Wie man bei Axel Springer ganz schnell Karriere macht - Personalchef Florian Klages im Interview

 

Florian Klages ist seit November 2017 Personalchef von Axel Springer. Im Gespräch mit kress.de sagt er, was das Unternehmen Talenten zu bieten hat, wie er selbst rasant Karriere gemacht hat und was er tut, wenn Mitarbeiter ein halbes Jahr Elternzeit nehmen wollen. Das Gespräch ist Auftakt einer Interviewreihe von kress.de mit Personalchefs von Medienhäusern.

kress.de: Herr Klages, Sie sind 36 Jahre alt und haben Ihr gesamtes Berufsleben bei Axel Springer verbracht. Fanden Sie die Art und Weise, wie das Unternehmen Talente sucht, findet, fördert und an sich bindet, immer gelungen?

Florian Klages: Natürlich war in den elf Jahren, in denen ich bei Axel Springer bin, nicht immer alles perfekt. Ich hatte aber nie das Gefühl, dass sich etwas gegen mich richtet oder grundsätzlich nicht möglich ist. Im Gegenteil: Ich habe viele Chancen bekommen und von den einzelnen Bausteinen unserer HR-Arbeit sehr profitiert. Ich bin als Trainee ins Unternehmen gekommen, habe am Top-Talent-Programm teilgenommen und die Führungskräfte-Entwicklung hier genossen.

kress.de: Wie sind Sie überhaupt zu Springer gekommen?

Florian Klages: Ich habe Medienwirtschaft studiert, um an der Schnittstelle zwischen Kaufleuten und Journalisten arbeiten zu können. Als ich dann Gisela Freisingers Biografie über Hubert Burda gelesen habe, wurde mir klar, dass ich ins Verlagswesen will. Mein erster Versuch, zu Axel Springer zu gehen, hätte aber fast nicht geklappt.

kress.de: Was ist passiert?

Florian Klages: Mein jetziger Chef, Finanz- und Personalvorstand Julian Deutz, war in den Jahren 2006/2007 zusammen mit Peter Würtenberger auf kaufmännischer Seite für ein zentrales Vorstandsprojekt zum Thema Kundenbindung verantwortlich und hat dafür einen Trainee gesucht. Ich hatte ein Vorstellungsgespräch mit den beiden, habe aber eine Absage bekommen. Bis heute sagen mir die beiden nicht, wer sich gegen mich entschieden hat.

kress.de: Wie hat es mit Ihnen und Springer dann doch noch geklappt?

Florian Klages: Das lief zum Glück parallel: Während eines Praktikums bei Volkswagen in Shanghai habe ich mich bei allen großen deutschen Verlagen beworben. Von Axel Springer kam dann auf die zweite offene Stelle eine Zusage von der Berliner Boulevardzeitung "BZ". Gruner + Jahr hat damals übrigens innerhalb eines Tages abgesagt.

kress.de: Was glauben Sie: Woran lag das?

Florian Klages: Ich habe wahrscheinlich die klassischen Beurteilungskriterien wie exzellente Durchschnittsnoten oder eine gewisse Auslandserfahrung aus Sicht von Gruner + Jahr nicht optimal erfüllt.

kress.de: Und bei Springer zählten Noten nicht?

Florian Klages: Dass es hier geklappt hat, war eine echte Fügung. Eine Rolle hat sicherlich meine Begeisterung für Medienprodukte gespielt. Ich war Chefredakteur einer Schülerzeitung und habe mein Studium so ausgerichtet, dass ich eine Schnittstellenkompetenz erhalte und die Sprache verschiedener Professionen zumindest verstehe, seien es Controller oder Journalisten. Mir war klar, dass ich die Fähigkeit entwickeln möchte, unterschiedliche Leute für ein gemeinsames Ziel zu begeistern. Das ist zum roten Faden meiner Karriere geworden.

kress.de: Waren Sie durch Ihr Studium in der thüringischen Provinz, an der TU Ilmenau, gut auf Springer vorbereitet?

