.

"kress pro": Wie etwa DAZN oder Netflix.

Susanne Aigner-Drews: Es sind Daten, über die wir nicht sprechen.

"kress pro": Verraten Sie uns wenigstens, wie viele Abonnenten sich für das inhaltlich doch deutlich attraktivere Eurosport-2-Angebot mit Bundesliga und Olympia etwa bei HDplus gefunden haben?

Susanne Aigner-Drews: Nein.

"kress pro": Was bedeutet es für Ihr unmittelbar anstehendes Olympia-Geschäft, dass der Eurosport-Europachef Peter Hutton das Unternehmen in Richtung Facebook verlässt?

Susanne Aigner-Drews: Dazu kann ich keinen Kommentar abgeben.

"kress pro": Aber wird er aktiv ab sofort weg sein? Mit welchen Fristen scheidet er aus?

Susanne Aigner-Drews: Wie bereits gesagt: kein Kommentar. 

kress.de-Tipp: Alle Hintergründe zum Olympia-Aufschlag von Eurosport, TLC und Co. sowie zum internen Wettbewerb mit ARD und ZDF lesen Sie in der aktuellen "kress pro" (1/2018). Die Ausgabe gibt es in unserem Shop als E-Paper oder gedruckt - und im iKiosk. Per E-Mail kann sie unter vertrieb(at)oberauer.com bestellt werden.

"kress pro" - das Magazin für Führungskräfte bei Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. "kress pro"-Chefredakteur ist Markus Wiegand, Herausgeber Johann Oberauer. "Zum "kress pro"-Abo.

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