Max Conze wird Nachfolger von Thomas Ebeling bei ProSiebenSat.1 - Conrad Albert darf bis Sommer ran

21.02.2018
 

Der Aufsichtsrat von ProSiebenSat.1 hat die Nachfolge von Thomas Ebeling geklärt. Max Conze wird Vorstandsvorsitzender des Medienkonzerns. Ebeling scheidet am 22. Februar aus, Conze fängt am 1. Juni an. Für den Übergang setzt man in Unterföhring auf Conrad Albert. 

Bis zum Amtsantritt von Max Conze (48) wird Conrad Albert (50), stellvertretender Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media, interimistisch den Vorstandsvorsitz übernehmen.

Von 2011 bis 2017 leitete Max Conze als Chief Executive Officer das britische Technologieunternehmen Dyson, das beutellose Staubsauger, Ventilatoren und Heizlüfter herstellt. Unter Conzes Führung haben sich sowohl Gewinn wie auch Umsatz verdreifacht. Zuvor arbeitet Conze 17 Jahre für Procter & Gamble in unterschiedlichen Management- und Marketingpositionen in Deutschland, USA, China und der Schweiz. Er stammt aus Bielefeld.

Entertainment habe ihn immer schon begeistert, sagt Conze zu seiner neuen Herausforderung. "Der digitale Wandel dieser Branche reizt mich besonders und die Kombination mit dem Commerce-Geschäft macht ProSiebenSat.1 für mich einzigartig. Gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen und allen Mitarbeitern möchte ich die Zukunft des Unternehmens mit vollem Einsatz gestalten und die Drei-Säulen-Strategie Entertainment - Content Production - Commerce vorantreiben", so Conze.

Werner Brandt, Aufsichtsratsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media, erklärt die Personal-Entscheidung so: "Max Conze verfügt über umfangreiche internationale Managementerfahrung in unterschiedlichen Branchen. Zudem hat er die digitale Transformation bei Dyson erfolgreich umgesetzt und das Unternehmen zu einem stark wachsenden globalen Technologie-Konzern ausgebaut", Mit Conzes Innovationsstärke und seinem Marketingverständnis werde er ProSiebenSat.1 zu neuen Erfolgen führen. Zusätzlich bedankt sich der Aufsichtsratschef bei Conrad Albert, "dass er bis zum Sommer das Unternehmen leitet und in dieser Zeit vor allem die Neuausrichtung von ProSiebenSat.1 im Rahmen der Drei-Säulen-Strategie weiter vorantreibt".

Auch Thomas Ebeling (59) erfährt von Werner Brandt Wertschätzung: Er habe für die ProSiebenSat.1-Gruppe Enormes geleistet. Unter seiner Führung sei der Umsatz von ProSiebenSat.1 um knapp 50 Prozent gestiegen und die Marktkapitalisierung habe sich von rund 300 Mio Euro, zu seinem Vertragsbeginn, auf über 7 Mrd Euro vervielfacht. "Für seine herausragenden Leistungen gebührt ihm unser Dank."

Thomas Ebelings Vertrag wäre eigentlich noch ein Jahr gelaufen, wurde aber nach neun Jahren vorzeitig beendet. Er war 2009 vom Pharmakonzern Novartis zu ProSiebenSat.1 gekommen. Auch sein Nachfolger ist ein Branchenneuling.

Hintergrund: ProSiebenSat.1 hat eine starke Präsenz im TV- und Digitalmarkt. Werbefinanziertes Free-TV ist das Kerngeschäft der Gruppe. Die Senderfamilie umfasst Sat.1, ProSieben, kabel eins, sixx, Sat.1 Gold, ProSieben Maxx und kabel eins. Digitales Entertainment betreibt man mit maxdome und Studio71. Das Unternehmen wurde im Oktober 2000 gegründet und beschäftigt heute rund 6.000 Mitarbeiter.

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