Florian Klages: Ja. Das Studium der Medienwirtschaft war sehr interdisziplinär ausgerichtet. Ich habe als Diplom-Kaufmann abgeschlossen, neben BWL aber auch ein Grundvokabular und Grundausbildung in Gebieten wie Medientechnik, Informatik oder Medienrecht erworben. Wenn ich beispielsweise mit einem Entwickler oder einer Juristin spreche, verstehe ich, wovon geredet wird. Dies ist übrigens aus unserer Sicht eine der zentralen Kompetenzen in der Digitalisierung und für HR Grundvoraussetzung für gute Arbeit.

kress.de: Sie haben sehr schnell Karriere bei Springer gemacht und bereits eine Reihe unterschiedlicher Führungspositionen absolviert. Welche Mechanismen haben Ihnen dabei geholfen?

Florian Klages: Ich empfehle jungen Talenten immer, sich nicht auf die großen strategischen Big-Shots zu konzentrieren, sondern ihre Arbeit für sich sprechen zu lassen und da den Unterschied zu machen. Das habe ich selbst auch immer versucht, allerdings nicht um jeden Preis, sondern mit Umsicht. Ich wollte in einer Führungsfunktion immer auch die Kolleginnen und Kollegen mitnehmen.

kress.de: In Ihrem Fall dürfte aber auch die Station als Assistent von Vorstand Andreas Wiele die Karriere befördert haben.

Florian Klages: Das war eine wichtige und inspirierende Station. Ich bin damals aus einer kleinen operativen Einheit bei der "BZ" zu einem Vorstand gewechselt und habe so zwei Blickwinkel auf das Unternehmen bekommen, die sich gut ergänzt haben. Ich habe aber nie eine Position aus alter Verbundenheit zu einem Mentor bekommen. Es waren immer klare Erwartungen an mich damit verbunden, ein bestimmtes Problem lösen zu können.

kress.de: Haben Sie schon während Ihrer Trainee-Zeit große Verantwortung für Projekte bekommen?

Florian Klages: Große Verantwortung ist ein relativer Begriff. Ich habe während der Trainee-Zeit bei der "BZ" auch SAP-Kundenstammdaten von einem ins andere System übertragen, weil kein anderer da war, der es hätte machen können. Das schult enorm. Als ich sieben Jahre später Geschäftsführer der "BZ" war, musste ich Entscheidungen über solche Systeme treffen und konnte von diesem Wissen und der Erfahrung dann entsprechend profitieren.

"Manchmal hatte ich den Eindruck, dass meine Karriere kurz vor ihrem Ende steht"

kress.de: Von außen betrachtet wirkt Ihre berufliche Karriere sehr reibungslos.

Florian Klages: Manchmal hatte ich aber auch den Eindruck, dass es gerade nicht gut läuft und meine Karriere kurz vor ihrem Ende steht. Mit etwas zeitlichem Abstand merkt man aber, dass die Sorgen übertrieben waren. Ein Beispiel war das Projekt zur Einführung von Paid Content unter Federführung von Christoph Keese. Damals sind im Haus sehr unterschiedliche Ansichten aufeinandergeprallt, und ich saß mit meinem Projektteam immer in der Mitte.

kress.de: Seit November 2017 sind Sie Leiter Corporate HR bei Springer. Zugleich hat das Unternehmen die Verantwortlichkeiten im Personalbereich neu zugeschnitten. Warum ist das geschehen und was verbirgt sich hinter den "übergreifenden personalstrategischen Aufgaben", die Sie wahrnehmen sollen?

Florian Klages: Unter meinem Vorgänger Alexander Schmid-Lossberg war von der operativen Personalbetreuung bis hin zu den strategischen HR-Themen und Arbeitsrecht alles unter einem Dach organisiert. Das war kaum zu schaffen. Wir haben daher im Zuge der Umstrukturierung des deutschen Verlagsgeschäfts zwei operative Personalabteilungen für Print und Digital herausgelöst, die nah am Geschäft dieser beiden neuen Bereiche sind, und das Thema Arbeitsrecht in die Rechtsabteilung überführt. In meinem Fokus liegen strategische Themen sowie Themen, die die Gesamtgruppe betreffen und übergeordnet gesteuert werden müssen, zum Beispiel Führungsprinzipien und Personalentwicklung sowie die Arbeitgebermarke Axel Springer.

kress.de: Welche Themen stehen ganz oben auf Ihrer Agenda?

