kress "Hall of Future": Julia Bönisch warnt vor einem reinen Print-Volontariat

 

Beim European Newspaper Congress (13. bis 15. Mai, Wien) werden auch Mitglieder der kress "Hall of Future" vor Ort sein. Zu den Ausgezeichneten gehört Julia Bönisch, Chefredakteurin von "SZ.de". Im kress.de-Interview gibt Bönisch angehenden Journalisten einen Rat und berichtet von einem Glücksfall.

Welche Erwartungen standen am Auftakt Ihrer beruflichen Laufbahn?

Julia Bönisch: Am Anfang meiner beruflichen Laufbahn stand die Hoffnung, dass mich jemand viele tolle Geschichten schreiben lässt. Mit meinem ersten Job habe ich unglaublich Glück gehabt: Ich konnte für Reportagen quer durch die Welt reisen, zum Beispiel nach Angola, auf die Salomonen und nach Kambodscha. Diese Erfahrung möchte ich nicht missen.

Was bewegt und motiviert Sie heute in Ihrem Beruf?

Julia Bönisch: Meine tollen Kollegen und das schöne Gefühl, jeden Tag an der Marke "SZ" mitarbeiten zu dürfen. Mein Gestaltungsspielraum und die ständigen Veränderungen im Digitalen.

Worauf sollten junge Leute heute achten, die "irgendetwas mit Medien" machen möchten?

Julia Bönisch: Niemals ein reines Print-Volo machen - wer heute noch mindestens 45 Berufsjahre vor sich hat, wird am Digitalen nicht vorbei kommen.

Wer wäre Ihre Wunschverabredung für ein Geschäftsessen? Was stünde ganz oben auf der Gesprächsagenda?

Julia Bönisch: Die Queen - und auf der Agenda stünde die jüngere europäische Geschichte.

Im Berufsleben gibt es immer wieder Menschen, die einen fördern und unterstützen. Wer hat Ihnen besonders geholfen? Wem sind Sie dankbar?

Julia Bönisch: Ich lerne bei der "SZ" jeden Tag von vielen fähigen Kollegen.

Ein Meilenstein meines bisherigen Lebens war . . .

. . . die Berufung zur Chefredakteurin.

Man sagt mir nach, . . .

. . . ich sei manchmal nicht besonders diplomatisch.

In meiner Freizeit . . .

. . . spiele ich in einem Orchester.

Welches große Projekt steht als nächstes für Sie an?

Julia Bönisch: Hoffentlich die Lösung der Frage, wie man mit Journalismus im Netz ausreichend Geld verdienen kann.

Wo stehen Sie in fünf Jahren?

Julia Bönisch: Abwarten.

kress.de-Tipp: In seine "Hall of Future" hat kress im vergangenen Jahr 25 prägende Medienmacher von morgen aufgenommen, darunter Julia Bönisch, Chefredakteurin SZ.de. Die Ausgezeichneten werden offiziell beim "European Newspaper Congress" in die "Hall of Future" aufgenommen. Beim European Newspaper Congress 2018 vom 13. bis 15. Mai in Wien tauschen 500 Chefredakteure und Medienmanager ihre besten Konzepte aus, berichten über erfolgreiche Cases und diskutieren über Werte und Verantwortung. Das komplette Programm und die Anmeldung finden Sie hier. Der European Newspaper Congress wird vom Medienfachverlag Johann Oberauer, der Stadt Wien und Norbert Küpper, Zeitungsdesigner in Deutschland, veranstaltet.

Zur Person: Julia Bönisch, Jahrgang 1980, ist seit Januar 2017 Chefredakteurin von SZ.de. Von 2000 bis 2005 hat sie Diplom-Journalistik und BWL an der Universität Eichstätt studiert, während des Studiums hat sie Stationen bei "WAZ", "taz", "Bild", Sat1, ZDF und Spiegel Online absolviert. Von 2005 bis 2007 war sie Redakteurin beim "missio magazin", von 2007 bis 2010 war Julia Bönisch Redakteurin bei SZ.de, von 2010 bis 2012 Chefin vom Dienst bei SZ.de und von 2012 bis 2016 stellvertretende Chefredakteurin SZ.de.

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