Intendant Peter Limbourg: DW Türk soll über Satellit ausgestrahlt werden

 

Mit DW Türk will die Deutsche Welle erstmals einen türkischsprachigen Fernsehkanal starten. Am kress.de-Telefon erklärt Intendant Peter Limbourg, was der neue Sender kosten wird, warum er darauf setzt, dass die Regierungsparteien sich auch an den Koalitionsvertrag halten und das neue Angebot unterstützen. Und er sagt, dass DW Türk durchaus gemeinsam mit anderen internationalen Anbietern an den Start gebracht werden könnte.

kress.de: Herr Limbourg, wie soll der neue türkischsprachige Sender genau aussehen?

Peter Limbourg: Wir haben noch kein Gesamtkonzept. Ich denke aber, wir sollten das Programm nicht nur über das Web, sondern auch über Satellit ausstrahlen, um damit eine möglichst große Verbreitung zu bekommen. Und ein 24-Stunden-Kanal ist sinnvoll. Das heißt aber nicht, dass wir rund um die Uhr live senden würden, sondern wir hätten wirklich sehr viele Elemente für ein solches Angebot zur Verfügung: Dokumentationen, Reportagen, Magazine. Und wenn Sie sich unseren arabischen und den spanischsprachigen Kanal anschauen, dann sind das Vorbilder für das Programm, das wir an unsere türkische Zielgruppe richten würden.

kress.de: Wie viel Geld wird der neue Sender kosten?

Peter Limbourg: Wir gehen von einer niedrigen zweistelligen Millionensumme aus. Allerdings bringt es jetzt noch nichts, über Einzelheiten zu sprechen, weil wir noch nicht den Umfang wissen. Das ist eine Schätzung, die wir erst später konkretisieren können, wenn wir genau wissen, wie wir es machen.

kress.de: Welche Bedeutung hat die Deutsche Welle heute für die türkische Zielgruppe?

Peter Limbourg: Wir werden in der Türkei mit Interesse wahrgenommen, aber die Erfahrung zeigt, dass wir via Fernsehen noch sehr viel mehr Menschen erreichen können. Es gibt zwei Möglichkeiten bei diesem türkischsprachigen Fernsehkanal. Entweder bauen wir ihn allein oder wir werden, und da sind wir in Gesprächen, ihn mit anderen internationalen Anbietern gemeinsam entwickeln.

kress.de: Glauben Sie, dass sich die Politik an den Koalitionsvertrag erinnern wird und sie dann auch tatsächlich mit mehr Geld ausstattet?

Peter Limbourg: Ja, wir haben da viele wohlmeinende Akteure. Wir haben eine gute Situation, dieser Koalitionsvertrag ist der Deutschen Welle wirklich sehr zugewandt, und jedem ist klar - wenn man als Zielvorgabe die großen europäischen Auslandssender als Benchmark nimmt -, dass damit eine deutliche Steigerung des Angebots der Deutschen Welle möglich sein wird. Im Zuge der Haushaltsplanung wird es noch intensive Gespräche geben, aber wir sind zuversichtlich.

kress.de: Sie waren vergangene Woche im Kulturausschuss des Bundestags. Wie war die Stimmung?

Peter Limbourg: Die war sehr positiv, jedenfalls bei den Fraktionen, die die Regierung bilden wollen. Ansonsten herrscht dort auch keine aggressive Stimmung. Interessant war auch der Austausch mit der AfD. Das ist ja eine neue Qualität. Insofern war das für uns hochinteressant.

Mit Peter Limbourg, Intendant der Deutschen Welle, sprach kress.de-Chefredakteur Bülend Ürük.

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