Florian Klages: Die erste Priorität war und ist die inzwischen erfolgreich abgeschlossene Umstrukturierung des deutschen Verlagsgeschäfts von Axel Springer mit der Trennung der Säulen Print und Digital. Das ist ein Riesenprojekt, das Tausende von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betrifft. Dies musste in kurzer Zeit gemanagt werden und entsprechend hatte ich keine Zeit, in Ruhe im neuen Job anzukommen, vom ersten Tag an ging es ums Ganze. Meine zweite Priorität ist das Thema des Unternehmenszwecks, auch als "Purpose" bekannt. Wir wollen uns erneut die Frage beantworten, warum es Axel Springer überhaupt gibt, was unser Versprechen an die heutigen und künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist. Uns bewusstmachen, was uns als Arbeitgebermarke von anderen unterscheidet und worauf wir stolz sind.

"Wir haben derzeit 650 offene Stellen."

kress.de: Die Mitarbeiterzahl von Springer ist auf fast 16.000 gestiegen. In welchen Bereichen werden Sie in den kommenden Jahren Personal aufbauen, in welchen wird die Zahl der Jobs sinken?

Florian Klages: Ich kann nur grobe Entwicklungen nennen: In eher print-orientierten Aufgabenbereichen werden wir tendenziell Personal reduzieren, wobei wir immer sozialverträgliche Lösungen anstreben. Aber in einem so großen Unternehmen wie Axel Springer gibt es selbst in klassischen Anzeigenabteilungen und Redaktionen immer Bewegung. Wir haben derzeit ungefähr 650 offene Stellen. Anspruchsvoll wird es bei Entwicklern und anderen IT-Experten. Nach solchen Berufsgruppen besteht quer durch unser Portfolio ein hoher Bedarf.

kress.de: Es gibt das Schlagwort vom "War for Talents" auf dem Arbeitsmarkt. Können Sie die Existenz dieses Kriegs bestätigen?

Florian Klages: Den "War for Talents" gibt es. Wir müssen uns daher anders präsentieren als in der Vergangenheit und andere Vorteile für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Vordergrund stellen, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben. Es wäre allerdings falsch, Startups und Unternehmen der Digitalwirtschaft alles nachzumachen. Von vielen Entwicklern hören wir, dass sie bei uns Verlässlichkeit, Sicherheit und Benefits wie zum Beispiel unsere Mitarbeiterrestaurants schätzen. Ein buntes Bällebad mit Rutsche interessiert die eher nicht.

kress.de: Wie überzeugen Sie jemanden, der ein attraktives Angebot von Google hat, stattdessen zu Springer zu kommen?

Florian Klages: Das beste Argument ist das Produkt selbst. Wir sind in vielen Segmenten führend und können Menschen inhaltliche Herausforderungen anbieten. Wir können Talenten auch Anschlussmöglichkeiten anbieten. Wer einen neuen Job will, muss nicht das Unternehmen wechseln, weil es hier durch die verschiedenen internationalen Unternehmen der Axel-Springer-Familie viele Optionen für den internen Wechsel in eine neue Herausforderung gibt.

kress.de: Was erwarten Sie von neuen Mitarbeitern außer einer bestimmten fachlichen Qualifikation?

Florian Klages: Sie müssen sich mit den Produkten identifizieren können. Wer zur "Bild" will, muss sie lieben. Und wer sich für den HR-Bereich interessiert, muss Menschen begleiten, entwickeln und fordern können. Wichtig ist auch Veränderungswille – der Status quo sollte regelmäßig hinterfragt werden. Wir wollen ja immer weiter.

kress.de: Wie gut ist Springer darin, Talente im Haus zu halten?

Florian Klages: Es ist normal, dass Talente das Unternehmen irgendwann verlassen, um in einem anderen Umfeld neue Erfahrungen zu sammeln. Das betrifft besonders die jüngeren Generationen. Innerhalb der Corporate HR gibt es daher ein Talent Management, welches übergreifend interne Talente bei der Karriereentwicklung berät sowie Angebote zur Vernetzung von Talenten untereinander sicherstellt. Bei denen, die Axel Springer verlassen haben, besteht aber eine im Branchenvergleich überproportional hohe Rückkehrbereitschaft, was mich immer wieder freut.

kress.de: Viele Absolventen der Axel Springer Akademie haben in jüngster Zeit außerhalb des Hauses Karriere gemacht. Liegt das am mangelnden Interesse Ihrer Redaktionen?

