#ENC18: Bei G+J kriegt jetzt auch Guido Maria Kretschmer ein Personality-Magazin

 

Nach Barbara Schöneberger, Eckart von Hirschhausen und zuletzt Joko Winterscheidt wird Guido Maria Kretschmer der vierte Promi, der bei Gruner + Jahr seinen Namen und seinen Anklang in der Fangemeinde für ein eigenes Persönlichkeitsmagazin hergeben wird. Dies kündigte Vorstand Stephan Schäfer auf dem European Newspaper Congress in Wien an. Warum Schäfer auf seine Mitarbeiter hört.

"Persönlichkeitsmagazine sind kein Werbe-Gag", bilanziert Schäfer die Erfolge mit den erstmalig vor über zwei Jahren mit "Barbara" gestarteten neuen Heft-Genres, mit den G+J aktuell den allgemein eher als übersättigt geltenden deutschen Magazin-Markt aufmischt. Für "Barbara" sei der Verlag zunächst belächelt worden, nun geht das Heft erfolgreich ins dritte Jahr, so der G+J-Vorstand stolz. Er bezeichnete in Wien "Barbara" als die "bestverkaufte Frauenzeitschrift in diesem Segment".

Nun kommt also ein vierter, eng auf den Namensgeber zugeschnittener Titel - mit dem charmanten "Shopping Queen"-Moderator, bekannt von Vox und RTL. "Guido Maria Kretschmer ist der Vierte, mit dem wir noch in diesem Jahr ein neues Projekt starten", sagte Stephan Schäfer. Wie genau das Heftkonzept aussehen soll - und wie es heißen wird -, verriet er allerdings noch nicht. Es werde allerdings "monatlich" erscheinen und "im Herbst" an den Kiosk gehen, so der G+J-Manager. Redaktionell zuständig wird ein Redaktionsteam rund um "Brigitte"-Chefredakteurin Brigitte Huber, die bereits "Barbara" erfolgreich etabliert hat.

"Ein Verlag bedeutet, dass wir Kreativität finanzieren"

Der Neustart wird sich damit in die Titeloffensive bei Gruner einreihen, wo in den vergangenen Jahren 30 neue Titel lanciert wurden. "Ein Verlag bedeutet, dass wir Kreativität finanzieren", sagte Stephan Schäfer in Wien. "Das ist die Grundaufgabe." Die Bemühungen um mehr Innovation, das der Hamburger Verlag mit dem Ideenprojekt der "Grünen Woche" institutionalisiert hat, setzt sich damit fort. "In der Innovation liegt das Geschäft von morgen", so Stephan Schäfer.

Die Anregungen, neue Ideen einzubringen, zu dem er seine Führungskräfte aufgerufen hat, bringt bei G+J auch einen neuen Managementstil mit sich. "Sie müssen das von oben vorleben", so Schäfer. "Die Führung muss Innovation Priorität geben", sagte er in Wien. Die Bestätigung für neue Ideen liege darin, es auch tatsächlich ernst mit ihnen zu meinen. "Sie müssen den Mut haben, diese Projekte umzusetzen."

"Scheitern ist einkalkuliert"

Dabei plädiert der Vorstand auch für eine neue Kultur, die die Möglichkeit von Scheitern zulässt. "Scheitern ist einkalkuliert", so Schäfer. Für Verlage sei das oft etwas Neues. "Bei den Startups bewundern wir diese Haltung", sagte er und spielte damit auf den gelassenen Umgang der Digitalunternehmer getreu der Devise "Failure is an Option" an.

Neben dem neuen Guido-Maria-Kretschmer-Heft erprobt sich Gruner + Jahr demnächst auch auf Print-fernen Bereichen. So soll im Juni das erste "Beef"-Restaurant in Frankfurt eröffnen - in Kooperation mit Mövenpick. Und für den Klassiker "Brigitte" kündigte Schäfer eine eigene "Frauen-Akademie"-Reihe an. "Da sind die Kollegen vom 'Handelsblatt' Vorbilder."

Generell gelte nun bei Gruner + Jahr: "Je mehr Freiheit und Wertschätzung man den Kollegen gibt, desto motivierter sind sie", sagte Stephan Schäfer, der auch selbst viel aus den "Grünen Wochen" persönlich mitgenommen haben will. "Ich habe gelernt, was für wunderbare Mitarbeiter man hat - wenn man sie fragt", so der Vorstand. "Man findet in der Nähe oft die viele bessere Antwort, als wenn man viel reist." Eine klare Spitze gegen die Reisefreudigkeit vieler deutscher Medienmanager ins vermeintliche Silicon-Valley-Mekka.

kress.de-Tipp: Beim European Newspaper Congress 2018 vom 13. bis 15. Mai in Wien tauschen 500 Chefredakteure und Medienmanager ihre besten Konzepte aus, berichten über erfolgreiche Cases und diskutieren über Werte und VerantwortungZu den Fotos und VideosDer European Newspaper Congress wird vom Medienfachverlag Johann Oberauer, der Stadt Wien und Norbert Küpper, Zeitungsdesigner in Deutschland, veranstaltet.

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