Günter Bannas geht in Ruhestand: Eckart Lohse wird Berlin-Chef der "FAZ"

13.02.2018
 
 

Die deutsche Bundespolitik verliert einen ihrer langjährigsten und bestens vernetzten Analysten und Beobachter: Günter Bannas, seit 1998 Leiter des politischen Ressorts der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" in der Hauptstadt, geht in den Ruhestand. Ihm folgt Eckart Lohse. Alle Personalien bei der "FAZ" im Überblick. 

Bannas, geboren am 8. Mai 1952 in Kassel, trat bereits im September 1979 in die Nachrichtenredaktion der "FAZ" ein. 1981 entsandte ihn die Zeitung als politischer Berichterstatter nach Bonn. Nur kurz, von Februar 1997 bis Sommer 1998, verließ er die "FAZ", um das Büro der "Süddeutschen Zeitung" in der Hauptstadt zu leiten, bevor er im Herbst 1998 die politische Redaktion der "FAZ" leitete.

Für viele Hauptstadtkorrespondenten gilt Bannas als Vorbild. Detailreich beschreibt er die politischen Geschehnisse, ohne dass er je Teil der Politik werden wollte. Am Rande war sein Platz, Duzfreundschaften mit Politikern waren seine Sache nicht, bei den Entscheidungsträgern in den Parteien war er geschätzt für seine faire, aber kritische und deutliche Berichterstattung.

Nachfolger von Günter Bannas als Chef der Berlin-Politik wird zum 1. April Eckart Lohse. Lohse, geboren am 10. März 1963, berichtet über die Bundespolitik seit 1996, von 2003 bis 2014 war er Leiter des Berliner Büros der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Berlin verlassen wird Majid Sattar, Jahrgang 1970. Sattar, der bei der "Heilbronner Stimme" volontierte, kam im Jahr 2000 zur "FAZ" und berichtete seit April 2010 aus der Hauptstadt. Sattar wechselt als Korrespondent nach Washington, wo er die Nachfolge von Andreas Ross antritt. Ross, Jahrgang 1975, übernimmt Aufgaben in der Redaktion Zeitgeschehen. 

Bei der "FAZ" gibt es weitere Veränderungen in der Redaktion. Zunächst in der Politik-Berichterstattung:

Nach fast 40 Jahren ist Jörg Bremer Ende vergangenen Jahres in den Ruhestand gegangen. Bremer trat 1978 in die politische Nachrichtenredaktion ein. Von 1981 bis 1986 war er Korrespondent in Warschau, danach berichtete er aus Niedersachsen, bevor er 1991 als Korrespondent für Israel und die palästinensischen Gebiete nach Jerusalem entsandt wurde. 2009 folgte sein Wechsel nach Rom als politischer Korrespondent für Italien und den Vatikanstaat.

Nach Italien ist Matthias Rüb gewechselt, zuvor Lateinamerika-Korrespondent mit Sitz in São Paulo. Dessen Berichtsgebiet hat Tjerk Brühwiller übernommen. Seit Anfang des Monats berichtet Thilo Thielke aus Afrika.

Albert Schäffer kam im Mai 1986 zur Zeitung. Von 1989 an berichtete er als Korrespondent aus Düsseldorf, Bonn und Berlin und zuletzt - seit 2001 - aus München. Ende Januar ist er in den Ruhestand gegangen. Auf Schäffer ist in der bayerischen Landeshauptstadt Timo Frasch gefolgt, zuvor Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

Auch Petra Kolonko ist in den Ruhestand gegangen. Kolonko trat 1988 in die Redaktion ein und wurde im Jahr darauf als Korrespondentin nach Peking entsandt. Zwischen 1995 und dem Jahr 2000 kommentierte sie die Ereignisse in Asien aus der politischen Redaktion in Frankfurt und kehrte danach nach Peking zurück. 2008 wechselte sie nach Tokio und berichtete von dort über Japan, Korea und Taiwan. 2011 folgte die Rückkehr nach Peking als politische Korrespondentin für die Volksrepublik China, die Mongolei, Nordkorea und Taiwan.

Petra Kolonkos Posten hat Friederike Böge übernommen, die zuvor in der Nachrichtenredaktion tätig war.

Ebenfalls in den Ruhestand gegangen ist Mechthild Küpper, die von 1999 an Korrespondentin der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" für Berlin war, 2004 kam die Berichterstattung für das Land Brandenburg hinzu.

Auch Karl-Peter Schwarz ist in den Ruhestand gegangen. Schwarz kam Ende 2000 zur "FAZ" und war zehn Jahre Korrespondent in Prag. Zuletzt berichtete er mit Sitz in Wien über die Tschechische Republik und die Slowakei, über Rumänien, Slowenien, Kroatien, Montenegro und Albanien.

Ebenfalls in den Ruhestand gegangen ist Rainer Achim Blasius. Blasius trat im Jahr 2000 in die politische Redaktion ein, von 2001 an verantwortete er das Ressort "Politische Bücher". Die Verantwortlichkeit dafür ist an Peter Sturm gegangen. Sturm, der sich auch um die Volontäre kümmert, ist seit 1991 bei der Zeitung.