Florian Klages: Eine gewisse Fluktuation ist branchenimmanent. Wir müssen dabei sicherstellen, dass wir genug Anziehungskraft haben, um solche Kollegen wieder zu uns zurück zu locken. Und: Der Erfolg gibt unserer Journalistenausbildung ja auch Recht.

"Heute kann sich jeder kleiden, wie er möchte"

kress.de: Wie hat sich die Unternehmenskultur bei Springer seit Ihrem Start vor elf Jahren verändert?

Florian Klages: Die Form der Zusammenarbeit hat sich geändert. Früher stand die "BZ" in einem Wettbewerb mit der "Berliner Morgenpost", der oft härter war als der Wettbewerb mit den anderen Wettbewerbern. Das ist heute ganz anders, und wir von der Personalabteilung versuchen, den Austausch zwischen den Kollegen zu fördern. Auch die Kommunikation und die Bereitschaft, sich Feedback zu geben und über Fehler zu sprechen, haben große Fortschritte gemacht.

kress.de: Sie sitzen mir in Anzug, aber ohne Krawatte gegenüber. Ist das die neue obligatorische Springer-Uniform für Führungskräfte aus dem Verlag?

Florian Klages: Als ich hier angefangen habe, herrschte die klassische deutsche Verlagskultur: Die Männer trugen Anzug, Krawatte und Manschettenknöpfe. Danach gab es zeitweise fast schon eine Überbewegung in die andere Richtung. Als Kai Diekmann aus dem Silicon Valley wiederkam, haben auf einmal ganz viele Mitarbeiter Hoodies getragen. Heute kann sich jeder kleiden, wie er möchte. Über das Thema wird gar nicht mehr groß nachgedacht.

kress.de: Sie haben 2010 ein Programm gestartet, das eine Verdopplung des Frauenanteils bei Führungspositionen vorsieht. Das Ziel ist mittlerweile erreicht. Welche Mechanismen haben gewirkt?

Florian Klages: Seit 1. März 2018 haben wir mit Stephanie Caspar erstmals eine Vorständin bei Axel Springer, die den neuen Vorstandsbereich "Technologie und Daten" verantwortet. Frau Caspar hat diese Rolle nicht, weil sie eine Frau ist, sondern weil sie ihren Job gut macht. Aber dass sie eine Frau ist, das ist ein schöner Nebeneffekt. Seit unserer "Initiative Chancen:gleich!" in 2010  mussten wir zunächst das Bewusstsein dafür schärfen, dass es in einigen Bereichen bei der Besetzung neuer Positionen ein Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern gibt. Wir haben daher eine Besetzungsregel eingeführt, die sichert, dass bei jeder neu zu besetzenden Position sowohl ein männlicher Kandidat als auch eine weibliche Kandidatin nominiert werden müssen. Um Gleichstellung zu fördern, rücken wir aber noch andere Handlungsfelder in den Fokus – wie beispielsweise die Schaffung bestmöglicher Bedingungen für eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die besondere Förderung der Potenziale junger Frauen oder die Weiterentwicklung einer modernen und attraktiven Unternehmenskultur.

kress.de: Welche Rolle haben Instrumente wie flexible Arbeitszeiten und Kinderbetreuung gespielt?

Florian Klages
: Die betriebseigene Kita ist ein wesentlicher Baustein. Sie ermöglicht es Eltern, flexibel zu sein. Wir können individuell auf die persönliche Situation eines Mitarbeiters reagieren: Home-Office ist nach Absprache möglich, ebenso wie Sabbaticals. Es gibt dafür nicht ein einziges Instrument, es kommt auf die Kommunikation an. Derjenige, der Flexibilität braucht, ist aufgefordert seine Wünsche aktiv zu formulieren. Dafür muss man eine Kultur schaffen, und man muss als Arbeitgeber eine gewisse Kreativität mitbringen, um Lösungen mit den betroffenen Teams zu erarbeiten.

kress.de: Verlangen Sie von Ihren Mitarbeitern eine Gegenleistung, wenn Sie mehr Flexibilität zulassen?

Florian Klages
: Für mehr Flexibilität verlangen wir von unseren Mitarbeitern keine Gegenleistung, das wäre kontraproduktiv. Unsere Mitarbeiter sind ohnehin motiviert und erbringen exzellente Leistungen.

kress.de: Sie selbst haben nach der Geburt Ihres Sohnes zwei Monate Elternzeit genommen. Wie reagieren Sie, wenn ein männlicher Mitarbeiter auf Sie zukommt und nach einer sechs-, sieben- oder achtmonatigen Elternzeit fragt?

