kress "Hall of Future": Warum Anne Liedtke jungen Leuten einen Vortrag von Ulrik Haagerup zu Constructive News empfiehlt

 

Beim European Newspaper Congress (13. bis 15. Mai, Wien) werden auch Mitglieder der kress Hall of Future vor Ort sein. Zu den Ausgezeichneten gehört Anne Liedtke, Head of Produkt bei der Funke Mediengruppe. Was sie im Beruf motiviert, hat sie im kress.de-Interview verraten.

Welche Erwartungen standen am Auftakt Ihrer beruflichen Laufbahn?

Anne Liedtke: Ich wollte und will immer noch Großes bewegen!

Was bewegt und motiviert Sie heute in Ihrem Beruf?

Anne Liedtke: Die Verlagsbranche steht an einem Punkt, an dem sie sich komplett wandeln muss und es sich nicht mehr leisten kann, an tradierten Prozessen und Strukturen festzuhalten. Es macht mir Spaß, diesen Wandel zu treiben und das Bestehende nachhaltig und mit hoher Geschwindigkeit zu verändern, ohne sich komplett von den Traditionen und Werten zu lösen.

Worauf sollten junge Leute heute achten, die "irgendetwas mit Medien" machen möchten?

Anne Liedtke: Sie sollten sich bewusst sein, dass sie einen Vermittlungsauftrag haben, egal in welchem Gewerk sie in der Branche arbeiten. Dank unserer Grundrechte haben wir das Privileg, auch unbequeme Themen zu beleuchten und anzusprechen. Sie sollten lernen, dazu eine Haltung einzunehmen, ohne das Meinungsbild beeinflussen zu wollen. Am besten schauen sie einen Vortrag von Ulrik Haagerup zu Constructive News an. Oder sie entscheiden sich gleich für cat content. Auch ok! In diesen Nachrichtenlagen braucht man auch mal was für's Gemüt! Hier lernt man außerdem, wie man richtig Reichweite macht.

Wer wäre Ihre Wunschverabredung für ein Geschäftsessen? Was stünde ganz oben auf der Gesprächsagenda?

Anne Liedtke: Ich würde mich gern mit den Medienfrauen Deutschlands Petra Grotkamp, Liz Mohn, Friede Springer, Julia Jäkel und Yvonne Bauer zu einem Geschäftsessen verabreden und mit ihnen darüber sprechen, wohin sich Verlage bewegen müssen und wie wichtig Investitionen ins Digitale sind, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Im Berufsleben gibt es immer wieder Menschen, die einen fördern und unterstützen. Wer hat Ihnen besonders geholfen? Wem sind Sie dankbar?

Anne Liedtke: Dirk Tonn war mein erster Chef beim Berliner Verlag und hat mir die damals sehr erfolgreiche Beilagenstrategie in die Hände gegeben und mir vollkommen vertraut, obwohl ich gerade frisch in der Branche war. Durch ihn und Hans Peter Buschheuer habe ich die Verlagsbranche lieben gelernt. Lukas Kircher hat mein journalistisches Denken extrem geschult und für einen hohen Anspruch an digitale Produkte gesorgt. Form follows function ist wichtig, aber nicht alles. Unter Stephan Thurm bin ich zu der Führungskraft geworden, die ich heute bin.

Ein Meilenstein meines bisherigen Lebens war . . .

. . . auch wenn ich noch sehr jung war, als die Mauer gefallen ist, hat dieses historische Ereignis mein Leben wahrscheinlich am meisten beeinflusst.

Man sagt mir nach, . . .

. . . dass ich ein kreativer Mensch bin, mich nicht scheue, Entscheidungen zu treffen und dass ich eine gute Chefin bin.

In meiner Freizeit . . .

. . . versuche ich weitestgehend, digital offline zu sein und mich bewusst auch mal den Printausgaben der Branche zu widmen.

Welches große Projekt steht als nächstes für Sie an?

Anne Liedtke: Eine digitale Unternehmenskultur in der Funke Mediengruppe zu etablieren, die stimmig Print und Digital vereint.

Wo stehen Sie in fünf Jahren?

Anne Liedtke: In einem Geschäftsumfeld, das sich mit Qualitätsjournalismus unter dem Ansatz der Constructive News beschäftigt und ein lukratives Geschäftsmodell inne hat. 

kress.de-Tipp: In seine "Hall of Future" hat kress im vergangenen Jahr 25 prägende Medienmacher von morgen aufgenommen, darunter Anne Liedtke, Head of Produkt bei der Funke Mediengruppe. Die Ausgezeichneten werden offiziell beim "European Newspaper Congress" in die "Hall of Future" aufgenommen. Beim European Newspaper Congress 2018 vom 13. bis 15. Mai in Wien tauschen 500 Chefredakteure und Medienmanager ihre besten Konzepte aus, berichten über erfolgreiche Cases und diskutieren über Werte und Verantwortung. Das komplette Programm und die Anmeldung finden Sie hier. Der European Newspaper Congress wird vom Medienfachverlag Johann Oberauer, der Stadt Wien und Norbert Küpper, Zeitungsdesigner in Deutschland, veranstaltet.

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