kress "Hall of Future": Warum Hannah Suppa sich ein Dinner mit Mark Zuckerberg, Larry Page, Jeff Bezos und Elon Musk wünscht

 

Beim European Newspaper Congress (13. bis 15. Mai, Wien) werden auch Mitglieder der kress "Hall of Future" vor Ort sein. Zu den Ausgezeichneten gehört Hannah Suppa, Chefredakteurin der "Märkische Allgemeine Zeitung" in Potsdam. Im kress.de-Interview verrät Suppa auch, welchem Förderer sie besonders dankbar ist. 

Welche Erwartungen standen am Auftakt Ihrer beruflichen Laufbahn?

Hannah Suppa: Keine Erwartungen, sondern vor allem Enthusiasmus und Neugierde: Für die Menschen, für die wir jeden Tag Nachrichten machen. Für die Geschichten, die sie erzählen und die Probleme, die sie haben. Für mich stand stets fest: Die Nähe zum Alltag der Menschen macht den Lokaljournalismus so spannend und so bedeutend. Da wollte ich dabei sein.

Was bewegt und motiviert Sie heute in Ihrem Beruf?

Hannah Suppa: Ich möchte der manchmal etwas anstrengenden Larmoyanz der Medienbranche gerne etwas entgegenstellen: Begeisterung für Journalismus und die, die ihn mit viel Hingabe machen, für das Publikum und die vielen neuen Möglichkeiten, die uns Medienmachern der Medienwandel bietet. Was ist heute die beste Geschichte oder die interessanteste Nachricht - und wie erzählen wir sie am besten für den Leser? Das ist und bleibt der tägliche Motivator. Der Journalismus steht vor vielen offenen Fragen, die Transformation stellt uns vor immer neue Herausforderungen - aber ich möchte lieber Anpacken als nur darüber klagen.

Worauf sollten junge Leute heute achten, die "irgendetwas mit Medien" machen möchten?

Hannah Suppa: Dass sie bei all den Spielereien, die die Medien heute bieten, den Kern nicht vergessen: Den Journalismus. Es ist großartig, wenn junge Leute sich mit Snapchat auskennen, wenn sie mit digitalen Buzzwords vertraut sind oder ein Pageflow erstellen können. Aber das alles braucht die handwerkliche Grundierung - sonst ist auch die Form nicht viel wert. Das heißt: Wie recherchiert man richtig? Wie schreibe ich eine Nachricht prägnant und korrekt auf? Warum sollte ich nicht gleich alles glauben, was mir erzählt wird?

Wer wäre Ihre Wunschverabredung für ein Geschäftsessen? Was stünde ganz oben auf der Gesprächsagenda?

Hannah Suppa: Ich würde Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, Alphabet-CEO Larry Page, Amazon-Chef Jeff Bezos und Tesla-Boss Elon Musk zu Tisch bitten - für ein Digital-Dinner. Ich würde mit den Herren gerne über Visionen sprechen - philosophisch, aber auch ganz konkret. Und für jeden hätte ich auch einen eigenen Fragenkatalog - das Nachrichtengeschäft muss ja weitergehen.

Im Berufsleben gibt es immer wieder Menschen, die einen fördern und unterstützen. Wer hat Ihnen besonders geholfen? Wem sind Sie dankbar?

Hannah Suppa: Die Madsack Mediengruppe hat mich immer gefördert - und stets aufs Neue herausgefordert. Ich konnte mich von Station zu Station weiterentwickeln, ausprobieren und immer viel gestalten. Besonders Hendrik Brandt, Chefredakteur der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", habe ich viel zu verdanken. Er hat mir oft mehr zugetraut als ich mir manchmal selbst - und mich dabei immer unterstützt, meinen eigenen Weg und Stil zu finden. So einen Mentor hinter sich zu wissen, ist ein großes Geschenk.

Ein Meilenstein meines bisherigen (Berufs-)Lebens war . . .

. . . sicher der Schritt in die erste Führungsverantwortung. 2012 habe ich die Leitung des Digital-Desks bei der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ) übernommen - und damit zum ersten Mal ein Team wirklich geführt. Der Schritt aus dem Team in die Führung war groß - und hat für meine persönliche Entwicklung viel in Gang gesetzt.

Man sagt mir nach, . . .

. . . dass ich unendliche Energie-Reserven habe. Das stimmt natürlich nicht - doch ich kann aus der Begeisterung für den Beruf sehr viel Kraft schöpfen. Immer wieder.

In meiner Freizeit . . .

. . . erkunde ich derzeit vor allem Brandenburg. Ich möchte Menschen, Orte und den Sound des Landes kennenlernen. Und fahre raus in die Weiten der Mark wann immer es geht.

Wo stehen Sie in fünf Jahren?

Hannah Suppa: Im Journalismus natürlich. Noch immer mit Enthusiasmus und Begeisterung für den besten Beruf, den ich mir vorstellen kann.

kress.de-Tipp: In seine "Hall of Future" hat kress im vergangenen Jahr 25 prägende Medienmacher von morgen aufgenommen, darunter Hannah Suppa, Chefredakteurin der "Märkische Allgemeine Zeitung". Die Ausgezeichneten werden offiziell beim "European Newspaper Congress" in die "Hall of Future" aufgenommen. Beim European Newspaper Congress 2018 vom 13. bis 15. Mai in Wien tauschen 500 Chefredakteure und Medienmanager ihre besten Konzepte aus, berichten über erfolgreiche Cases und diskutieren über Werte und Verantwortung. Das komplette Programm und die Anmeldung finden Sie hier. Der European Newspaper Congress wird vom Medienfachverlag Johann Oberauer, der Stadt Wien und Norbert Küpper, Zeitungsdesigner in Deutschland, veranstaltet.

Zur Person: Hannah Suppa ist seit dem 1. Juli 2017 Chefredakteurin von Brandenburgs größter Tageszeitung, der "Märkischen Allgemeinen Zeitung" (MAZ) in Potsdam. Die Journalistin hat nach Ihrem Magister-Studium der Deutschen Philologie, Politikwissenschaft und Zivilrecht in Münster 2008 bei der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ) volontiert. Nach Redakteursstationen als Reporterin und Blattmacherin im Lokalen sowie am Digital-Desk leitete sie ab 2012 den gesamten Digitalbereich im "HAZ"-Newsroom. Im April 2014 wurde sie stellvertretende Chefredakteurin der "HAZ" in Hannover - im Juli 2017 wechselte Sie an die Spitze der "MAZ" in Potsdam. Von 2013 bis 2016 absolvierte Suppa berufsbegleitend an der Hamburg Media School einen Master-Studiengang, der sich mit den neuen Fragestellungen im Digitalen Journalismus beschäftigt. In ihrer Abschlussarbeit betrachtete Suppa, Jahrgang 1983, das Thema: "Medien im Rechtfertigungsmodus: Die Auswirkungen der Lügenpresse-Debatte auf Regionalzeitungen".

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