Florian Klages: Erst einmal beglückwünsche ich ihn, weil das ein großes Geschenk ist, diese Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Dann muss ich dafür sorgen, dass sein Wunsch durchführbar ist, und überlegen, wer seine Aufgabe übernehmen kann. Das müssen Organisationen heutzutage leisten. Mit dem Thema bin ich in meiner Abteilung häufig konfrontiert.

"Vorwürfe von sexueller Belästigung prüfen wir mit einer 'Null-Toleranz-Regelung'"

kress.de: Erschöpft sich Diversity bei Axel Springer in Frauenförderung?

Florian Klages: Grundsätzlich sind wir der Überzeugung, dass divers aufgestellte Teams erfolgreicher sind. Ich merke das auch in meinem Bereich. Gerade habe ich einen Controller eingestellt, der mit HR noch nichts zu tun hatte, aber die ganze Gruppe nach vorne bringt, weil er andere Fragen stellt. Es gibt bei uns viele Diversity-Initiativen. Wir haben mit "queer:seite!" zum Beispiel ein LGBTI-Netzwerk, das sehr aktiv ist. Unsere Aufgabe als Personalbereich ist es, überall im Haus die Vorteile bewusst zu machen. Man muss eine Stelle nicht immer mit einem 40-jährigen weißen Mann besetzen, der nur deutsch spricht.

kress.de: Das "Manager Magazin" schreibt unter Berufung auf ehemalige Mitarbeiter, dass die Machokultur bei Axel Springer noch besonders ausgeprägt sei, Sie aber bei Themen wie Sexismus und Belästigung jetzt einen härteren Kurs als Ihre Vorgänger verfolgen wollten. Trifft beides zu?

Florian Klages: Vorwürfe von Sexismus und sexueller Belästigung prüfen wir bei Axel Springer schon immer sehr sorgfältig und mit einer "Null-Toleranz"-Regelung. Dies entspricht dem fundamentalen Werteverständnis von Axel Springer. Dem fühle ich mich auch persönlich sehr verbunden.

kress.de: Bei "Bild" hat sich an der Spitze ein Mann gegen eine Frau durchgesetzt. Bleibt wenigstens der Boulevard bei Springer eine Männerdomäne?

Florian Klages: Das ist nur ein Teil der Wahrheit. Mit den Chefredakteurinnen Marion Horn für die "Bild am Sonntag" und Miriam Krekel für die "BZ" sowie Carolin Hulshoff Pol als Verlagsleiterin der "Bild"-Gruppe als Beispiele für zahlreiche Journalistinnen und Verlagsmanagerinnensind wir auch im Boulevard sehr gut aufgestellt.

kress.de-Tipp 1: Mit welchen Instrumenten Springer Talente findet und was Florian Klages Personalchefs kleinerer Verlagshäuser empfiehlt, lesen Sie in der Märzausgabe von "kress pro" (2/2018). Die "kress pro"-Ausgabe gibt es in unserem Shop gedruckt und als E-Paper - sowie im iKiosk. Per E-Mail kann sie unter vertrieb(at)oberauer.com bestellt werden. "kress pro" - das Magazin für Führungskräfte bei Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. "kress pro"-Chefredakteur ist Markus Wiegand, Herausgeber Johann Oberauer. Zum "kress pro"-Abo.

Zur Person: Florian Klages ist seit dem 15. November 2017 als Leiter Corporate HR für die "übergreifenden personalstrategischen Aufgaben" bei Axel Springer SE zuständig. Der 36-Jährige hat an der TU Ilmenau Medienwirtschaft studiert und seine Karriere bei Springer 2007 mit einer Traineeausbildung begonnen. Später war er Assistent von Vorstand Andreas Wiele. Weitere Stationen waren: Head of International Business Development AS International, General Manager Berliner Morgenpost, Geschäftsführer B.Z. Ullstein GmbH und General Manager Bild Ost sowie Managing Director Bild Print und Geschäftsführer B.Z. Ullstein GmbH. Klages letzte Station vor dem Wechsel an die Spitze der Personalabteilung war Media Impact, der Vermarkter von Funke und Springer, wo er als Managing Director das Marketing der überregionalen und regionalen Zeitungen verantwortete.

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