Digitalchef Markus Schunk geht bei Holtzbrinck von Bord

 

Ein prominenter Abgang in Stuttgart: Markus Schunk, Head of Digital der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck und CEO der Holtzbrinck Digital GmbH, wird die Gruppe Ende Juni verlassen. Schunk geht nach 14 Jahren - "auf eigenen Wunsch", wie es heißt. Er will sich den berühmten "neuen beruflichen Aufgaben" widmen.

Allerdings soll Markus Schunk (42) auch in Zukunft der Verlagsgruppe verbunden bleiben. Er wird weiterhin im Beirat der Searchmetrics GmbH, eines des erfolgreichsten Tochterunternehmens des Digitalbereichs, sitzen und dort die Holtzbrinck-Interessen vertreten.

Markus Schunk kam 2004 bei Holtzbrinck an Bord und wirkte rasch beim Aufbau der Digitalaktivitäten mit. So begleitete er auf M&A-Seite zahlreiche Zukäufe und Investitionen der Gruppe. Längere Zeit war er CFO, bis er schließlich im Jahr 2012 als Geschäftsführer von Holtzbrinck Digital die Gesamtverantwortung für den Digitalbereich übernahm.

Während seiner Zeit an der Spitze des Hauses führte er das B2C-Portfolio erfolgreich weiter und organisierte es um. Unternehmensmarken wie Parship oder MyHammer konnten in dieser Zeit ihre Marktführerschaft ausbauen. Gründungsgesellschaften wie Searchmetrics und Gutefrage.net wurden in dieser Ära zu bekannten Marken. Außerdem gelang es Markus Schunk, zahlreiche Beteiligungen gewinnbringend zu verkaufen und so einen finanziellen Beitrag im dreistelligen Mio-Bereich zum Unternehmensergebnis beizutragen. Zuletzt hatte sich der Holtzbrinck-Digitalbereich stärker auf die Segmente Wissenschaft, Bildung und Medizin ausgerichtet - unter anderem mit den Marken Digital Science und Miamed, einer führenden Wissensplattform für Mediziner.

Stefan von Holtzbrinck, Vorsitzender der Geschäftsführung der Holtzbrinck-Gruppe, bereut den Ausstieg von des langjährigen Mitarbeiters "außerordentlich", wie er sagt. "Markus Schunk hat alle wesentlichen Entscheidungen der vergangenen Jahre im Digitalgeschäft entscheidend mitgeprägt und maßgeblich zu deren Erfolg beigetragen", so von Holtzbrinck. 

Die Nachfolge ist intern offenbar bereits geregelt. Die Verantwortung für das Digital-Geschäft von Holtzbrinck wird künftig Julian Oei, Executive Vice President der Holtzbrinck Publishing Group, übernehmen. Er kam 2010 als Head of M&A zu Holzbrinck und war in dieser Funktion maßgeblich an der Portfolio-Umschichtung hin zu Bildung und Wissenschaft sowie am Merger mit Springer Nature beteiligt. Oei soll die Führung der Holtzbrinck-Digital-Geschäfte zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben übernehmen. 

Hintergrund: Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck (Holtzbrinck Publishing Group) gilt als eines der großen Medienunternehmens Deutschlands und ist auch international stark engagiert. 1971 wurde die Holding mit Sitz in Stuttgart gegründet. Gesellschafter der Verlagsgruppe sind die Geschwister Stefan von Holtzbrinck und Monika Schoeller. Nach einer Umstrukturierung im Jahr 2009 konzentriert sich das Unternehmen auf Wissenschaft, Bildung und Buchverlage, während die abgetrennte Dieter von Holtzbrinck Medien (DvH Medien) ihren Schwerpunkt bei Presse und Publikumszeitschriften hat, etwa bei der Verlagsgruppe Handelsblatt und der Tagesspiegel-Gruppe.

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