Ippen setzt "Frankfurter Neue Presse"-Chefredakteur Joachim Braun vor die Tür

 

Die "Frankfurter Neue Presse" kommt nicht zur Ruhe. Nach Informationen von kress.de verlässt Chefredakteur Joachim Braun das Blatt, das seit dem 1. April offiziell zur Zeitungsholding Hessen (ZHH) gehört.

Alleine an der Spitze bleibt Mit-Gesellschafter Max Rempel, der auch die Geschäfte in Frankfurt führt - ein Geschäftsführerchefredakteur also.

Braun, Jahrgang 1965, stammt aus Lüneburg und war vor seinem Wechsel nach Frankfurt Chefredakteur des "Nordbayerischen Kuriers" in Bayreuth. Davor war er bereits 27 Jahre für Zeitungen tätig, die mehrheitlich zu Verleger Dirk Ippen gehören - unter anderem beim "Tölzer Kurier" als Redaktionsleiter.

Für seine Leistungen um den Lokaljournalismus erhielt Braun mit seinen Teams mehrere Preise, unter anderem 2013 und 2014 den Deutschen Lokaljournalistenpreis. 2012 zeichnete eine Jury vom "Medium Magazin" Braun als "Chefredakteur (Regional) des Jahres" aus.

Dass die neuen Gesellschafter den erfahrenen Blattmacher nun doch vor die Tür setzen, erscheint zumindest zum Zeitpunkt überraschend. Die Fazit-Stiftung hatte ihn schließlich nach Frankfurt geholt, damit er das Regionalblatt komplett auf den Kopf stellt - was ihm auch gelang. Ein deutliches Bekenntnis zu Braun war auch der neue Newsroom, für den der Verlag eine Million Euro in die Hand genommen hat und der 2017 feierlich eröffnet wurde.

Gerade unter den langjährigen Abonnenten gab es aber auch an der Neuausrichtung der Zeitung (veränderte Blattstruktur, Abkehr vom Termin-Journalismus) Kritik, die sich auch deutlich an den Abonnentenzahlen bemerkbar machten. Auch in der Redaktion gärte es, weil sich die Belegschaft aufgrund der Auflagenverluste in Höhe von 9 Prozent (von 4/2016 bis 4/2017) laut Betriebsvorsitzenden Thomas Remlein Sorgen um die Zukunft der Zeitung macht. Nach Informationen von kress.de hat die "FNP" eine verkaufte Auflage von 61.176 Exemplaren (Dezember 2017). 

Braun war für ein Statement bislang nicht erreichbar.

kress.de-Tipp: In der Ausgabe 2/2018 schildert "kress pro" unter anderem, wie der Verkauf der Mediengruppe Frankfurt überhaupt zustande kam, welche Zeitungsübernahme dem Frankfurter Deal als Vorbild diente, welchen Zeitplan sich die neuen Eigentümer gesetzt haben und wie eng die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" sich jetzt mit Ippen verbandelt hat. Die "kress pro"-Ausgabe gibt es in unserem Shop als E-Paper oder gedruckt - und im iKiosk. Per E-Mail kann sie unter vertrieb(at)oberauer.com bestellt werden. "kress pro" - das Magazin für Führungskräfte bei Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. "kress pro"-Chefredakteur ist Markus Wiegand, Herausgeber Johann Oberauer. Zum "kress pro"-Abo.

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Ihre Kommentare
Kopf

Betriebsrat der FNP

14.04.2018
!

Angebracht wäre es gewesen, nach journalistischem Selbstverständnis zwei Seiten anzuhören und sich von Joachim Braun nichts in den Journalistenblock diktieren zu lassen (typisch) - erst nachdem unser Betriebsrats-Vorsitzender interveniert hatte, haben Sie ihn hier auch zu Wort kommen lassen. Nein. Die FNP ist JETZT endlich zur Ruhe gekommen! Dieser sich gnadenlos selbst überschätzende Chefredakteur ist Geschichte! Menschlich ein Desaster, journalistisch mit Ideen, aber ohne jeden Praxisbezug.


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