Warum Pay-TV-Chefin Katharina Behrends sich eng mit den Amazon Channels verbandelt hat

 

Mit dem Deutschland- und Österreich-Start von rund 40 unkompliziert ausprobier- und buchbaren Amazon Channels hat sich der Anpassungsdruck auf dem TV-Markt drastisch erhöht. Als eine der Ersten sprang Katharina Behrends, Geschäftsführerin von NBC Universal Global Networks Deutschland, auf den Zug auf. Im Gespräch mit "kress pro" bilanziert sie nun.

Nicht nur Nischenspezialisten wie das auf Independent-Kunstfilme fokussierte Streaming-Angebot MUBI, sondern auch die großen US-Inhaltehäuser wie NBC Universal, im deutschsprachigen Raum selbst seit langem Anbieter von klassischen Pay-TV-Kanälen wie 13th Street, SyFy oder E! Entertainment, konnten sich so neue Vertriebswege erschließen. Sie bekommen dank Amazon - und dank anderer Streaming-Player wie Waipu.tv, Zattoo, Magine oder des deutschen Burda-Angebots von TV Spielfilm - neue Argumente an die Hand, sich nicht ausschließlich von den Groß-Plattformen wie Sky gängeln zu lassen. 

"Die Zusammenarbeit verläuft sehr gut", sagte Katharina Behrends nun dem gedruckten "kress pro" (Ausgabe 01/2018) zu ihrer bisherigen  Kooperation mit den Amazon Channels. Diese jährt sich nun im Mai zum ersten Mal. Behrends gilt als eine der wichtigsten deutschen Vorreiterinnen dabei. "Wir haben gemeinsam Neuland betreten", sagt sie.

Das Risiko, sich mit Studio Universal Classics, einem Angebot für große Hollywood-Momente für monatlich rund vier Euro Abo-Gebühr, dem Red-Carpet-Kanal E! Entertainment für rund zwei Euro und dem extra für die Amazon Channels neu geschaffenen Gruselanbieter SyFy Horror für rund vier Euro an das US-Unternehmen zu binden, hat sich für Behrends eigenem Bekunden nach gut bezahlt gemacht. "Unsere Bilanz ist positiv, es war ein erfolgreicher Auftakt und wir konnten dadurch ganz neue Zielgruppen ansprechen", sagt sie. Amazon bezeichnet sie dabei sogar vollmundig als "tollen Partner".

Wenn man möchte, kann man das auch als eine verdeckte Spitze an Sky interpretieren. An die Unterföhringer Pay-Plattform nämlich, die zuletzt – auch unter dem Druck des sich verändernden Kundenverhaltens – einen Strategiewechsel hingelegt hat, der immer mehr bisherige Partnersender ins Schwitzen bringt. Galt früher lange die Devise "Viel hilft viel", was zu immer neuen linearen Partner-Angeboten und Senderstarts auf der Plattform führte, hat Sky-Programmchefin Elke Walthelm zuletzt das bestehende Bouquet kritisch unter die Lupe genommen, viele bestehende Verträge überprüft, nachverhandelt und einige Bindungen auslaufen lassen.

Besonders hart traf es unter anderem den Klassiker-Kanal MGM mit dem brüllenden Löwen-Logo, Heimat von Hollywood-Hits wie der etwa "Rosaroten Panther"-Reihe, der Ende 2016 nach 13 Jahren Verbreitung in Deutschland abgeschaltet wurde. Seit Mai 2017 brüllte der Löwe wieder – bei den Amazon Channels.

kress.de-Tipp: Wie die Zusammenarbeit mit Amazon für die Inhalte-Häuser konkret läuft, welche Abonnenten-Zahlen und Erlöse sich erzielen lassen - und wo es gelegentlich hakt -, erfährt man ausführlich im Vertriebs-Case im gedruckten "kress pro". Dort berichtet nicht nur Katharina Behrends, sondern auch Gottfried Zmeck, Vorsitzender der Mainstream Media AG, von seinen bisherigen Erfahrungen. Die Ausgabe 1/2018 gibt es in unserem Shop als E-Paper oder gedruckt - und im iKiosk. Per E-Mail kann sie unter vertrieb(at)oberauer.com bestellt werden. "kress pro" - das Magazin für Führungskräfte bei Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. "kress pro"-Chefredakteur ist Markus Wiegand, Herausgeber Johann Oberauer. "Zum "kress pro"-Abo.

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