Seit August ist Matthias Wyssuwa politischer Korrespondent für Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

Markus Wehner ist im Spätsommer als politischer Korrespondent von der "Sonntagszeitung" zur "FAZ" gewechselt, sein Dienstsitz ist Berlin geblieben. Ebenfalls von der "FAS" kommend, ist Morten Freidel in die politische Nachrichtenredaktion gewechselt. Dort neu ist Kim Björn Becker. Um die Online-Berichterstattung kümmern sich Anna-Lena Ripperger und Johanna Dürrholz.

Wirtschaft

Seit Anfang des Jahres ist Johannes Pennekamp verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, Sven Astheimer wurde die Verantwortlichkeit für die Unternehmensberichterstattung übertragen. Nadine Bös folgte auf Astheimer und wurde verantwortliche Redakteurin für "Beruf und Chance". Julia Löhr wurde zum Jahreswechsel als Wirtschaftskorrespondentin nach Berlin entsandt.

Feuilleton

Andreas Rossmann ist nach mehr als dreißig Jahren Zugehörigkeit Ende des Jahres in den Ruhestand gegangen. Rossmann kam 1986 zur "FAZ" und war seither Kulturkorrespondent für Nordrhein-Westfalen mit Sitz in Köln. Rossmanns Nachfolger ist Patrick Bahners, der zuvor aus München berichtete.

Im Sommer des Vorjahres ist Eleonore Büning in den Ruhestand gegangen. Sie kam 1997 als Musikredakteurin zur Zeitung und leitete das Musikressort von 2012 an. Neu in der Feuilleton-Redaktion sind Elena Witzeck und Stefan Trinks.

Sport

In die Sportredaktion eingetreten ist Jan Ehrhardt. Ehrhardt kümmert sich vorrangig um den Sport in der Online-Berichterstattung.

"Rhein-Main-Zeitung"

In den Ruhestand gegangen ist Werner Breunig. Breunig trat 1983 in die Bildschirmtextredaktion der Zeitung ein, die er vor seinem Wechsel in die "Rhein-Main-Zeitung" 1989 ein Jahr lang leitete. 1997 wurde er Korrespondent für den Landkreis Darmstadt-Dieburg, zusätzlich zu seinen Aufgaben als einer der Blattmacher des Regionalteils.

Bildredaktion/Grafik

Im September ging Johannes Janssen in den Ruhestand. Janssen kam 1986 zur "FAZ", vier Jahre später wurde er Redakteur. Von 1996 an leitete er das Ressort Grafische Gestaltung.

In den Ruhestand gegangen ist auch Juan Antonio Kerle. Kerle wurde 1992 Mitglied der redaktionellen Produktionsgruppe, 1998 wechselte er als technischer Redakteur in die Grafik-Redaktion. Dort kümmerte er sich vor allem um die Gestaltung der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Ebenfalls in den Ruhestand gingen die Bildredakteurinnen Monika Rettschnick und Ina Majewski. Monika Rettschnick trat 1980 in die Bildredaktion des damaligen "FAZ-Magazins" ein, Ina Majewski stieß sechs Jahre später dazu. Nach dessen Einstellung wechselten beide 1999 in das Bildressort der Tageszeitung. Eingetreten in die Bildredaktion ist Martin Schalk.

Veränderungen bei der "FAS" 

Frank Pergande, zuvor Korrespondent der Tageszeitung für den Norden Deutschlands, berichtet seit August 2017 für die Politik der "FAS" aus Berlin, Livia Gerster verstärkt das Politikressort in Frankfurt.

Ralph Bollmann, wirtschaftspolitischer Korrespondent in Berlin, ist seit Oktober des Vorjahres stellvertretender Leiter der Ressorts "Wirtschaft" und "Geld & Mehr". Zur "Sonntagszeitung" gewechselt sind die Wirtschaftsredakteure Anna Steiner und Christoph Schäfer. Zum Feuilleton der "FAS" gehören seit Herbst 2017 Anna Prizkau und Kolja Reichert.

Weitere Personalien

Maja Brankovic und Daniel Mohr sind seit Anfang des Jahres zuständig für die Wirtschaftsberichterstattung im Magazin "Frankfurter Allgemeine Woche".

Felix Hooß wurde bei "FAZ.NET" als "Koordinator für Premium-Inhalte" engagiert. Sönke Sievers gehört seit Sommer 2017 zum Team von "FAZ-Plus", Aylin Güler und Manon Priebe wurden Redakteurinnen für Social Media, zur Multimedia-Redaktion stieß Jens Giesel.

Seit November 2017 gibt es mit "Frankfurter Allgemeine Einspruch" ein weiteres digitales Produkt der "FAZ". Das werktägliche App- und Web-Angebot mit Beiträgen zu rechtlich relevanten Themen richtet sich besonders an Juristen. Verantwortlicher Redakteur ist, zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben, Reinhard Müller. In die Einspruch-Redaktion traten Marlene Grunert und Constantin van Lijnden ein.

von Bülend Ürük und Marc Bartl

 

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