kress "Hall of Future": Dennis Ballwieser setzt auf die Digitalisierung unseres Lebens

 

Beim European Newspaper Congress (13. bis 15. Mai, Wien) werden auch Mitglieder der kress "Hall of Future" vor Ort sein. Zu den Ausgezeichneten gehört Dennis Ballwieser, Geschäftsführer beim Wort & Bild Verlag in Baierbrunn. Im kress.de-Interview sagt Ballwieser, dass er gerne mit dem Team von IBM Watson über die Zukunft der Informationsvermittlung sprechen würde.

Welche Erwartungen standen am Auftakt Ihrer beruflichen Laufbahn?

Dennis Ballwieser: An der Journalistenschule herrschte Depression, in den Medienunternehmen Krise. Erwartungen hatten wir keine, dafür jede Menge Idealismus und Neugier - beides trägt mich bis heute.

Was bewegt und motiviert Sie heute in Ihrem Beruf?

Dennis Ballwieser: Die Geschwindigkeit der technologischen Neuerungen und wirtschaftlichen Veränderungen, der Enthusiasmus von hervorragend ausgebildeten und neugierigen Kolleginnen und Kollegen. In einem Wort: Die Digitalisierung unseres Lebens.

Worauf sollten junge Leute heute achten, die "irgendetwas mit Medien" machen möchten?

Dennis Ballwieser: Auf inhaltliche Unabhängigkeit, eine sehr gute journalistische Grundausbildung, technisches Grundverständnis und Lernwillen sowie die Pflege ihrer Neugier.

Wer wäre Ihre Wunschverabredung für ein Geschäftsessen? Was stünde ganz oben auf der Gesprächsagenda?

Dennis Ballwieser: Mit dem Team von IBM Watson würde ich gerne über die Zukunft der Informationsvermittlung sprechen.

Im Berufsleben gibt es immer wieder Menschen, die einen fördern und unterstützen? Wer hat Ihnen besonders geholfen? Wem sind Sie dankbar?

Dennis Ballwieser: Reinhard Urschel von der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (der schuld daran ist, dass ich Journalist werden wollte), die Aufnahmekommission der DJS (die mich genommen hat, obwohl ich Medizin studierte), meine Promotionsbetreuerin (die mich genommen hat, obwohl ich Journalist war), mein Chef in der Klinik (der mich genommen hat, obwohl ich über Medizin in der Zeitung schrieb), meine Chefin bei Spiegel Online (die mich genommen hat, obwohl ich als Arzt im Krankenhaus arbeitete), dem Wort & Bild Verlag (der mir schon als Praktikanten ein journalistisch-medizinisches Zuhause gegeben hat und der es heute wieder ist).

Ein Meilenstein meines bisherigen Lebens war...

… nach der Übernahme der Verantwortung für unsere Medien war jeder Relaunch der letzten drei Jahre (Apotheken Umschau, Senioren Ratgeber, Diabetes Ratgeber, Baby & Familie) ein Meilenstein für das jeweilige Team und mich. Die entscheidenden Meilensteine sind aber immer die, die vor uns liegen.

Man sagt mir nach,…

… mich nicht zwischen Medizin und Journalismus entscheiden zu können. Das ist richtig, und: It's a feature, not a bug.

In meiner Freizeit…

… lese ich zu viele Zeitungen, Zeitschriften und Bücher, schaue zu viele Serien und Filme, genieße die Alpen beim Wandern.

Welches große Projekt steht als nächstes für Sie an?

Dennis Ballwieser: Die Individualisierung und Personalisierung der digitalen Gesundheitsinformationen in Text, Bild und Ton in den kommenden Jahren.

Wo stehen Sie in fünf Jahren?

Dennis Ballwieser: Unabhängig davon, wo genau ich stehe, ist das Wichtigste, dass ich nicht stehe, sondern in Bewegung bin.

kress.de-Tipp: In seine "Hall of Future" hat kress im vergangenen Jahr 25 prägende Medienmacher von morgen aufgenommen, darunter Dennis Ballwieser, Geschäftsführer beim Wort & Bild Verlag in Baierbrunn. Die Ausgezeichneten werden offiziell beim "European Newspaper Congress" in die "Hall of Future" aufgenommen. Beim European Newspaper Congress 2018 vom 13. bis 15. Mai in Wien tauschen 500 Chefredakteure und Medienmanager ihre besten Konzepte aus, berichten über erfolgreiche Cases und diskutieren über Werte und Verantwortung. Das komplette Programm und die Anmeldung finden Sie hier. Der European Newspaper Congress wird vom Medienfachverlag Johann Oberauer, der Stadt Wien und Norbert Küpper, Zeitungsdesigner in Deutschland, veranstaltet.

Zur Person: Dennis Ballwieser, Jahrgang 1980, verheiratet. Medizinstudium an der LMU München, währenddessen Redakteursausbildung an der DJS München, anschließend Arbeit als Anästhesist am Klinikum der Universität München. Von dort zu Spiegel Online in das neu gegründete Ressort Gesundheit. Danach Wechsel zurück in die Klinik und parallel dazu Start beim Wort & Bild Verlag in Baierbrunn, seit Mitte 2015 als Geschäftsführer.

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