Condé Nast: Warum Geschäftsführer Moritz von Laffert für einen "Mitarbeiter-Kulturrat" wirbt

 

Ein bislang anonymer Absender ruft zur Gründung eines Betriebsrats bei Condé Nast Deutschland auf. Geschäftsführer Moritz von Laffert möchte das verhindern und wirbt nach kress.de-Infos stattdessen für die Einrichtung eines "Kulturrats".

In dem Schreiben erklärt Moritz von Laffert, seit Oktober 2009 Geschäftsführer und Herausgeber von Condé Nast Deutschland und zudem seit Januar 2012 Vice President von Condé Nast International, dass er von "rechtlichen Schritten gegen die mit dem anonymen Schreiben verbundene Verletzung von Persönlichkeitsrechten" absieht,  "weil ich unsere Energie lieber für eine konstruktive Interaktion verwenden" möchte.

Moritz von Laffert warnt dagegen vor der Gründung des Betriebsrats: "Meine Erfahrung ist, dass die Bürokratiezunahme, die verlangsamte Entscheidungsfindung und die damit verbundene Abnahme der Innovationskraft nicht immer im Sinne der Mitarbeiter sind", schreibt Moritz von Laffert in dem Brief an die Belegschaft, der kress.de vorliegt.

Offensichtlich glaubt von Laffert aber, dass ein stärkerer Austausch der Mitarbeiter mit der Geschäftsführung bislang fehlt und vonnöten sei. "Ein unbürokratischer Ansatz, der als Teil des Leitbild-Projektes bereits in Vorbereitung ist, ist die Einrichtung einer neutralen Vertrauensstelle, als Anlauf- und Vermittlungspunkt bei Probleme, wie Mobbing, Konflikten, etc.", schreibt von Laffert.

Und betont: "Ich würde es begrüßen, wenn wir diese bereits geplante Vertrauensstelle zu einem dauerhaften 'Mitarbeiter-Kulturrat' ausbauen, der die Mitarbeiter-Interessen ohne unnötige Bürokratie anstelle eines Betriebsrats vertritt und in zentrale Entscheidungs- und Informationsprozesse einbezogen ist", schreibt von Laffert. Und verweist dabei auf die Startup-Szene, die mit "solchen alternativen, agilen Formen der Mitarbeitervertregung" gute Erfahrungen mache.

Auf kress.de-Nachfrage betont Unternehmenssprecherin Ines Thomas, dass Moritz von Laffert den Betriebsrat nicht verhindern möchte: "Moritz von Laffert hat als unbürokratische Form der Mitarbeitervertretung die Gründung eines von Mitarbeitern gewählten Kulturrates vorgeschlagen, der die Mitarbeiter-Interessen gegenüber der Geschäftsführung vertritt und in zentrale Entscheidungs- und Informationsprozesse einbezogen ist", erklärt Ines Thomas.

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